{"id":1024,"date":"2015-01-05T13:38:37","date_gmt":"2015-01-05T11:38:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=1024"},"modified":"2015-01-11T13:54:05","modified_gmt":"2015-01-11T11:54:05","slug":"rethinking-leibniz-transhumanismus-in-der-dekonstruktion","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/1024\/rethinking-leibniz-transhumanismus-in-der-dekonstruktion\/","title":{"rendered":"Rethinking Leibniz \u2013 Transhumanismus in der Dekonstruktion"},"content":{"rendered":"<p>Es folgt der gesamte Beitrag &#8211; vorab die bibliographischen Daten plus Bezugsquelle des Buches<\/p>\n<p><i><a href=\"http:\/\/www.peterlang.com\/index.cfm?event=cmp.ccc.seitenstruktur.detailseiten&amp;seitentyp=produkt&amp;pk=84202&amp;concordeid=265764\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1027 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/jbpaed2014_400-202x300.jpg\" alt=\"jbpaed2014_400\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/jbpaed2014_400-202x300.jpg 202w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/jbpaed2014_400.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><\/i><i>Rethinking Leibniz \u2013<br \/>\nTranshumanismus<br \/>\nin der Dekonstruktion<\/i><br \/>\nin: Kluge, Sven; Lohmann, Ingrid; Steffens, Gerd (Red.) \u2013<br \/>\nJahrbuch f\u00fcr P\u00e4dagogik 2014<br \/>\n\u2013\u00a0Menschenverbesserung<br \/>\n\u2013 Transhumanismus,<br \/>\nJahrbuch f\u00fcr P\u00e4dagogik (Band 29),<br \/>\nVerlag Peter Lang, Frankfurt a.M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014.<br \/>\n393 S., \u00a0S.\u00a0191-204<\/p>\n<p><em>Zusammenfassung<\/em>: Der Beitrag versucht, die in einem Pro-und-kontra-Schema ge\u00adfangene Debatte um das Verh\u00e4ltnis zwischen Humanismus und Transhumanismus zu dekonstruieren durch Infokusnahme eben dieses Gegensatzes und seiner Vor\u00adaussetzungen. Der Transhumanismus und seine Ideen sind insbesondere verstrickt in die durch die westliche Schriftkultur vorgegebenen Konditionen des Humanen. Damit schlagen die Einschr\u00e4nkungen der positivsprachlichen Einschreibungsweisen als Einschr\u00e4nkungen zur\u00fcck auf die grundlegende Idee einer technologiebasierten selbstgesteuerten Weiterentwicklung der Menschen. Als m\u00f6glicher Ausweg aus dem Dilemma der Selbstgefangenheit wird<!--more--> ein R\u00fcckgriff auf das Leibnizsche Projekt einer Universalsprache identifiziert, jetzt bereichert um eine neuere Reflexion der wissenschaftslogischen und philosophischen Randbedingungen der Konstruktion einer formalen Sprache, die widerspruchsfreie Beschreibungen komplexer Zusam\u00admenh\u00e4nge nicht nur in den Lebenswissenschaften erlaubt. Dabei wird auch die inter\u00adkulturelle und damit politische Dimension des Projekts Transhumanismus gestreift.<\/p>\n<p><em>Abstract<\/em>: The contribution tries to deconstruct the debate about the relationship between humanism and transhumanism, which is caught inside a scheme of pros and cons, by focussing on the very contradiction and its preconditions. Transhu\u00admanism and its ideas are particularly mired in the conditions of Human purported by the Western culture of writing. Thereby the limitations of inscriptions based on positive languages as limitations strike back on the basal idea of a technolo\u00adgy-based and selfcontrolled advancement of humans. As a possible way out of the dilemma of self-imprisonment a recourse of the Leibnizean project of a universal language is identified, now enrichened by a newer reflection of scientific-logic and philosophical boundary conditions of the construction of a formal language, which allows consistent descriptions of complex interrelations not only suited for life sciences. Thereby also the intercultural and therefore political dimension of the project transhumanism is touched.<\/p>\n<p><em>Keywords<\/em>: Dekonstruktion, Transhumanismus, Polykontexturalit\u00e4t, Universalsprache, Komplexit\u00e4t<\/p>\n<p>In einem Interview mit Nick Bostrom und David Pearce, den Gr\u00fcndern der <em>World Transhumanist Association<\/em>, einer nicht-kommerziellen Organisation mit der Zielsetzung, die menschlichen F\u00e4higkeiten mittels Technologie zu verbessern, fasst der Interviewer Andr\u00e9s Lome\u00f1a den Diskurs zur Begriffsbestimmung dessen, was Transhumanismus sei und bedeute, und die Kritik daran reichlich verk\u00fcrzt zwischen zwei Polen zusammen, deren unterschiedliche Ans\u00e4tze er als optimistisch und pes\u00adsimistisch bzw. dystopisch bezeichnet (vgl. Bostrom, Pearce 2007). Optimistisch meint hier, dass der Mensch aus eigener Kraft als <em>Homo technicus<\/em> sich selbst und seine Umgebung \u2013 gewisserma\u00dfen jenseits der alle anderen Lebewesen betreffen\u00adden nat\u00fcrlichen Evolution \u2013 bewusst und zielgerichtet weiterentwickelt und opti\u00admiert. Unter den Adjektiven \u201epessimistisch\u201c und \u201edystopisch\u201c hingegen werden alle Positionen versammelt, die in den unter dem Titel Transhumanismus zusammenge\u00adfassten Bestrebungen eine Gefahr sehen, angefangen von der Undurchf\u00fchrbarkeit \u00fcber das Terminator-Argument, dass die \u00c4ngste vor Maschinenherrschaft bzw. der \u00dcberfl\u00fcssigkeit des Menschen zum Ausdruck bringt, das Frankenstein-Argument der Unkontrollierbarkeit eines k\u00fcnstlichen Supermenschen bis hin zum ethisch-mo\u00adralisch motivierten \u201eGott-spielen\u201c-Argument. Als h\u00e4ufiger Kritikpunkt, oft als Vor\u00adwurf gegen transhumanistische Bestrebungen formuliert, wird im Zusammenhang mit dem \u201eGott-spielen\u201c-Argument auch die \u201eeschatologische Vision\u201c genannt (vgl. Bostrom, Pearce 2007). Damit unterstellen die Kritiker den Vertretern der optimis\u00adtischen Sicht quasi-religi\u00f6se Z\u00fcge. Des Weiteren zu bemerken ist, dass Lome\u00f1a der Struktur der Debatte um den Transhumanismus durch seine verk\u00fcrzte Darstellung einen Dualismus gewisserma\u00dfen durch die Hintert\u00fcr beschert.<\/p>\n<p>Zum Zweck der Pr\u00e4zisierung und der Anschlussf\u00e4higkeit an andere, in ihrer Struktur sehr analoge Debatten der letzten drei Jahrzehnte wird daher vorgeschla\u00adgen, die beiden Positionsfelder deutlich aufzuweiten, zu \u00f6ffnen, und mit den tref\u00adfenderen Adjektiven \u201etechnikeuphorisch\u201c und \u201ekulturpessimistisch\u201c zu belegen (vgl. Paul 2005). Denn die Frage nach dem Transhumanismus ber\u00fchrt zweifellos direkt die Frage nach der Technik des Menschen, nach unserer Technik, und er\u00ad\u00f6ffnet somit die M\u00f6glichkeit, das einfache duale Schema aufzubrechen bzw. zu\u00adgunsten von Neuem zu verlassen.<\/p>\n<p>Bereits 1951 schrieb der Semiotiker Max Bense zur anthropologischen und ontologischen Bedeutung der Technik in seinem Aufsatz <em>Kybernetik oder Die Me\u00adtatechnik einer Maschine<\/em>: \u201eBeide, Intelligenz und Welt, bedingen einander; und das ist ebenso ein kybernetischer wie auch ein anthropologischer Satz.\u201c Bense weist damit deutlich auf die Selbstr\u00fcckbez\u00fcglichkeit bzw. die M\u00f6glichkeit der Selbstr\u00fcckbez\u00fcglichkeit als eine Grundbedingung des Menschlichen hin. Sein Aufsatz endet mit der Formulierung eines Auftrags: \u201eDer Mensch als technische Existenz: das scheint mir eine der gro\u00dfen Aufgaben einer philosophischen Anth\u00adropologie von morgen zu sein.\u201c (Bense 1999, S. 482f).<\/p>\n<p>In der konkreten Debatte zur Provokation \u201eTranshumanismus\u201c w\u00e4re damit \u2013 zun\u00e4chst unter R\u00fcckgriff auf Bense \u2013 ein weiteres Mal die Frage nach der Technik aufzuwerfen, und zwar einer Philosophie der Technik, die jenseits der zwischen Kulturpessimismus und technischen Allmachtsphantasien verlaufenden Frontli\u00adnien das Grundverh\u00e4ltnis zwischen Konstrukteur und Konstruiertem, die wechselseitige Bedingtheit von Mensch und Technik und damit die Stellung des Menschen im Kosmos thematisiert. Diese Ebene hat die bisherige Debatte um den Transhumanismus jedoch noch nicht erreicht. Hier verharrt man wie oben gezeigt undialektisch im einfachen dualen Schema von pro und contra und ist nicht in der Lage, diese Gefangenschaft zu sehen, geschweige denn zu verlassen.<\/p>\n<p>Die Verbesserung des Menschen und seiner Umgebung durch den Menschen selbst \u2013 vermittels der eigenen technischen Potenz \u2013 bis hin zur Vision der \u00dcber\u00adwindung des Todes, ist das zentrale Narrativ, gewisserma\u00dfen der Gr\u00fcndungsmy\u00adthos des Transhumanismus.<\/p>\n<p>In der Regel werden dabei jedoch zumindest drei weitere Kontexte oder Berei\u00adche \u00fcbersehen. Ein erster Bereich hat sich mit auf die <em>conditio humana<\/em> bezogenen Fragen zu befassen. Ein weiterer hat neben den methodisch-philosophischen auch politische und politikhistorische sowie interkulturelle Implikationen zu ber\u00fcck\u00adsichtigen. Das in alle drei Bereiche hineinspielende Methodisch-Philosophische gewinnt noch einmal eine besondere Bedeutung, wenn im dritten Bereich theore\u00adtische Einschreibungsweisen zu diskutieren sind. Alle drei Kontexte liefern signi\u00adfikante Beitr\u00e4ge, das oben genannte dichotome Positionsschema gewisserma\u00dfen zu transformieren. Denn eine Reflexion des dichotomen Schemas ist unm\u00f6glich, wenn innerhalb des Schemas verblieben wird. Aus diesem Grund muss metho\u00addisch eine weitere zu leistende Denkbewegung eingefordert werden, die sich deutlich jenseits dieser Dichotomie von Technikeuphorie und Kulturpessimismus bewegt bzw. diese selbst mit in die Behandlung des Themas hinein nimmt. Eine solche Denkbewegung muss daher eine doppelte sein, um den Anforderungen ei\u00adner sinnvollen Dekonstruktion der Fragestellung gen\u00fcge zu leisten. Sie wendet sich einerseits kritisch gegen die Gefangenschaft im dichotomen Schema und an\u00addererseits sowohl gegen den Technikskeptizismus eines G\u00fcnther Anders \u2013 der Mensch wird nebengeschichtlich \u2013, und den Heidegger\u2019schen Vorwurf der Seins\u00advergessenheit gegen\u00fcber Wissenschaft und Technologie, als auch gegen kritiklose Phantasmen der technologischen Mach(t)barkeit.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus schlie\u00dfen die schon als Ziel gefassten Begriffe der Weiter\u00adentwicklung und Optimierung weitere Fragen mit ein, die die Fragenkontexte bereichern: Warum? Damit ist die Frage nach dem bzw. einem Zweck gestellt. In welche Richtung? Unter der Vorab-Annahme des technisch Machbaren muss gefragt werden: Wie gro\u00df und wie beschaffen ist eigentlich der M\u00f6glichkeitsraum der Richtungen? Optimierung? Nach welchen Kriterien? Wer f\u00e4llt Entscheidun\u00adgen \u00fcber wen? Das hei\u00dft, wie verhalten sich die Subjekte, die Designierenden und die Objekte, die Designate der Entscheidungen? Jeweils zu sich selbst, also selbstreferentiell, sowie zueinander, also heteroreferentiell? Denn die Selbstan\u00adwendung menschlicher Technologie durch den Menschen auf den Menschen ver\u00e4ndert zwangsl\u00e4ufig die Selbstverh\u00e4ltnisse sowie die Fremdverh\u00e4ltnisse des Menschen.<\/p>\n<p>Gerade zur Zeit besteht der berechtigte Verdacht, dass mit \u201eKriterien der Op\u00adtimierung\u201c vornehmlich \u00f6konomische gemeint sein k\u00f6nnen, denn die Dominanz des orthodox \u00f6konomischen Denkens ist weltweit allgegenw\u00e4rtig und krisenhaft. Insofern ist \u201eOptimierung\u201c schon zu kritisieren als ein von vornherein dem Ver\u00addacht eines Ideologie-unterworfenen Zwecks ausgesetzter Begriff. Ob er sich da\u00advon durch andere Interpretationen befreien l\u00e4sst, scheint fraglich.<\/p>\n<p>Evolutionsprozessen hingegen \u2013 auch denen des Menschen \u2013 als Prozessen der Natur kann eine ganz prinzipielle Zweckfreiheit unterstellt werden. Zuletzt ist es der Philosoph Jean-Luc Nancy, der auf die \u201eZwecklosigkeit der Zwecke\u201c hinweist, die am Anfang aller unserer Technik steht (vgl. Nancy 2008; 2011). Oder anders gewendet: Die Zweckfreiheit in der Evolution des Menschen ist der Zweck der Freiheit.<\/p>\n<p>Seit Paul Alsberg wissen wir zudem um eine weitere M\u00f6glichkeit unseres Blicks auf die <em>techn\u00e9<\/em>. Der Arzt und Anthropologe f\u00fchrt in seinem 1922 erstmals erschienenen Werk <em>Das Menschheitsr\u00e4tsel<\/em> den Begriff der K\u00f6rperausschaltung ein und liefert damit neben Anpassung einen notwendigen zweiten Begriff, mit dessen Hilfe nun an eine Weichenstellung innerhalb der menschlichen Evolution gedacht werden kann (vgl. Alsberg 1922\/1979). Sein gedankliches Konzept kann erfolgreich gegen die im 20. Jahrhundert sehr popul\u00e4re und dominante Auffassung gewendet werden, die Technik in erster Linie als Mittel des Menschen sieht, einen Anpassungsmangel \u2013 und damit einen Zweck \u2013 gegen\u00fcber den optimal an ihre Umgebung angepassten Tieren zu kompensieren (vgl. Gehlen 1940).<\/p>\n<p>F\u00fcr die <em>conditio humana<\/em> ist festzuhalten, dass der Mensch im Rahmen des Humanen als sterbliches Wesen bestimmt ist. Wenn Transhumanismus nun nahe\u00adliegenderweise das Ziel hat, eine Position zu entwickeln, die diese Bestimmung \u00fcbersteigen soll, die neben Verbesserung sogar die Nicht- oder Unsterblichkeit adressiert, dann ergibt sich f\u00fcr die Dichotomie vom Leben und Sterben des Men\u00adschen eine Paradoxie \u201einsofern, als es weder dem Humanismus, der seine Kraft aus der Vergangenheit sch\u00f6pft, noch dem Transhumanismus, der sich seiner Zu\u00adkunft sicher w\u00e4hnt, gelungen ist, zu bestimmen, was Leben und damit Sterben f\u00fcr den Menschen \u00fcberhaupt bedeuten\u201c (Kaehr 2010a). In dieser Aussage des Philo\u00adsophen und Logikers Rudolf Kaehr wird auf die ganz prinzipielle und nicht nur dem Zeitgeist geschuldete Verdr\u00e4ngung des Begriffs der Bedeutung hingewiesen und die Situation des Unfertigen, des nicht Abgeschlossenen thematisiert, in dem Sinne, dass der Humanismus seinen selbst gestellten Anspruch der Bestimmung des Menschen bislang nicht erf\u00fcllt hat, nicht vollst\u00e4ndig erf\u00fcllen konnte.<\/p>\n<p>Ganz analog kritisiert Stephen Toulmin in seiner <em>Kosmopolis<\/em> die unerkannten und daher nicht gel\u00f6sten Aufgaben der Moderne und gelangt zu der Schlussfolge\u00adrung, dass es einer neuen Humanisierung der Moderne bedarf. Seiner Auffassung nach \u201ek\u00f6nnen wir uns weder an die Moderne in ihrer historischen Form klammern noch sie v\u00f6llig ablehnen \u2013 und gewiss nicht verachten.\u201c Aufgabe sei es \u201evielmehr, unsere ererbte Moderne zu reformieren, ja richtig wiederherzustellen, indem wir sie humanisieren. Das ist keine leere Mahnung\u201c (Toulmin 1994, S. 288f). Eine Mahnung zu einer Re-Humanisierung also. Ganz offensichtlich st\u00fcnde eine solche Rehumanisierung vor strukturell identischen Problemen wie eine Transhumani\u00adsierung. Der Humanismus und dessen unerf\u00fcllter Anspruch verk\u00f6rpert selbst das Dilemma, unter dem sich eben auch die Fragen nach Re- und Transhumanisierung versammeln.<\/p>\n<p>Damit ist der Vollst\u00e4ndigkeit halber des Weiteren f\u00fcr die politische Dimension unbedingt zu erw\u00e4hnen, dass der Humanismus einen ideologischen Hegemoniean\u00adspruch des Westens darstellt bzw. sich als ein solcher interpretieren l\u00e4sst. Insofern ist die Frage berechtigt, ob \u2013 und wenn ja \u2013 was dieser Umstand f\u00fcr eine Bedeu\u00adtung f\u00fcr den Transhumanismus und seine Ans\u00e4tze haben k\u00f6nnte. Die dialektische Verschr\u00e4nkung von Identit\u00e4t und Differenz \u2013 Identit\u00e4t und Differenz bedingen einander \u2013 bildet das Grundmuster, \u00fcber das die Selbsterfahrung des einzelnen Ich erst m\u00f6glich wird, d.h. in einer Konkretheit des Beziehungsgeflechts zwischen uns Menschen. Hier bewegen wir uns mitten im politischen Raum, in dem wir \u201edas Wir\u201c antreffen und damit die dynamischen Relationenfelder zwischen uns Menschen und Menschengruppen. Der Humanismus hingegen l\u00e4sst diese Kon\u00adkretheit vermissen, er setzt auf das abstrakte Prinzip Menschheit, auf eine quasi statische, von alten m\u00e4nnlichen wei\u00dfen Europ\u00e4ern des 19. Jahrhunderts konstru\u00adierte \u00fcberhistorische Norm, von der aus das Wesen des Menschen bestimmbar sei. Als Momentaufnahme markiert der Humanismus somit den \u2013 nicht abgeschlos\u00adsenen \u2013 Abschluss einer historischen Entwicklung, an dessen logischem Ende ein Vorschlag f\u00fcr ein allgemein verbindliches ethisches Wertesystem steht. Zuk\u00fcnf\u00adtigen Entwicklungen und Entfaltungen ist damit jedoch der Raum genommen. Der Humanismus mit seinem Anspruch, als denkerisches Metasystem \u00fcber den Entwicklungen zu stehen, erweist sich als nicht mehr geschichtsf\u00e4hig und damit nicht zukunftsf\u00e4hig. Wird der Humanismus als Fanal der Freiheit zur Entfaltung des jeweils einzelnen menschlichen Individuums interpretiert, l\u00f6st er sich sogleich auf in einem Selbstwiderspruch. Auch neuere, als evolution\u00e4rer Humanismus be\u00adzeichnete \u00dcberlegungen \u00e4ndern hieran nichts, denn eine Redynamisierung eines prinzipiell statischen Konzepts ist wenig mehr als Augenwischerei, sie ver\u00e4ndert oder erweitert das Konzept als solches nicht (vgl. Paul 2013a). Der Humanismus kann die Konkretheit des Wir nicht kennen, die gerade aktuell durch das wel\u00adtumspannende elektromagnetische Feld des Internet eine Entbindung von unserer biologisch bedingten optischen und akustischen Kommunikationsreichweite und damit eine v\u00f6llig neue Qualit\u00e4t erf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Der tiefere Grund liegt in der Konstruktion des Humanismus auf der Basis der strukturarmen klassischen Ontologie, die nur das einzelne Subjekt und die Welt kennt, jedoch nicht das Du und damit auch nicht die Verbindung von Ich und Du, das Wir. Vil\u00e9m Flusser l\u00f6st dies humoristisch auf, indem er dem Humanisten fol\u00adgenden Satz in den Mund legt: \u201eIch liebe die ganze Menschheit, es sind die Leut\u2019, die mir auf die Nerven gehen!\u201c (Flusser 1999)<\/p>\n<p>Dies soll hier jedoch nicht weiter verfolgt werden, da dieser Aspekt zweifellos eine ganz eigene detaillierte politologische und politikhistorische Analyse wert ist. Dennoch wird darauf zur\u00fcckzukommen sein.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus ist f\u00fcr den Raum der Einschreibungsweisen festzuhalten, dass sowohl die Theorien des Trans- und Posthumanismus als nat\u00fcrlich auch der Hu\u00admanismus sich weiterhin als verstrickt in die Konditionen des Humanen erwei\u00adsen, so wie sie durch die westliche Schriftkultur vorgegeben sind. Damit ist eine Einschreibungsweise vorbestimmt, die ganz allgemein Er\u00f6rterungen aller Art in positivsprachliche Konzeptionen zwingt. Schon durch die auf den Axiomen der zweiwertigen Aristotelischen Logik basierende basale Trennung zwischen Signifikant und Signifikat, zwischen Designierendem und Designat, Operator und Operand, ist eine grundlegende hierarchische Struktur vorgegeben, die eine irreduzible Darstellung von Simultaneit\u00e4t und Parallelit\u00e4t ganz prinzipiell verun\u00adm\u00f6glicht und in die hierarchische Struktur der Sequenz, des Vorher und Nachher, der Linearit\u00e4t, der Linie zwingt. Er\u00f6rterungen von M\u00f6glichkeitsr\u00e4umen sowie die Erzeugung von Neuem sind hier verwehrt.<\/p>\n<p>Dies ist nicht intuitiv und unmittelbar einzusehen, da unser Denken allzu sehr in Kausalit\u00e4tsketten verhaftet ist. Zur Verdeutlichung der Problemstellung mag ein stark vereinfachter Zusammenhang aus der Biochemie der Lebensprozesse dienen. Die Erbsubstanz DNA dient der Information f\u00fcr die Synthese von Protei\u00adnen aus den Aminos\u00e4uren. Es l\u00e4sst sich also sagen, dass die DNA einen Opera\u00adtor repr\u00e4sentiert, der auf die Aminos\u00e4uren als Operanden prozesshaft einwirkt, so dass am Ende der Kette Eiwei\u00dfe herauskommen. Umgekehrt wissen wir aber um die M\u00f6glichkeit der Reparatur des Genoms, etwa bei Sch\u00e4digungen. Der Mecha\u00adnismus des Gene-<em>repair<\/em> seinerseits besteht aus einem Einwirken von Proteinen auf die DNA-Sequenzen. Das Operator-Operanden-Verh\u00e4ltnis ist hier genau um\u00adgedreht. Es gibt nun kein formal widerspruchsfreies Operator-Operanden-Modell, dass diese Vertauschung erlaubt bzw. das den Gesamtzusammenhang zwischen Genom und Proteinen umfassend beschreiben kann.<\/p>\n<p>Ein gutes Beispiel f\u00fcr die Gefangenschaft des Denkens innerhalb dichoto\u00admer hierarchischer Strukturen ist die unter Transhumanisten diskutierte Idee des Transfer-Uploading. Unter <em>Upload<\/em> wird die Absicht verstanden, Geist oder <em>Mind<\/em> als die aktuellen Prozessdaten eines menschlichen Gehirns oder Nervensystems in toto auf eine z.B. siliziumbasierte Maschine zu \u00fcbertragen unter Erhaltung der Identit\u00e4t der Person. Hier setzt man sich gleich drei Denkfallen aus.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst hierzu Nick Bostrom: \u201eIch denke, dass beim Uploading unter den richtigen Voraussetzungen sowohl das Bewusstsein als auch die pers\u00f6nliche Identit\u00e4t erhalten werden k\u00f6nnen. Aber ich w\u00fcrde mich nicht als Dualisten be\u00adzeichnen. Ich denke, dass mein Geist derzeit auf einer Art Proteincomputer l\u00e4uft. Wenn exakt die gleichen Prozesse auf einem Silikoncomputer ablaufen w\u00fcrden, k\u00f6nnte ich vermutlich \u00fcberhaupt keinen Unterschied feststellen\u201c (Bostrom, Pe\u00adarce 2007).<\/p>\n<p>Denkfalle Dualismus: Bostrom w\u00fcrde sich nicht als Dualisten bezeichnen, je\u00addoch das hier Gesagte weist ihn exakt als einen solchen aus, denn im Moment des Uploads auf die Maschine, im Moment der \u00dcbertragung wird schon zwischen dem alten Carrier, dem K\u00f6rper, und dem neuen, dem Siliziumcomputer auf der einen sowie dem zu \u00dcbertragenden auf der anderen Seite getrennt. Das ist pr\u00e4zise der alte Leib-Seele- oder Geist-K\u00f6rper-Dualismus durch die Hintert\u00fcr, dieses Mal im Gewand von Software und Hardware. Die auch von Transhumanisten erkl\u00e4r\u00adterma\u00dfen bevorzugte Idee des Materialismus ist hier nicht exakt durchgef\u00fchrt, sondern verstrickt sich im Widerspruch. Zudem werden Identit\u00e4t und Materialit\u00e4t apriori voneinander separiert.<\/p>\n<p>Denkfalle Digitalismus: Es ist von Siliziumcomputern die Rede, Maschinen also, die Analoges in digitale Codes \u00fcbersetzen. Damit setzen sich die Autoren im\u00adplizit dem Digitalismusvorwurf aus. Der Digitalismus als philosophische Schule, \u201edigital philosophy\u201c, deren prominenteste Vertreter die US-Amerikaner Gregory Chaitin, Rudy Rucker, Edward Fredkin und Stephen Wolfram sowie Konrad Zuse sind, postuliert, dass das Universum als ein gigantischer Turing-vollst\u00e4ndiger zel\u00adlul\u00e4rer Automat verstanden bzw. beschrieben werden kann. Dies ist unter ver\u00adschiedenen theoretischen Gesichtspunkten schwerlich haltbar, Fredkins Ansatz (vgl. Fredkin 1992) f\u00fchrt zu Widerspr\u00fcchen gegen\u00fcber Einsteins allgemeiner Re\u00adlativit\u00e4tstheorie, die eine rein analoge Theorie ist, und Wolframs Ansatz ben\u00f6tigt sogenannte \u201eweird universes\u201c (vgl. Wolfram 2002, Kap. 9). Dies soll hier aber nicht weiter ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Diskussion transhumanistischer Ans\u00e4tze ist insbesondere eine infor\u00admationstheoretische Betrachtung interessant, da sie tats\u00e4chlich mit Digitalem aus\u00adkommt und schon dort zu Widerspr\u00fcchen f\u00fchrt. Im R\u00fcckgriff auf die Hermeneutik Heideggers kritisierte Hubert Dreyfus in \u201eCybernetics as the Last State of Meta\u00adphysics\u201c bereits 1968 Marvin Minskys Statement \u201eThere is no reason to suppose machines have any limitations not shared by men\u201c, indem er auf einen infiniten Regress bzw. einen circulus vitiosus hinwies (vgl. Dreyfus 1968; Kaehr 1980). Dreyfus\u2019 Argumentationsgang kann wie folgt nachgezeichnet werden:<\/p>\n<p>Nehmen wir an, dass unsere Welt aus einer indefiniten Mannigfaltigkeit von Informationseinheiten \u2013 also Bits \u2013 besteht, dann m\u00fcssen auch Entscheidungen bzw. Kontexte anerkannt werden, die angeben, welche Informationen, welche Bits f\u00fcr bestimmte Berechnungen wichtig sind und welche nicht. Wird dies akzeptiert, dann besteht die Welt eben nicht mehr homogen nur aus Informationen, sondern auch aus Kontexten von Informationen. Dies steht im Widerspruch zur Ausgang\u00adsannahme. Wird jedoch nun der Kontext selbst zur Information erkl\u00e4rt, so entsteht der Zirkelbezug, dass alles, was eine Information bestimmen soll, selbst wieder Information ist. Dies ist aber das Problem des Verh\u00e4ltnisses von Information und Bedeutung. Nach dem klassischen Paradigma wird nun Bedeutung auf Informa\u00adtion reduziert, wodurch eine Binnenstruktur der Kontexte in sich zusammen f\u00e4llt. Wiederum Kaehr wies deutlich darauf hin, dass jedoch \u201edas transklassische Para\u00addigma \u2026 auf der Irreduzibilit\u00e4t von Information und Bedeutung besteht.\u201c (Kaehr 1989) D.h. es gibt eine nichtklassische Forderung der Aufrechterhaltung der Kon\u00adtexte, wonach das Eine nicht auf das Andere zur\u00fcckf\u00fchrbar ist. Soweit zum Ver\u00adh\u00e4ltnis von Transklassik und Digitalismus (vgl. Paul 2013b).<\/p>\n<p>Denkfalle Ortsinvarianz der Identit\u00e4t der Person: Diese dritte Denkfalle steht in mittelbarem Zusammenhang mit der zweiten und in unmittelbarem mit der ers\u00adten Denkfalle, mit der Frage nach Identit\u00e4t und Materialit\u00e4t des Menschen, sie kann jedoch separat diskutiert und verstanden werden. Im obigen Statement von Bostrom wird implizit ohne jedes Nachfragen angenommen, dass die Identit\u00e4t einer Person unabh\u00e4ngig von ihrem Ort in der Raumzeit sei. Denn eine \u00dcbertra\u00adgung, ein Upload des Selbst vom biologischen K\u00f6rper auf einen Siliziumcomputer bedeutet ja auch einen Ortswechsel. Nun ist Ort, \u00d6rtlichkeit etwas, das im line\u00adaren Denken nur allzu leicht vernachl\u00e4ssigt wird, da gerade in der Physik recht h\u00e4ufig mit Ortsinvarianzen gerechnet wird. Und im Bereich der Computer ist es eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, denn dem in Software gefassten Code ist es \u201eegal\u201c, auf welcher Hardware er abl\u00e4uft. Verstehen wir ohne R\u00fcckgriff auf einen Dua\u00adlismus die Identit\u00e4t einer Person als Eigenschaft oder Resultat der Physiologie eines bestimmten biologischen K\u00f6rpers, dann ist es aber nicht selbstverst\u00e4ndlich, davon zu abstrahieren. Diverse Untersuchungen haben gezeigt, dass ganz generell Individualit\u00e4t und damit Prozessidentit\u00e4t von Lebewesen bis \u201ehinunter\u201c auf die physiologische Ebene reicht (vgl. Williams 1979).<\/p>\n<p>Argumentationshilfen dazu k\u00f6nnten interessanterweise nicht nur aus der Bio\u00adlogie, sondern auch aus der hardwarenahen Informatik selbst kommen. Vor ei\u00adniger Zeit stellte sich heraus, dass der von Leon Chua bereits 1971 geforderte vierte passive elektronische Baustein, der sog. Memristor (Chua 1971), technisch realisierbar ist. Der Memristor kann als geschichtsabh\u00e4ngiger elektrischer Wider\u00adstand verstanden werden, er \u201eerinnert\u201c sich an den Strom, der zuletzt durch ihn geflossen ist. Entwickler von Hewlett Packard sprechen nun zwar davon, dass bislang \u201eLernen\u201c nur \u00fcber Software simulierbar war, es aber mit dem Memristor m\u00f6glich sein soll, dass nun die Hardware selbst lernt. Dass damit aber ein Problem der Lokalisierung innerhalb der Hardware auftaucht, wurde noch nicht erkannt.<\/p>\n<p>Jedoch wies Kaehr darauf hin, dass die \u201eMaterialit\u00e4t des Lernens\u201c ihre eigene Raum-Zeit-Struktur impliziere. Denn jedes Verhaltensmuster wie z.B. eine logi\u00adsche Operation in einem solchen System ist dann auch gekennzeichnet durch den Platz im System, den es einnimmt. Insofern sind die strukturellen Gesetze durch die \u201ememristive Materie\u201c gegeben und nicht etwa durch ein Programm eines the\u00adoretischen formalen Systems \u201evon au\u00dfen\u201c (vgl. Kaehr 2010b, S. 6).<\/p>\n<p>Nach der Betrachtung der vorderh\u00e4ndigen Problemstellungen und Denkfal\u00adlen ist nun zur\u00fcckzukommen auf das Beschreibungsproblem und damit auf die etablierte Einschreibungsweise, so wie sie in der westlichen Schriftkultur entwi\u00adckelt wurde. In diesem Zusammenhang zwar implizit, aber noch nicht explizit in der Argumentation aufgetaucht ist das zentrale Problem der Selbstreferenz und ihrer formalen Beschreibung. Es wurde gesagt, dass die basale Unterscheidung zwischen Designierendem und Designat, zwischen Signifikant und Signifikat qua Struktur in die Heteroreferenz und dar\u00fcber hinaus in die Hierarchie der Se\u00adquenz, der Linie f\u00fchrt. Es erschlie\u00dft sich unmittelbar, dass heteroreferentiell ope\u00adrierende Systeme\/Kalk\u00fcle zu einer formal korrekten Behandlung von Selbstre\u00adferenz nicht geeignet sind. Damit ist selbst die klassische Logik hinf\u00e4llig. Zur Rechtfertigung dieser Fragestellung gibt es eine ganze Reihe von Indizien aus verschiedensten Wissenschaften (vgl. Paul 2013c, S. 379ff). Stellvertretend sei hier der theoretische Physiker Walter M. Elsasser genannt, der speziell auf das bislang nicht behandelbare wissenschaftslogische Problem der formalen Unter\u00adscheidbarkeit von Gleichheit und Selbigkeit \u2013 das Problem von Ort und Identit\u00e4t in anderem sprachlichen Gewand \u2013 in der Biologie in seinem Aufsatz <em>A Form of Logic Suited for Biology<\/em> hinwies (vgl. Elsasser 1981). Zu L\u00f6sungsans\u00e4tzen lohnt eine Besch\u00e4ftigung mit den umfangreichen Werken der Philosophen und Lo\u00adgiker Gotthard G\u00fcnther und Rudolf Kaehr zum Thema Polykontexturalit\u00e4t, die sich allerdings einer detaillierten Behandlung in nur einem Aufsatz erfolgreich widersetzen.<\/p>\n<p>Aus der neueren franz\u00f6sischen Philosophie ist es neben dem \u201ewilden Denker\u201c Deleuze vor allem Jacques Derrida, der mit einer ganz eigenen Sicht zu Serialit\u00e4t und Linie und ihrem Verh\u00e4ltnis zur Erkenntnis aufwartet und weitere Hinweise auf eine Strategie des Vorgehens auch zum Problem des Transhumanismus er\u00adlaubt: \u201eDas r\u00e4tselhafte Modell der Linie ist also gerade das, was die Philosophie, als sie ihren Blick auf das Innere ihrer eigenen Geschichte gerichtet hielt, nicht se\u00adhen konnte. Diese Nacht hellt sich in dem Augenblick ein wenig auf, wo die Line\u00adarit\u00e4t \u2013 die nicht der Verlust noch die Abwesenheit, sondern die Verdr\u00e4ngung des mehrdimensionalen symbolischen Denkens ist \u2013 ihre Unterdr\u00fcckung lockert, weil sie allm\u00e4hlich die lange Zeit von ihr beg\u00fcnstigte technische und wissenschaftliche \u00d6konomie zu sterilisieren beginnt\u201c (Derrida 1974, S. 153).<\/p>\n<p>Das Gegenteil von Sterilit\u00e4t ist Fruchtbarkeit, das von Verdr\u00e4ngung Entber\u00adgung. Es geht also, folgen wir Derrida, um nicht mehr und nicht weniger als die Emanzipation von Wissen und Wissenschaft. W\u00e4re das ein Weg zu einem Tran\u00adshumanismus? Wie k\u00f6nnen wir dorthin gelangen?<\/p>\n<p>Auf einen m\u00f6glichen Zugang weist uns schon Ernst Cassirer hin: \u201eWas die Losl\u00f6sung des theoretischen Denkens von dem Untergrund des mythischen Be\u00adwusstseins erschwert\u2026, ist die Abh\u00e4ngigkeit, in der es sich von der Sprache be\u00adfindet\u2026 Seine volle Autonomie erlangt das theoretische Denken erst dann, wenn es sich entschlie\u00dft, den letzten Schritt zu tun; wenn es sich in den Symbolen der Mathematik statt der \u201anat\u00fcrlichen\u2018 Sprache eine \u201ak\u00fcnstliche\u2018 Sprache erschafft. Die nat\u00fcrliche Sprache bleibt immer wie mit unsichtbaren F\u00e4den mit der mythi\u00adschen Denk- und Vorstellungsart verkn\u00fcpft\u201c (Cassirer 1939, S. 88).<\/p>\n<p>Cassirer macht hier auch \u00fcberdeutlich, dass es mit der Konstruktion einer Kunstsprache nicht um eine Entdeckung oder einen Existenzbeweis geht, sondern vielmehr um eine Willensentscheidung, um ein Entschlie\u00dfen, wenn man so will, um einen kreativen Akt. Die unmittelbare Assoziation hierzu ist die Leibniz\u2019sche Konzeption einer <em>characteristica universalis<\/em>. Aber schon Leibniz erkannte unter dem Einflu\u00df seiner Besch\u00e4ftigung mit der chinesischen Kultur, dass \u201eder Rechen\u00adformalismus nur die \u00e4u\u00dfere Seite einer viel tiefer gehenden Weltauslegung ist\u201c (Holz 1997, S. 122). Als Analytiker von Format kommt Leibniz zu dem Schluss, dass \u201e\u00fcber das rein zerlegende Denken [\u2026] die Einsicht in den Zusammenhang ei\u00adner Lebensganzheit\u201c zu setzen ist, \u201edie allein mit den Mitteln der Analyse nicht zu erfassen ist. Dialektisch denken (wie wir heute sagen) hei\u00dft f\u00fcr ihn: die lebendige Ganzheit der Natur als Wirkungszusammenhang einsehen\u201c (Holz 2013, S. 32f).<\/p>\n<p>Zu den Erm\u00f6glichungsbedingungen der Beschreibung solcher Wirkungszu\u00adsammenh\u00e4nge geh\u00f6rt aber notwendig die Option des Neuen, die in den positiv\u00adsprachlichen Einschreibungsweisen der westlichen Schriftkultur aus ganz prin\u00adzipiellen Gr\u00fcnden nicht enthalten sein kann. Mit dem Mathematiker Engelbert Kronthaler (1986) ist zu sagen, dass in der technikorientierten westlichen Zivili\u00adsation \u201ehaupts\u00e4chlich nur ein Aspekt gesehen\u201c wird, der der \u201eWiederholung als Wiederkehr des ewig Gleichen\u201c, der Aspekt der Iteration. Jenseits davon gibt es aber noch einen zweiten oft vernachl\u00e4ssigten Aspekt, den der Akkretion oder der Wiederholung des Neuen, dessen erste Ans\u00e4tze in der zweiten Negation Hegels zu finden sind und die Gotthard G\u00fcnther zum Anlass nahm, daraus einen Forma\u00adlismus abzuheben.<\/p>\n<p>Mit der Referenz auf die Leibniz\u2019sche <em>characteristica universalis<\/em> und ihre Erm\u00f6glichungs-bedingungen ist parallel auch der Bogen zur\u00fcck ins Po\u00adlitische geschlagen, denn: \u201eDarin besteht heute in einer Welt, die \u00f6konomisch, verkehrstechnisch und weltpolitisch zu einer eng vernetzten Einheit zusammen\u00adgewachsen ist, die Aktualit\u00e4t des Leibnizschen Universalismus. Wir m\u00fcssen ler\u00adnen, aus verschiedenen Urspr\u00fcngen gewachsene Kulturen ineinander \u00fcbersetzbar \u2013 oder genauer: aufeinander abbildbar \u2013 zu machen, gerade auch dann, wenn wir sie in ihrer Besonderheit nicht nivellieren, sondern ihre Vielfalt als den geistigen Reichtum unserer Welt erhalten wollen\u201c (Holz 1997, S. 122).<\/p>\n<p>Der Beginn einer planetaren Zivilisation \u2013 mit anderen Worten der Geschichte der Menschheit als eines Ganzen \u2013 fiele also mit dem ersten Abschluss der Kon\u00adstruktion einer Kunstsprache zusammen, die nicht ausschlie\u00dflich dem hierarchi\u00adschen Gesetz der Serie verpflichtet ist. Denn dieses reicht, wie schon gezeigt, strukturell nicht aus. Und diese Sprache sollte in der Lage sein, strenges Denken, wie es Heidegger nennt, gleichzeitig exaktes Denken sein zu lassen. Bislang ken\u00adnen wir nur das exakte Denken der Mathematik und der Naturwissenschaften, das jedoch nicht streng ist, im Gegensatz zu philosophischem Denken, das aber, wie Gotthard G\u00fcnther es ausdr\u00fcckt, zu fr\u00fch von der Exaktheit dispensiert (vgl. G\u00fcn\u00adther 1978, S. 170).<\/p>\n<p>Die Konstruktion einer solchen Kunstsprache setzt jedoch als Basis ein Vor\u00addringen mit dem Tastsinn des Geistes in den Raum des Nicht- oder Vorsprachli\u00adchen voraus, in jene R\u00e4ume, in denen Sprache verstummt. Hierzu bedarf es des Auslotens von M\u00f6glichkeitsr\u00e4umen. Dies leisten nach Kenntnis des Verfassers bislang nur die G\u00fcnther\/Kaehr\u2019schen Konzeptionen von Polykontexturalit\u00e4t, Kenogrammatik und Negativsprache (vgl. G\u00fcnther 1973, 1979; Kaehr 2001), als konkludente Fortsetzung des Leibniz\u2019schen Vorhabens und als notwendige Be\u00addingung f\u00fcr eine \u2013 diesmal konstruktive \u2013 Inangriffnahme des Projekts Transhu\u00admanismus.<\/p>\n<p>*****<\/p>\n<p>Hier noch ein Link zu einem weiteren Beitrag aus dem Jahrbuch f\u00fcr P\u00e4dagogik 2014 &#8211; Transhumanismus:<br \/>\n<a title=\"H.-J. Krysmanski's Beitrag zum Jahrbuch 2014\" href=\"http:\/\/www.uni-muenster.de\/PeaCon\/histomat\/Krysmanski_Transhumanismus_MS.pdf\" target=\"_blank\">Hans-J\u00fcrgen Krysmanski &#8211; Der ganz allt\u00e4gliche Transhumanismus<\/a><\/p>\n<h4>Literatur<\/h4>\n<p>Alsberg, Paul: Der Ausbruch aus dem Gef\u00e4ngnis. Zu den Entstehungsbedingungen des Menschen. In: Das Menschheitsr\u00e4tsel. (1922) Bearb. Neuaufl., hrsg. von Dieter Claes\u00adsens, Gie\u00dfen 1979.<\/p>\n<p>Bense, Max: Kybernetik oder Die Metatechnik einer Maschine. (1951) In: Pias, Claus, et al.: Kursbuch Medienkultur, Stuttgart 1999, S. 472-484.<\/p>\n<p>Bostrom, Nick; David Pearce: Interview von Andr\u00e9s Lome\u00f1a, 2007, <a href=\"http:\/\/www.hedweb.com\/transhumanism\/deutsche.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.hedweb.com\/transhumanism\/deutsche.html<\/a>.<\/p>\n<p>Cassirer, Ernst: Axel H\u00e4gerstr\u00f6m. Eine Studie zur schwedischen Philosophie der Gegen\u00adwart, G\u00f6teborgs H\u00f6gskolas \u00c5rsskrift XLV (1939) 1.<\/p>\n<p>Chua, Leon O.: Memristor \u2013 The Missing Circuit Element; IEEE Transactions on Circuit Theory, Vol. ct-18 (1971) 5, S. 507-519; <a href=\"http:\/\/ieee-ghn.org\/wiki\/images\/b\/bd\/Memris\u00adtor_chua_article.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/ieee-ghn.org\/wiki\/images\/b\/bd\/Memris\u00adtor_chua_article.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Derrida, Jacques: Grammatologie. Frankfurt a. M., 1974.<\/p>\n<p>Elsasser, Walter M.: A Form of Logic Suited for Biology. In: Progress in Theoretical Bio\u00adlogy, Ed. Rosen, Robert; Vol 6 (1981), S. 23-62, <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/elsasser\/we_logic-biol.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/elsasser\/we_logic-biol.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Flusser, Vil\u00e9m: Die Informationsgesellschaft, Phantom oder Realit\u00e4t? Vortrag auf der Cul\u00adTec, Essen, 23.11.1991, K\u00f6ln 1999, timecode 00:40:00ff.<\/p>\n<p>Fredkin, Edward: Finite Nature. Proceedings of the XXVIIth Rencotre de Moriond (1992).<\/p>\n<p>Gehlen, Arnold: Der Mensch. Seine Natur und seine Stellung in der Welt. Berlin 1940.<\/p>\n<p>G\u00fcnther, Gotthard: \u201aLife as Poly-Contexturality\u2018, in: H. Fahrenbach (Hrsg): Wirklichkeit und Reflexion, Festschrift f\u00fcr Walter Schulz. Pfullingen 1973, S. 187-210. Abgedruckt in: G\u00fcnther, Gotthard; Beitr\u00e4ge zur Grundlegung einer operationsf\u00e4higen Dialektik, Bd. 2, Hamburg 1979, S. 283-306, <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/gg-%20philosophy\/gg_life_as_polycontexturality.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/gg- philosophy\/gg_life_as_polycontexturality.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>G\u00fcnther, Gotthard: Idee und Grundri\u00df einer nicht-Aristotelischen Logik, 2. Aufl. Meiner, Hamburg 1978.<\/p>\n<p>G\u00fcnther, Gotthard: Identit\u00e4t, Gegenidentit\u00e4t und Negativsprache, Vortrag, Int. Hegel-Kon\u00adgress, Belgrad 1979, Hegeljahrb\u00fccher 1979, S.. 22-88, <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/gg-philosophy\/gunther_identitaet.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/gg-philosophy\/gunther_identitaet.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Holz, Hans-Heinz: Characteristica universalis und Yijing in metaphysischer Perspektive. In: Wenchao Li &amp; Hans Poser (Hrsg.): Das Neueste \u00fcber China: G.W. Leibnizens No\u00advissima Sinica von 1697; Int. Symp, Berlin, 4.-7.10.1997, S. 105-124.<\/p>\n<p>Holz, Hans-Heinz: Leibniz. Das Lebenswerk eines Universalgelehrten. Hrsg. von J\u00f6rg Zimmer, Darmstadt 2013.<\/p>\n<p>Kaehr, Rudolf: Neue Tendenzen in der KI-Forschung. Metakritische Untersuchungen \u00fcber den Stellenwert der Logik in der neueren K\u00fcnstlichen-Intelligenz-Forschung, Stiftung Warentest, 1980, online: <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/rk_meta.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/rk_meta.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Kaehr, Rudolf: SUFI\u2019S DRAI: Wozu Diskontexturalit\u00e4ten in der AI? \u00d6GAI-Journal (Ta\u00adgung der \u00d6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz) Bd. 8, Wien 1989, S. 31-38, <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/sufi\/sufi.htm\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/sufi\/sufi.htm<\/a>.<\/p>\n<p>Kaehr, Rudolf: Skizze eines Gewebes rechnender R\u00e4ume in denkender Leere. Glasgow 2001, <a href=\"http:\/\/www.thinkartlab.com\/pkl\/media\/SKIZZE-0.9.5-Prop-book.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.thinkartlab.com\/pkl\/media\/SKIZZE-0.9.5-Prop-book.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Kaehr, Rudolf: Memristik. Zur Technologie des Posthumanen? Ank\u00fcndigungstext zur Keynote auf der Tagung der HfG Karlsruhe \u201eWas wird Denken hei\u00dfen?\u201c \u2013 Kognition und Psyche im Posthumanen Zeitalter,16.-18.07.2010 (a), <a href=\"http:\/\/www.hfg-karlsruhe.de\/Memristik\" target=\"_blank\">http:\/\/www.hfg-karlsruhe.de\/Memristik<\/a>.<\/p>\n<p>Kaehr, Rudolf: Memristics: Why memristors won\u2019t change anything. Remarks to Todd Hoff\u2019s \u201eHow will memristors change everything?\u201c Glasgow 2010 (b); <a href=\"http:\/\/memris\u00adtors.memristics.com\/Why-Not\/Why-Not.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/memris\u00adtors.memristics.com\/Why-Not\/Why-Not.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>Kronthaler, Engelbert: Grundlegung einer Mathematik der Qualit\u00e4ten \u2013 Zahl, Zeichen, Spur, Tao. Bern, New York 1986.<\/p>\n<p>Nancy, Jean-Luc: Destruktion als Erinnerung oder Struktion der Techn\u00e9, Vortrag am Bo\u00adchumer Kolloquium Medienwissenschaften, 08.12.2008, <a href=\"http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/bkm\/archivseiten\/12_nancy.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.ruhr-uni-bochum.de\/bkm\/archivseiten\/12_nancy.html<\/a>, Video timecode 01:15:00ff.<\/p>\n<p>Nancy, Jean-Luc: Von der Struktion. In: Erich H\u00f6rl (Hrsg.), Die technologische Bedin\u00adgung: Beitr\u00e4ge zur Beschreibung der technischen Welt. Berlin 2011.<\/p>\n<p>Paul, Joachim: Medienphilosophie \u2013 ein interdisziplin\u00e4res Thema? (2005) In: ders., <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?page_id=1019\" target=\"_blank\">TRANS \u2013 Reflexionen \u00fcber Menschen, Medien, Netze und Maschinen<\/a>. Berlin 2013 (a), S. 120-139.<\/p>\n<p>Paul, Joachim: Zug\u00e4nge \u2013 oder: Das Wir und unsere Technik. In: ders., <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?page_id=1019\" target=\"_blank\">TRANS \u2013 Reflexi\u00adonen \u00fcber Menschen, Medien, Netze und Maschinen<\/a>. Berlin 2013 (b), S. 16-38.<\/p>\n<p>Paul, Joachim: Denken denken. In: ders., <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?page_id=1019\" target=\"_blank\">TRANS \u2013 Reflexionen \u00fcber Menschen, Medien, Netze und Maschinen<\/a>. Berlin 2013 (c), S. 225-391.<\/p>\n<p>Toulmin, Stephen E.: Kosmopolis, Die unerkannten Aufgaben der Moderne; Frankfurt 1994.<\/p>\n<p>Williams, Roger J.: Biochemical Individuality; Univ. of Texas Press 1979, Neuauflage 1998.<\/p>\n<p>Wolfram, Stephen: A New Kind of Science. UK 2002.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es folgt der gesamte Beitrag &#8211; vorab die bibliographischen Daten plus Bezugsquelle des Buches Rethinking Leibniz \u2013 Transhumanismus in der Dekonstruktion in: Kluge, Sven; Lohmann, Ingrid; Steffens, Gerd (Red.) \u2013 Jahrbuch f\u00fcr P\u00e4dagogik 2014 \u2013\u00a0Menschenverbesserung \u2013 Transhumanismus, Jahrbuch f\u00fcr P\u00e4dagogik (Band 29), Verlag Peter Lang, Frankfurt a.M., Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2014. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,60,1,4],"tags":[332,335,333,99,334],"class_list":["post-1024","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-philosophie","category-politik","category-wissenschaft","tag-dekonstruktion","tag-komplexitaet","tag-polykontexturalitaet","tag-transhumanismus","tag-universalsprache"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1024"}],"version-history":[{"count":16,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1024\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1043,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1024\/revisions\/1043"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}