{"id":1342,"date":"2016-04-30T22:57:01","date_gmt":"2016-04-30T20:57:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=1342"},"modified":"2016-05-10T16:57:25","modified_gmt":"2016-05-10T14:57:25","slug":"top-1-21-04-2016-lt-nrw-aktuelle-stunde-wirtschaftswachstum-in-nrw-1-und-2-rede","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/1342\/top-1-21-04-2016-lt-nrw-aktuelle-stunde-wirtschaftswachstum-in-nrw-1-und-2-rede\/","title":{"rendered":"TOP 1, 21.04.2016 &#8211; LT NRW &#8211; Aktuelle Stunde &#8211; Wirtschaftswachstum in NRW, 1. und 2. Rede"},"content":{"rendered":"<p>Meine erste Rede zu TOP 1 am Donnerstag, den 21. April 2016 zur Aktuellen Stunde &#8211; Schwache Wirtschaft in den NRW-Regionen, Einbruch der Industrieproduktion, Nullwachstum, Wirtschaftskrise &#8211; Sprach- und strategielose Landesregierung gef\u00e4hrdet Zukunft des Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6hY5zs8VgOc\" width=\"445\" height=\"250\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><!--more-->Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktion der FDP<br \/>\nDrucksache 16\/11754<\/p>\n<p>in Verbindung damit<br \/>\nWirtschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen. Rot-Gr\u00fcn muss Alarmsignale endlich zur Kenntnis nehmen und in der Wirtschaftspolitik grundlegend umsteuern<\/p>\n<p>Aktuelle Stunde auf Antrag der Fraktion der CDU<br \/>\nDrucksache 16\/11755<\/p>\n<p>Pr\u00e4sidentin Carina G\u00f6decke: Vielen Dank, Herr Kollege Sundermann. \u2013 F\u00fcr die Fraktion der Piraten spricht jetzt Herr Dr. Paul.<\/p>\n<p>Dr. Joachim Paul (PIRATEN): Verehrte Frau Pr\u00e4sidentin! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Liebe Zuschauer! Ich muss schon sagen, Herr Laschet, Herr Lindner: Das war wirklich beein-druckend \u2013 ich glaube, bei Kraftfahrzeugen nennt man das Spurtreue \u2013, wie Sie v\u00f6llig strin-gent in Ihrer Argumentation der wirtschaftspolitischen \u201eGes\u00e4\u00dfgeografie\u201c des 19. Jahrhunderts folgen. Gratuliere. Vielen Dank.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN \u2013 Zurufe von der CDU: Oh! Oh!)<\/p>\n<p>Und das im Informationszeitalter! Das kann man machen. Wohin das allerdings f\u00fchrt, dar\u00fcber m\u00f6chte ich nicht spekulieren.<\/p>\n<p>(Zuruf von der CDU: Das sind die Linken! \u2013 Unruhe)<\/p>\n<p>\u2013 Ja, das mit den Linken sind diese klassischen Schemata. Sie beweisen das ja gerade wie-der: Lineardenken.<\/p>\n<p>Landtag 21.04.2016<\/p>\n<p>Nordrhein-Westfalen 12 Vorl\u00e4ufiges Plenarprotokoll 16\/111<\/p>\n<p>Von der Rednerin\/vom Redner nicht autorisiert &#8211; Nur zur Vorabinformation bestimmt<\/p>\n<p>N i c h t z i t i e r f \u00e4 h i g !<\/p>\n<p>Alle alten Strukturen der Industriegesellschaft sind daran zu zerfallen. Und ihre Kadaver ver-pesten die Luft.\u201c<\/p>\n<p>(Zuruf von der CDU: Oh! Oh! \u2013 Weitere Zurufe von der FDP)<\/p>\n<p>Diesen Satz sagte der Medienphilosoph Vil\u00e9m Flusser 1991 auf der CULTEC-Tagung in Es-sen.<\/p>\n<p>(Zurufe von der CDU und der FDP)<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund m\u00fcssen wir den dieses Land beutelnden Strukturwandel nicht als Entschuldigung, sondern auch als Chance begreifen. Da ich hier als Opposition mein Geld verdiene, kann ich die Landesregierung nat\u00fcrlich nicht loben. Ich bin mir allerdings relativ sicher, sie h\u00e4tte mehr getan, wenn mehr Kohle zur Verf\u00fcgung gestanden h\u00e4tte.<\/p>\n<p>(Heiterkeit von der CDU)<\/p>\n<p>Es stellt sich nat\u00fcrlich die Frage, woran das liegt.<\/p>\n<p>(Zurufe von der CDU)<\/p>\n<p>Auf jeden Fall sind wir in Nordrhein-Westfalen im Krisenmodus angekommen. Es steigt auch so ein bisschen die Panik. Alle wissen: Eine mausgraue Wirtschaftspolitik f\u00e4llt nicht auf, so-lange die Konjunktur l\u00e4uft. Aber sp\u00e4testens jetzt wird allen klar: Der Landesregierung gebricht es an Ideen und Gestaltungswillen, wie eine effektive Wirtschaftspolitik aussehen k\u00f6nnte, die tats\u00e4chlich allen Menschen in unserem Land zugutekommt.<\/p>\n<p>Was wir also brauchen, ist eine ehrliche Analyse. Der Krisenmodus ist allerdings kein guter Ratgeber f\u00fcr ehrliche Analysen. Zu diesem Fazit muss man auch kommen, wenn man sich die Erkl\u00e4rungsversuche der Landesregierung anschaut, warum Nordrhein-Westfalen wirt-schaftlich stagniert. Da werden alle m\u00f6glichen Interpretationen angeboten, und die Landes-regierung h\u00e4tte damit nichts zu tun. Doch, sie hat etwas damit zu tun. Denn auch mit dem Geld, das zur Verf\u00fcgung steht, kann man die Weichen richtig stellen.<\/p>\n<p>Letzte Woche waren die Stahlarbeiter in Duisburg auf der Stra\u00dfe, um f\u00fcr den Erhalt ihrer Arbeitspl\u00e4tze zu demonstrieren. Das ist absolut legitim und nachvollziehbar. Aber dass sie das tun, liegt auch daran, dass bis heute keine ausreichenden wirtschaftlichen Alternativen vorliegen. Daran ist die Landesregierung nicht ganz unschuldig.<\/p>\n<p>Die Landesregierung muss diesbez\u00fcglich endlich raus aus der comfort zone. Sie muss dahin, wo es wehtut. Dazu geh\u00f6ren die schmerzhaften Einsichten: Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes in Nordrhein-Westfalen liegt unter dem Bundesdurchschnitt. Nordrhein-Westfalen ist also nicht mehr das Herzland der Industrie. Das muss man einmal auf sich wirken lassen. Ich glaube nicht, dass die meisten das hier nachvollzogen haben.<\/p>\n<p>Bei der Energiewende gibt man sich immer noch mit den Illusionen ab, der Braunkohleabbau h\u00e4tte noch eine gewisse Zukunft vor sich. Dabei wissen wir alle doch l\u00e4ngst, dass der Ausstieg schneller kommt, ja schneller kommen muss, als manchem lieb ist. Statt den B\u00fcrgern die unsch\u00f6ne Wahrheit zu sagen, ihnen reinen Wein einzuschenken, wird einfach weitergemacht. Aber die Zeiten \u00e4ndern sich.<\/p>\n<p>Landtag 21.04.2016<\/p>\n<p>Nordrhein-Westfalen 13 Vorl\u00e4ufiges Plenarprotokoll 16\/111<\/p>\n<p>Von der Rednerin\/vom Redner nicht autorisiert &#8211; Nur zur Vorabinformation bestimmt<\/p>\n<p>N i c h t z i t i e r f \u00e4 h i g !<\/p>\n<p>Es geht auch um Vertrauen. Welches Vertrauen sollen die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger in die Gestaltungsf\u00e4higkeit der Politik haben, wenn schon der alte Strukturwandel zu Massenar-beitslosigkeit gef\u00fchrt hat? Mit diesem Ergebnis wirbt man nicht f\u00fcr den neuen Strukturwandel und das damit Anpacken, wie Herr Laschet das so sch\u00f6n mit seinem \u201eMondfahrtprogramm\u201c gerade gesagt hat. Ich hatte einiges vergessen. Die Geschichtsvorlesung war schon beein-druckend.<\/p>\n<p>(Heiterkeit von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Man braucht Vertrauen. Dieses Vertrauen muss erst wieder erarbeitet werden. Das hat die Landesregierung zurzeit nicht. Das muss man einfach konstatieren, wenn man mit den Men-schen drau\u00dfen spricht.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndungsquote von Start-ups in Nordrhein-Westfalen ist unterdurchschnittlich. Das ist auch ein St\u00fcck weit in der Verantwortung der Landesregierung. Die Leute wollen wissen, wie es weitergeht. Was gilt es zu tun? Brauchen wir etwa mehr angebotsorientierte Wirtschafts-politik? M\u00fcssen der Umweltschutz zur\u00fcckgeschraubt, Standards gesenkt und Unternehmen entlastet werden, damit es in Nordrhein-Westfalen wieder gut geht?<\/p>\n<p>(Zuruf von der FDP: Genau!)<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte von Ihnen einmal eine Rechnung haben. Rechnen wir einmal das Tariftreueverga-begesetz in Wirtschaftswachstumspunkte um. Die Rechnung will ich von Ihnen sehen.<\/p>\n<p>(Zurufe)<\/p>\n<p>Das ist Klein-Klein aus dem 19. Jahrhundert, was ihr da macht. Das ist auch nicht zukunfts-f\u00e4hig. Das geht v\u00f6llig an der Realit\u00e4t vorbei.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Wir haben zurzeit gute Rahmenbedingungen. Die Zinsen sind niedrig, der \u00d6lpreis auch. Wo-ran es mangelt, sind Investitionen und nicht zuletzt \u00f6ffentliche. Zu diesem Ergebnis kommen auch unter anderem die OECD und das Bundeswirtschaftsministerium. Es war ein Fehler der letzten zwei Jahrzehnte, von der Substanz zu leben und den Fokus allein auf die Staatsver-schuldung zu richten, statt die kaputtgehende Infrastruktur als Schulden f\u00fcr die n\u00e4chsten Ge-nerationen nicht mit in die Rechnung einzubeziehen. An dieser Rechnung ist Schwarz-Gelb nicht unbeteiligt.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN \u2013 Zuruf von der FDP)<\/p>\n<p>Es gibt viele Beispiele f\u00fcr volkswirtschaftliche lohnende Investitionen; Herr Sundermann hat es in seiner Rede kurz angerissen, die Bildung zum Beispiel. Nicht zuletzt Schulen, auch berufsbildende Schulen sowie Hochschulen sind fit f\u00fcr die Informationsrevolution zu machen.<\/p>\n<p>Aber auch eine wirkliche Investitionsoffensive in Glasfasernetze bringt das Land voran. Da die gef\u00f6rderten Netze in kommunaler Hand verbleiben, k\u00f6nnen sie verpachtet werden und w\u00fcrden in der Zukunft Einnahmen abwerfen. So geht vorausschauende Wirtschaftspolitik.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Landtag 21.04.2016<\/p>\n<p>Nordrhein-Westfalen 14 Vorl\u00e4ufiges Plenarprotokoll 16\/111<\/p>\n<p>Von der Rednerin\/vom Redner nicht autorisiert &#8211; Nur zur Vorabinformation bestimmt<\/p>\n<p>N i c h t z i t i e r f \u00e4 h i g !<\/p>\n<p>Die Kommunen leiden jetzt, weil sie Anteile an STEAG und RWE und den \u00fcberholten Kohle-gesch\u00e4ften \u00fcbernommen haben, die inzwischen kaum mehr Dividenden abwerfen. Das ist nat\u00fcrlich ein Problem.<\/p>\n<p>(Michele Marsching [PIRATEN]: Gar keine mehr!)<\/p>\n<p>\u2013 Gar keine mehr? Oh! Damit verringert sich nat\u00fcrlich auch der kommunale Spielraum f\u00fcr Zukunftsinvestitionen. Statt aber vorauszuschauen und die Energiewende ernst zu nehmen, wird hier von, ich glaube, fast vier Fraktionen wieder in den alten Strukturen des 19. Jahrhun-derts gedacht. Und das wird katastrophale Folgen zeitigen.<\/p>\n<p>(Zuruf von der CDU: Des 18. Jahrhunderts!)<\/p>\n<p>De facto ist das Land immer noch auf der Suche nach Alternativen zu Kohle und Stahl. Was wir brauchen, sind ein paar kr\u00e4ftige und zugf\u00e4hige Zukunftsvisionen. Warum eigentlich wird der Tesla nicht in Nordrhein-Westfalen gebaut?<\/p>\n<p>(Zuruf von Dr. Stefan Berger [CDU])<\/p>\n<p>Das Land und die Menschen haben ein irrsinniges Potenzial. Ich werde in meinem zweiten Beitrag nachher noch etwas dazu ausf\u00fchren. Schlie\u00dflich soll man am Ende immer konstruktiv sein. \u2013 Zun\u00e4chst vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Pr\u00e4sidentin Carina G\u00f6decke: Vielen Dank, Herr Dr. Paul. \u2013 F\u00fcr B\u00fcndnis 90\/Die Gr\u00fcnen spricht jetzt Herr Kollege Priggen.<\/p>\n<p>Die zweite Rede<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/oPBkDfxa6cM\" width=\"445\" height=\"250\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Vizepr\u00e4sident Eckhard Uhlenberg: Vielen Dank, Herr Kollege Priggen. \u2013 F\u00fcr die Piraten spricht Herr Dr. Paul.<\/p>\n<p>Dr. Joachim Paul (PIRATEN): Vielen Dank. \u2013 Verehrter Herr Pr\u00e4sident! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Jetzt ist wieder der Marxist dran. Buh!<\/p>\n<p>(Heiterkeit und Beifall von der SPD und den GR\u00dcNEN)<\/p>\n<p>Wer wissen will \u2013 einmal ganz kurz in eigener Sache \u2013, wo ich ideologisch stehe, der muss bei Vil\u00e9m Flusser oder Gotthard G\u00fcnther nachlesen. Dann wird er feststellen: Da werden Marx wie auch liberale Gestalten ganz sauber abgehandelt. Die Realit\u00e4t und die Zukunft liegen jenseits von dem, was Marx erarbeitet hat und was die Liberalen aufgearbeitet haben. Schreibt euch das einmal hinter die Ohren!<\/p>\n<p>Offensichtlich habt ihr nicht mitgekriegt \u2013 obwohl Herr Laschet ja vorhin sehr eindrucksvoll die US-Raumfahrt geschildert hat \u2013, was in den USA auch wissenschaftspolitisch und ideologisch seit den 50er-Jahren im Hintergrund passiert ist.<\/p>\n<p>(Zurufe von der FDP)<\/p>\n<p>Das solltet ihr euch einmal hinter die Ohren schreiben.<\/p>\n<p>Mein alter Freund Michael Geoghegan ist Knowledge-Hunter \u2013 so etwas gibt es in Amiland \u2013, und zwar bei DuPont Chemical. Er hat neulich am Telefon herzlich gelacht, als ich ihm von Frau Freimuth erz\u00e4hlt habe, die der Meinung ist, dass die Gro\u00dfunternehmen zu den Feindbil-dern von Herrn Paul geh\u00f6ren. \u2013 So viel dazu.<\/p>\n<p>Ich hatte vorhin angek\u00fcndigt, ich wolle ein bisschen konstruktiv werden, und m\u00f6chte auf \u2026<\/p>\n<p>(Christof Rasche [FDP]: Alle f\u00fcnf Jahre einmal!)<\/p>\n<p>\u2013 Ach, Herr Rasche. Herr Rasche, im Gegensatz zu Ihnen war ich schon im Stahlwerk. Um Muckis zu bekommen, muss ich nicht in die Bude.<\/p>\n<p>Im letzten Sommer waren wir mit dem Hochschulausschuss zu einer ausw\u00e4rtigen Sitzung in J\u00fclich. Frau Ministerin Schulze war auch da. Wir hatten die Gelegenheit, ein l\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch mit dem aktuellen Chef von J\u00fclich, Herrn Prof. Marquardt, zu f\u00fchren \u2013 ein \u00fcberaus kluger Kopf. Gespr\u00e4che mit ihm sind absolut bereichernd. Vor dem Hintergrund der Schlie\u00dfung des letzten Batteriezellenwerks in Deutschland von Daimler entwickelte sich dort eine Diskussion, bei der Herr Marquardt geschildert hat, wie er sich in Zukunft Forschungs- und Wirtschaftsf\u00f6rderung vorstellt. J\u00fclich ist n\u00e4mlich im Bereich der Energiespeichertechnik und im Bereich der Computerspeichertechnik \u2013 Stichwort \u201eMemristor\u201c \u2013 weltweit ziemlich vorne dabei. Er sagt: Man muss, um Abwanderungen von solchen Hightechunternehmen zu verhindern \u2013 und das ist die Chance f\u00fcr unser Land \u2013, Forschungsf\u00f6rderung von der Grundlagenforschung bis zur fertigen Produktionsstra\u00dfe denken. Sonst geht das nicht.<\/p>\n<p>Ich gebe Ihnen ein anderes Beispiel aus dem Bereich Software. Wer glaubt, dass Siri \u2013 diese KI, die die bl\u00f6den Fragen beantwortet \u2013 eine Entwicklung von Apple ist, der irrt sich. Das ist mit US-amerikanischer staatlicher F\u00f6rderung entwickelt worden, und Apple hat es dann umgesetzt.<\/p>\n<p>Das sage ich nur einmal als Beispiel daf\u00fcr, wie man das macht, damit nicht dasselbe passiert, was die liberale Freundin Maggie Thatcher in ihrer Regierungszeit gemacht hat, die den einzigen europ\u00e4ischen Prozessorhersteller, Inmos in Aberdeen, zugrunde gerichtet hat, weil sie ihm die weitere F\u00f6rderung versagt hat. Er war damals beim Umsatz durch Prozessorverkauf weltweit an dritter Stelle und konnte nicht weitermachen. Wer sich jetzt einmal im Internet die Seite von Inmos anguckt, sieht: Die Leute haben f\u00fcr ihr Unternehmen gebrannt.<\/p>\n<p>(Christian Lindner [FDP]: Frau Thatcher ist keine Liberale, sondern Konservative!)<\/p>\n<p>\u2013 Ja. Die Art und Weise, wie sie Politik gemacht hat, ist letztlich kein gro\u00dfer Unterschied zu Ihren Vorschl\u00e4gen, Herr Lindner.<\/p>\n<p>(Christian Lindner [FDP]: Nein, \u00fcberhaupt nicht! \u2013 Weitere Zurufe)<\/p>\n<p>\u2013 Danke. Das machen wir dann gelegentlich mal beim Bier.<\/p>\n<p>(Christian Lindner [FDP]: Oberlehrer!)<\/p>\n<p>\u2013 Ja, ab und zu. \u2013 Ich m\u00f6chte an der Stelle noch einmal auf Folgendes hinweisen: Woher soll die Kohle denn kommen, wenn man bis zur fertigen Produktionsstra\u00dfe f\u00f6rdert? Ich sage jetzt noch einmal: Buh! Verm\u00f6gensteuer! Die Kohle f\u00fcr Investitionen fehlt ja hier im Land.<\/p>\n<p>(Ralf Witzel [FDP]: Nur kassieren k\u00f6nnen Sie!)<\/p>\n<p>Die Kohle fehlt hier.<\/p>\n<p>(Zurufe von der FDP)<\/p>\n<p>Wer sich einmal \u2013 das ist ja die \u00fcbliche, klassische neoliberale L\u00fcge und auch die FDP-L\u00fcge, eigentlich die Monsterl\u00fcge \u2013<\/p>\n<p>(Armin Laschet [CDU]: Monsterl\u00fcge?)<\/p>\n<p>die Verm\u00f6gensverteilung in Deutschland anguckt, muss ja konstatieren, dass das obere Dezil \u2013 also die 10 % Verm\u00f6gendsten \u2013 \u00fcber 60 % des Gesamtverm\u00f6gens verf\u00fcgt.<\/p>\n<p>(Zuruf von Christof Rasche [FDP])<\/p>\n<p>Dann kommt immer das Argument: Wenn man das besteuert, geht das aber an die Betriebsverm\u00f6gen. \u2013 Herr Lindner, wissen Sie, wie viel von diesen 60 % Betriebsverm\u00f6gen sind? 1 %! Ein einziges armseliges Prozent! Aber Sie kommen dann immer mit dem Argument: Der Oma wird ihr H\u00e4uschen weggenommen \u2013 oder sonst irgendwas.<\/p>\n<p>(Zuruf von Christian Lindner [FDP])<\/p>\n<p>Wir haben auch hier ein Internetministerium, ein digitales Ministerium, vorgeschlagen, um diese Dinge zu koordinieren, gerade was den Bereich der Innovationen angeht. Dem ist seitens der Landesregierung leider nicht Folge geleistet worden. Da w\u00fcrde ich mir noch ein bisschen mehr Anpacken w\u00fcnschen. Aber ich wei\u00df, dass wir daf\u00fcr letztlich Investitionen brauchen. Dann ist die Frage zu stellen, woher die Kohle kommen soll, Herr Duin. Da m\u00fcssen wir irgendwann auch einmal reinen Wein einschenken. So geht es nicht weiter. Sonst ist die Kohle bald komplett in Panama oder auf den Jungferninseln oder sonst wo. \u2013 Vielen Dank.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Vizepr\u00e4sident Eckhard Uhlenberg: Vielen Dank, Herr Dr. Paul. \u2013 Der Minister hat sich noch einmal gemeldet. Bitte sch\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine erste Rede zu TOP 1 am Donnerstag, den 21. April 2016 zur Aktuellen Stunde &#8211; Schwache Wirtschaft in den NRW-Regionen, Einbruch der Industrieproduktion, Nullwachstum, Wirtschaftskrise &#8211; Sprach- und strategielose Landesregierung gef\u00e4hrdet Zukunft des Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[299,375,231],"tags":[456,455,454,453],"class_list":["post-1342","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-piratenfraktion-nrw","category-plenarrede-landtag-nrw","category-wirtschaftspolitik","tag-aktuelle-stunde","tag-buh","tag-marxist","tag-wirtschaftswachstum"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1342","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1342"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1342\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1381,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1342\/revisions\/1381"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1342"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1342"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1342"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}