{"id":1722,"date":"2017-03-03T16:47:35","date_gmt":"2017-03-03T14:47:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=1722"},"modified":"2017-03-06T09:18:14","modified_gmt":"2017-03-06T07:18:14","slug":"bald-ist-wahl-in-nrw-wie-sich-doch-die-muster-gleichen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/1722\/bald-ist-wahl-in-nrw-wie-sich-doch-die-muster-gleichen\/","title":{"rendered":"Bald ist Wahl in NRW \u2013 wie sich doch die Muster gleichen \u2026."},"content":{"rendered":"<p>Nein, ich werde hier nicht lospoltern und verunglimpfen. Aber der Tisch der Berichterstattung in der <a href=\"http:\/\/www.nw.de\/nachrichten\/regionale_politik\/21709058_Piratenpartei-in-NRW-Untergang-der-Eigenbroetler.html\" target=\"_blank\">Neuen Westf\u00e4lischen<\/a> und mit gleichem Titel und leicht ver\u00e4ndertem Text in der <a href=\"http:\/\/www.noz.de\/deutschland-welt\/nordrhein-westfalen\/artikel\/859089\/piraten-in-nrw-untergang-der-eigenbroetler\" target=\"_blank\">Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung<\/a> \u201ePiratenpartei in NRW: Untergang der Eigenbr\u00f6tler\u201c geh\u00f6rt schon \u2013 ein bisschen! &#8211; gerade ger\u00fcckt. Dabei kann ich \u2013 bei aller Faktenorientierung &#8211; Quietsch- und Kratzger\u00e4usche vielleicht nicht vermeiden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1723\" aria-describedby=\"caption-attachment-1723\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1723\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ds-tweet1000-300x147.jpg\" width=\"445\" height=\"218\" srcset=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ds-tweet1000-300x147.jpg 300w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ds-tweet1000-768x377.jpg 768w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/ds-tweet1000.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1723\" class=\"wp-caption-text\">Allgemeiner Tweet &#8211; nicht die Adresse eines Fraktionskollegen gerichtet,\u00a0 gleichwohl &#8230; ??<\/figcaption><\/figure>\n<p>Florian Pfitzner hat f\u00fcr die genannten Beitr\u00e4ge Michele Marsching als Fraktionsvorsitzenden der Piratenfraktion NRW und mich als ehemaligen Fraktionsvorsitzenden per Email befragt. Hier sind nun meine vier Antworten auf Florian Pfitzners Email-Fragen mit mir. Die Fragen dazu lasse ich mal weg, denn die hat Herr Pfitzner mir &#8211; bis jetzt &#8211; nicht \u201efreigegeben\u201c.<\/p>\n<p>[Anmerkung 03.03.2017, 19:30 &#8211; Habe soeben Freigabe f\u00fcr die Fragen bekommen &#8211; werde ich morgen erg\u00e4nzen :-)]<br \/>\n[Anmerkung 04.03.2017, 10:30 &#8211; Die Wahrheit ist, ich hatte Herrn Pfitzner &#8211; im Eifer des Gefechts &#8211; erst gar nicht gefragt und einfach das &#8211; bis jetzt nicht freigegeben &#8211; eingef\u00fcgt. Er mahnte das auf Twitter an. Und ich bitte ihn in aller Form f\u00fcr diesen Lapsus um Entschuldigung. Das komplette Email-Interview findet sich am Ende unter der Linie.]<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><strong>Antwort Eins:<\/strong><\/p>\n<p>Bleiben wir mal bei der gro\u00dfen Anfrage zum Einfluss der Bertelsmann-Stiftung. Bislang hat keine Fraktion in irgendeinem Parlament in Deutschland je eine gro\u00dfe Anfrage zu diesem Thema gestellt. Es steht im Kontext des Transparenzgedankens, den die Piraten besonders hochhalten. Die Antwort der Landesregierung wird zur Zeit von Fachleuten ausgewertet. Das wird die Politik auch in Zukunft besch\u00e4ftigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch in Zahlen kann sich unsere Bilanz sehen lassen, 19 eigene Gesetzentw\u00fcrfe, Mitarbeit an 7 weiteren, 530 Antr\u00e4ge, 908 kleine und 5 gro\u00dfe Anfragen, dazu 16 aktuelle Stunden. Unsere Expertise insbesondere in allen Fragen, die die digitale Revolution betreffen, wird gesch\u00e4tzt und bisweilen gef\u00fcrchtet, da wir hier den umfassendsten Ansatz haben und die Anderen vor uns hertreiben konnten.<\/p>\n<p>Desweiteren konnten wir in der Verkehrspolitik, sogar in Umwelt- und Energiepolitik und in der Bildungspolitik, Schule und Hochschule, punkten. Wir waren die ersten, die den Wunsch vieler Eltern nach G9 wirklich ernst genommen haben!<\/p>\n<p><strong>Antwort Zwei:<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr eine kleine Oppositionsfraktion, die konstruktiv und rebellisch vorgeht, ist es normal, auch mal an Grenzen zu kratzen. Zu weit gegangen sind wir dabei keinesfalls. Wenn man dies mit den Skandalen und Fragw\u00fcrdigkeiten im Regierungshandeln hier in NRW oder in Berlin vergleicht, waren das ausnahmslos Petitessen. Und klar, im Umgang damit, auch im medialen Umgang, sind uns auch Fehler unterlaufen, das ist menschlich.<\/p>\n<p><strong>Antwort Drei:<\/strong><\/p>\n<p>Ich vermisse bei den Altparteien den systemischen, systemkritischen Ansatz. Die Kernfragen sind doch, wie l\u00e4sst sich Demokratie in Zukunft unter den globalen Randbedingungen wie z.B. dem Klimawandel und der rasenden technologischen Ver\u00e4nderung noch realisieren? Und zwar so, dass weder die gesellschaftliche Solidarit\u00e4t, das Wir, noch die individuelle Freiheit, das Ich, darunter leidet?<\/p>\n<p>Piratenpolitik bewegt sich grunds\u00e4tzlich im Dreieck zwischen Solidarit\u00e4t, Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe f\u00fcr alle Menschen in unserem Land. Da sehe ich bei den Anderen immer nur Teilaspekte und Klientelpolitik. Und oft fehlt der Wagemut, mal neu oder anders zu denken. Da sind wir eindeutig vorn und Impulsgeber, smart und gerecht eben.<\/p>\n<p><strong>Antwort Vier:<\/strong><\/p>\n<p>Die Piraten sind als ein langfristiges Projekt einer &#8222;Demokratie der Vielen&#8220; angelegt, unabh\u00e4ngig davon, ob wir den Wiedereinzug in den Landtag NRW schaffen oder nicht. Wir sind in vielen Kommunen in NRW in Stadtr\u00e4ten und Kreistagen etabliert mit ca. 130 Mandaten und dort als Anpacker und Macher bekannt. Darauf l\u00e4sst sich aufbauen, sollten wir den Wiedereinzug nicht schaffen. Aber erstmal ist Wahlkampf!<\/p>\n<p>Soweit das Interview sofern es meine \u00c4u\u00dferungen betrifft.<\/p>\n<p>In den Zeitungsbeitr\u00e4gen wird jedoch in aller Breite der Ex-Piratenabgeordnete und designierte \u201eNetzexperte\u201c des Landesverbandes von \u201eDie Linke\u201c, Daniel Schwerd, zum Zustand der NRW-Piraten und seiner ehemaligen Fraktion vor der Wahl zitiert.<\/p>\n<p>Erinnern wir uns. Eine Woche vor der Wahl zum Berliner Feierabendparlament, dem Abgeordnetenhaus, wurden in Berliner Printmedien bis hin zu Spiegel Online gleich vier Ex-Piraten, Christopher Lauer, Martin Delius, Anke Domscheit-Berg und sogar die ehemalige politische Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Bundesverbandes, Marina Weisband, bem\u00fcht, sich zum Zustand der Partei zu \u00e4u\u00dfern. Die Wortzitate von Frau Weisband waren nahezu ein Jahr alt, wie sie glaubhaft versicherte.<\/p>\n<p>Man braucht kein scharfes analytisches Messer, um da ein Muster herauszusch\u00e4len. Es springt f\u00f6rmlich ins Auge. Die ehemaligen gehypten Medienlieblinge von der Piratenpartei kriegen nun ordentlich aufs Dach. Und in Berlin war es noch schlimmer, dort kamen fast ausschlie\u00dflich Ex-Piraten zu Wort, Ex-Piraten denen auf diese Weise mal wieder ein klein wenig mediale Aufmerksamkeit zuteil wurde \u2013 Frau Weisband hier mal ausgenommen.<\/p>\n<p>[Die beiden folgenden Abs\u00e4tze (*) wurden am 06.03.2017 korrigiert, Originale unten in Anhang 2] .<\/p>\n<p>(*) Dem gegen\u00fcber hat Herr Pfitzner jedoch auch Michele Marsching als Fraktionsvorsitzenden und mich als ehemaligen Fraktionsvorsitzenden befragt. Allerdings stehen unser Ex-Mitglied sowie seine Kritik vorn.<\/p>\n<p>(*) \u201eSchwerd hat sich in der Fraktion der Eigenbr\u00f6tler nie wirklich wohlgef\u00fchlt\u201c, hei\u00dft es in beiden Zeitungsbeitr\u00e4gen. Und das sagt genau wer? Wie Florian Pfitzner mir gestern am Rande des Landesparteitags der NRW-Piraten glaubhaft versicherte, sei der Begriff &#8222;Eigenbr\u00f6tler&#8220; aus seiner Feder. In einem Dialog mit Herrn Schwerd sei er nie gefallen oder gar von Schwerd benutzt worden. Auf den ersten Blick jedoch suggeriert der Text genau das, denn es ist vom Gef\u00fchl, von der subjektiven Befindlichkeit von Herrn Schwerd die Rede. Und darauf bin ich hereingefallen. Gleichwohl schl\u00e4gt die Wortwahl Pfitzners auch auf Schwerd zur\u00fcck, als ehemaliges Mitglied der Fraktion der &#8222;Eigenbr\u00f6tler&#8220;. Ich jedenfalls bin jeder Zeit bereit \u2013 als ehemaliger Kollege und auch als ehem. Fraktionsvorsitzender, Herrn \u201eunterbrich mich nicht, wenn ich dich ignoriere\u201c Schwerd eine sehr stark ausbauf\u00e4hige Teamf\u00e4higkeit zu bescheinigen.<\/p>\n<p>Ein Beleg? Gern. Aber nur einer. Schwerd hielt mal eine Rede auf einem Bundesparteitag der Linken. Gastreden auf Parteitreffen anderer Parteien geh\u00f6ren f\u00fcr mich durchaus zu einem guten politischen Stil, sie f\u00f6rdern den \u00fcberparteilichen Meinungsaustausch. Und ich als Fraktionsvorsitzender erfuhr davon \u2013 ohh Wunder \u2013 aus den Medien. Ausnahmslos alle! meine Telefonate mit Daniel Schwerd hatten genau einen Ausgangspunkt, n\u00e4mlich mein Smartphone. Und wer mag, kann ja mal seine ehemaligen Ausschusskollegen Kai Schmalenbach und Lukas Lamla zur Zusammenarbeit befragen \u2026<\/p>\n<p>Und Schwerd beklagt sich \u00fcber P\u00f6beleien auf Twitter und anderswo. Dabei liegt er mit \u00fcber 66.000 Tweets auf Twitter \u2013 selbstverst\u00e4ndlich nur wichtige Inhalte, kicher &#8211; weit vor allen anderen aus seiner ehemaligen Fraktion. Wer im Glashaus \u2026. und so weiter.<\/p>\n<p>Es sei den Piraten \u201enicht gelungen, ein gemeinsames Gesellschafts- und Menschenbild zu entwickeln\u201c, sagt Schwerd weiter in der Neuen Westf\u00e4lischen. Zugegeben, das hat etwas gedauert. Das ist aber normal f\u00fcr eine junge Partei, denen Menschen aus verschiedenen, aus liberalen und linken Lagern zustr\u00f6mten.<\/p>\n<p>Eines von mehreren m\u00f6glichen Gegenargumenten liegt in der <a href=\"http:\/\/wiki.piratenpartei.de\/wiki\/images\/5\/5e\/NP-Manifest.pdf\" target=\"_blank\">Existenz eines abgestimmten netzpolitischen Manifestes<\/a>.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber veranstaltete Schwerd, der sich jetzt bei den NRW-Linken ganz sicher mit sehr viel mehr dogmatischen und fundamentalistischen Positionen auseinandersetzen muss, j\u00fcngst im Landtag von NRW eine Fachtagung des NRW-Landesverbandes von \u201eDie Linke\u201c zur Digitalisierung, die an inhaltlicher Armseligkeit kaum zu \u00fcberbieten war. Als Referentin war auch die Expiratin und Parteihopperin (Gr\u00fcne \u2192 Piraten \u2192 jetzt N\u00e4he Linkspartei) Anke Domscheit-Berg zugegen. Ihr Beitrag, der neben Jeremy Rifkins \u201eDie Null-Grenzkosten-Gesellschaft\u201c stark auf Jubelb\u00fccher und Tech-Innovationen aus dem Silicon Valley Bezug nahm, unterstrich deutlich die Ideenlosigkeit der Linken in Sachen Informationstechnologische Revolution.<\/p>\n<p>Auch der ehemalige Fraktionskollege Robert Stein wurde in den Beitr\u00e4gen der beiden Zeitungen bem\u00fcht. Ich wage es nicht, ihn als Ex-Pirat zu bezeichnen, gef\u00fchlt war er schon immer in der CDU \u2026 aber lassen wir das.<\/p>\n<p>Eingef\u00fcgt am 06.03.2017: Achja, nochmal allgemein zur Partei &#8222;Die Linke&#8220; und ihren Neuen, den Ex-Piraten &#8230;. Einige Mitpiraten und ich h\u00f6ren sowas wie Hilferufe und Wutschreie aus dieser Partei. Und die kommen interessanterweise aus Ecken, wo Ex-Piraten sitzen. &#8222;Sind das vielleicht U-Boote von Euch?&#8220; und &#8222;Warum habt ihr uns das angetan?&#8220;.Tja &#8230; wisst Ihr, liebe Linke, liebe professionelle Spaltpilzz\u00fcchter! Als Nicht-Ubootfahrer rufe ich Euch zu: Ihr wart doch noch nie Waisenkinder, wenn es um das innerparteiliche Hauen und Stechen geht. Ihr habt das nur nicht &#8222;getwittert&#8220;. Und ihr habt Ex-Piraten mit offenen Armen und stellenweise Tr\u00e4nen der Schadenfreude in den Augen aufgenommen. Also jammert nicht und kommt damit klar. Mir geht es am Allerwertesten vorbei.<\/p>\n<p>Nein, mir haben Florian Pfitzners Beitr\u00e4ge in den beiden Zeitungen nicht gefallen. Das m\u00fcssen sie aber auch nicht. Und ich setze mich jederzeit f\u00fcr ihn und f\u00fcr die journalistische Freiheit ein. Ich kann ja antworten, so wie hier. Was m\u00f6glicherweise weggelassen worden ist, kann erg\u00e4nzt werden. Die Frage ist nur, wer kriegt\u2018s mit?<\/p>\n<p>Sch\u00f6nen Tag noch und den NRW-Piraten einen sch\u00f6nen Landesparteitag in Bielefeld, m\u00f6glichst #smartgerecht \u2026.<\/p>\n<p>Nick H. aka Joachim Paul<\/p>\n<p>PS.: Ohh wait!<\/p>\n<p>Ist jemand an sachlicher Kritik an der Medienlandschaft interessiert?<br \/>\nHier sind drei lesenswerte B\u00fccher \u2026 mit Links dazu. (Nein! Nicht zu Amazon.)<\/p>\n<p>Thomas Meyer, Die Unbelangbaren<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-grosse-Meinungsvielfalt-in-der-deutschen-Presse-ist-Geschichte-3373110.html\" target=\"_blank\">&#8222;Die gro\u00dfe Meinungsvielfalt in der deutschen Presse ist Geschichte&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Uwe Kr\u00fcger, Meinungsmacht<br \/>\nTelepolis: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Journalismusforschung-Ganz-auf-Linie-mit-den-Eliten-3397578.html\" target=\"_blank\">Journalismusforschung:&#8220;Ganz auf Linie mit den Eliten&#8220;<\/a><\/p>\n<p>Wolfgang Herles, Die Gefalls\u00fcchtigen<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Merkel-verhaelt-sich-nicht-anders-als-quotensuechtige-Medien-3375634.html\" target=\"_blank\">&#8222;Merkel verh\u00e4lt sich nicht anders als quotens\u00fcchtige Medien&#8220;<\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Anhang 1 &#8211; kompletter Email-Dialog<\/strong><\/p>\n<p>Hier das komplette Email-Interview von Florian Pfitzner mit mir. Die Namen habe ich zur besseren Gliederung der Textbl\u00f6cke nachtr\u00e4glich eingef\u00fcgt.<\/p>\n<p>Anfrage Pfitzner:<\/p>\n<blockquote><p>Lieber Herr Paul,<br \/>\nkommende Woche bringen wir ein St\u00fcck \u00fcber die Piratenpartei in Nordrhein-Westfalen. Es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn ich Sie in meine Analyse aufnehmen darf.<\/p>\n<p>Sie waren jahrelang Vorsitzender der Piratenfraktion im NRW-Landtag. Wir haben uns zwischendurch zu Gespr\u00e4chen getroffen. Angesichts der Abw\u00e4rtsentwicklung Ihrer Partei wirkten Sie auf mich dabei immer k\u00e4mpferisch, mit einem sachlichen Blick f\u00fcr die Situation.<\/p><\/blockquote>\n<p>Anmerkung Paul:<\/p>\n<blockquote><p>Danke f\u00fcr dieses Kompliment!<\/p><\/blockquote>\n<p>Pfitzner, Frage 1:<\/p>\n<blockquote><p>Gerade hat die &#8222;Rheinische Post&#8220; eine gro\u00dfe Geschichte gedruckt, die auf eine Ihrer Initiativen im Landtag zur\u00fcckgeht. Was haben die Piraten in NRW aus Ihrer Sicht insgesamt erreicht? Welche drei Punkte z\u00e4hlen Sie zu den gr\u00f6\u00dften Errungenschaften der Landtagsfraktion?<\/p><\/blockquote>\n<p>Paul, Antwort 1:<\/p>\n<blockquote><p>Bleiben wir mal bei der gro\u00dfen Anfrage zum Einfluss der Bertelsmann-Stiftung. Bislang hat keine Fraktion in irgendeinem Parlament in Deutschland je eine gro\u00dfe Anfrage zu diesem Thema gestellt. Es steht im Kontext des Transparenzgedankens, den die Piraten besonders hochhalten. Die Antwort der Landesregierung wird zur Zeit von Fachleuten ausgewertet. Das wird die Politik auch in Zukunft besch\u00e4ftigen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auch in Zahlen kann sich unsere Bilanz sehen lassen, 19 eigene Gesetzentw\u00fcrfe, Mitarbeit an 7 weiteren, 530 Antr\u00e4ge, 908 kleine und 5 gro\u00dfe Anfragen, dazu 16 aktuelle Stunden. Unsere Expertise insbesondere in allen Fragen, die die digitale Revolution betreffen, wird gesch\u00e4tzt und bisweilen gef\u00fcrchtet, da wir hier den umfassendsten Ansatz haben und die Anderen vor uns hertreiben konnten. Desweiteren konnten wir in der Verkehrspolitik, sogar in Umwelt- und Energiepolitik und in der Bildungspolitik, Schule und Hochschule, punkten. Wir waren die ersten, die den Wunsch vieler Eltern nach G9 wirklich ernst genommen haben!<\/p><\/blockquote>\n<p>Pfitzner, Frage 2:<\/p>\n<blockquote><p>Welche Fehler stehen dem gegen\u00fcber? Inwiefern sind Mitglieder der Fraktion mit einzelnen Aktionen zu weit gegangen?<\/p><\/blockquote>\n<p>Paul, Antwort 2:<\/p>\n<blockquote><p>F\u00fcr eine kleine Oppositionsfraktion, die konstruktiv und rebellisch vorgeht, ist es normal, auch mal an Grenzen zu kratzen. Zu weit gegangen sind wir dabei keinesfalls. Wenn man dies mit den Skandalen und Fragw\u00fcrdigkeiten im Regierungshandeln hier in NRW oder in Berlin vergleicht, waren das ausnahmslos Petitessen. Und klar, im Umgang damit, auch im medialen Umgang, sind uns auch Fehler unterlaufen, das ist menschlich.<\/p><\/blockquote>\n<p>Pfitzner, Frage 3:<\/p>\n<blockquote><p>Die SPD spricht derzeit \u00fcberwiegend \u00fcber soziale Gerechtigkeit, die CDU vorrangig \u00fcber innere Sicherheit. Mit welchen Themen und Positionen wollen die Piraten die W\u00e4hler in NRW doch noch \u00fcberzeugen? Wo sehen Sie eine Art Kernkompetenz?<\/p><\/blockquote>\n<p>Paul, Antwort 3:<\/p>\n<blockquote><p>Ich vermisse bei den Altparteien den systemischen, systemkritischen Ansatz. Die Kernfragen sind doch, wie l\u00e4sst sich Demokratie in Zukunft unter den globalen Randbedingungen wie z.B. dem Klimawandel und der rasenden technologischen Ver\u00e4nderung noch realisieren? Und zwar so, dass weder die gesellschaftliche Solidarit\u00e4t, das Wir, noch die individuelle Freiheit, das Ich, darunter leidet?<\/p>\n<p>Piratenpolitik bewegt sich grunds\u00e4tzlich im Dreieck zwischen Solidarit\u00e4t, Freiheit und gesellschaftlicher Teilhabe f\u00fcr alle Menschen in unserem Land. Da sehe ich bei den Anderen immer nur Teilaspekte und Klientelpolitik. Und oft fehlt der Wagemut, mal neu oder anders zu denken. Da sind wir eindeutig vorn und Impulsgeber, smart und gerecht eben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Pfitzner, Frage 4:<\/p>\n<blockquote><p>Wie gro\u00df ist Ihre grunds\u00e4tzliche Zuversicht, was die Zukunft der Piraten in Deutschland angeht? Inwiefern halten Sie einen Wiedereinzug der Piraten in den NRW-Landtag f\u00fcr realistisch? Und: Sollten die Piraten in NRW am Ende scheitern, welche Perspektive s\u00e4hen Sie dann noch f\u00fcr die Partei?<\/p><\/blockquote>\n<p>Paul, Antwort 4:<\/p>\n<blockquote><p>Die Piraten sind als ein langfristiges Projekt einer &#8222;Demokratie der Vielen&#8220; angelegt, unabh\u00e4ngig davon, ob wir den Wiedereinzug in den Landtag NRW schaffen oder nicht. Wir sind in vielen Kommunen in NRW in Stadtr\u00e4ten und Kreistagen etabliert mit ca. 130 Mandaten und dort als Anpacker und Macher bekannt. Darauf l\u00e4sst sich aufbauen, sollten wir den Wiedereinzug nicht schaffen. Aber erstmal ist Wahlkampf!<\/p><\/blockquote>\n<p>Beste Gr\u00fc\u00dfe, Ihr<br \/>\nJoachim Paul<\/p>\n<p>Pfitzner:<\/p>\n<blockquote><p>Es w\u00fcrde mich freuen, wenn Sie bis Dienstag etwas Zeit finden, um mir Ihre Antworten zu schicken. Rufen Sie gerne an, wenn Sie Fragen haben.<\/p><\/blockquote>\n<p>Viele Gr\u00fc\u00dfe<br \/>\nFlorian Pfitzner<\/p>\n<p>Landeskorrespondent Nordrhein-Westfalen<br \/>\nNeue Westf\u00e4lische \u05c0 Neue Osnabr\u00fccker Zeitung \u05c0 Mindener Tageblatt<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Anhang 2 &#8211; urspr\u00fcngliche Textpassagen, die nachtr\u00e4glich korrigiert wurden:<\/strong><\/p>\n<p>Die Bildunterschrift oben lautete urspr\u00fcnglich und f\u00e4lschlicherweise &#8222;An die Adresse eines Fraktionskollegen &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber hat Herr Pfitzner jedoch auch Michele Marsching als Fraktionsvorsitzenden und mich als ehemaligen Fraktionsvorsitzenden interviewt. Allerdings steht die Kritik unseres Ex-Mitglieds vorn.<\/p>\n<p>\u201eSchwerd hat sich in der Fraktion der Eigenbr\u00f6tler nie wirklich wohlgef\u00fchlt\u201c, hei\u00dft es in beiden Zeitungsbeitr\u00e4gen. Und das sagt genau wer? Mit dem Vorwurf \u201eEigenbr\u00f6tler\u201c verh\u00e4lt es sich ja so, er kann flugs auf den Urheber zur\u00fcckschlagen. Ich bin jeder Zeit bereit \u2013 als ehemaliger Kollege und auch als ehem. Fraktionsvorsitzender, Herrn \u201eunterbrich mich nicht, wenn ich dich ignoriere\u201c Schwerd eine sehr stark ausbauf\u00e4hige Teamf\u00e4higkeit zu bescheinigen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, ich werde hier nicht lospoltern und verunglimpfen. Aber der Tisch der Berichterstattung in der Neuen Westf\u00e4lischen und mit gleichem Titel und leicht ver\u00e4ndertem Text in der Neuen Osnabr\u00fccker Zeitung \u201ePiratenpartei in NRW: Untergang der Eigenbr\u00f6tler\u201c geh\u00f6rt schon \u2013 ein bisschen! &#8211; gerade ger\u00fcckt. 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