{"id":1958,"date":"2018-04-09T10:12:43","date_gmt":"2018-04-09T08:12:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=1958"},"modified":"2018-05-14T19:37:05","modified_gmt":"2018-05-14T17:37:05","slug":"anti-aufklaerung-kriegstechnologie-anmerkungen-zu-blinden-flecken-im-narrativ-der-kybernetik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/1958\/anti-aufklaerung-kriegstechnologie-anmerkungen-zu-blinden-flecken-im-narrativ-der-kybernetik\/","title":{"rendered":"Anti-Aufkl\u00e4rung? Kriegstechnologie? &#8211; Anmerkungen zu blinden Flecken im Narrativ der Kybernetik"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1959\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/man_rob_hands_445.jpg\" alt=\"\" width=\"445\" height=\"347\" srcset=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/man_rob_hands_445.jpg 445w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/man_rob_hands_445-300x234.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/jpaul\/jp_kybernetiknarrativ.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">pdf-Download des Beitrags<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8222;Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird.&#8220; Martin Walser<\/p>\n<h3>Aufriss<\/h3>\n<p>&#8222;Das Menschenbild des Silicon Valley ist das der Kybernetik, nicht das der Aufkl\u00e4rung&#8220;, \u00e4u\u00dferte der Philosoph Richard David Precht am 16.12.2017 in einem Interview des Magazins FOCUS anl\u00e4sslich einer Buchver\u00f6ffentlichung. Auf die R\u00fcckfrage des Interviewers, was das denn bedeute, erl\u00e4uterte er, dass &#8222;die Aufkl\u00e4rung&#8220; \u2026 &#8222;den Menschen als Individuum&#8220; betrachte, sie seinen Wunsch des Gebrauchs der Freiheit respektiere und ihn auffordere, &#8222;die eigene Urteilskraft zu sch\u00e4rfen, damit er als m\u00fcndiger B\u00fcrger zur Entwicklung der Gesellschaft beitragen&#8220; k\u00f6nne. Allerdings, so f\u00fchrte Precht weiter aus, m\u00fcsse &#8222;dieser B\u00fcrger nat\u00fcrlich auch eine Struktur in der Gesellschaft vorfinden, die es ihm&#8220; erm\u00f6gliche, &#8222;sich mit seinen individuellen Vorstellungen an ihr zu beteiligen.&#8220;<\/p>\n<p>Grundlegend anders sei hingegen das Menschenbild der Kybernetik. Es gehe laut Precht davon aus, <!--more-->&#8222;dass sich der Mensch seiner Umwelt anpasst.&#8220; \u2026 &#8222;Was Lust ausl\u00f6st, das findet der Mensch gut, und was Unlust ausl\u00f6st, findet er schlecht. Wenn ich also das Verhalten der Menschen ver\u00e4ndern will, dann muss ich \u2013 wie bei Tierversuchen im Labor \u2013 einfach ihre Umweltbedingungen ver\u00e4ndern, indem gezielt andere Lust- bzw. Erfolgsreize gesetzt werden, gewinne ich Einfluss auf das Verhalten der Leute, ohne R\u00fccksicht auf Vorstellungen von individueller Freiheit, Urteilskraft oder M\u00fcndigkeit zu nehmen&#8220;, so die Ausf\u00fchrungen Prechts.[1]<\/p>\n<p>Der Physiker und Kybernetiker Heinz von Foerster, damals Leiter eines f\u00fchrenden Kybernetik-Instituts, des Biological Computer Lab (BCL) an der University of Illinois, Urbana-Champaign, \u00e4u\u00dferte sich in seinem Grundsatzreferat &#8222;Die Verantwortung des Experten&#8220; auf der Herbsttagung der American Society for Cybernetics am 19.12.1971 wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Der Gro\u00dfteil unserer institutionalisierten Erziehungs-bem\u00fchungen hat zum Ziel, unsere Kinder zu trivialisieren. \u2026 Da unser Erziehungssystem daraufhin angelegt ist, berechenbare Staatsb\u00fcrger zu erzeugen, besteht sein Zweck darin, alle jene \u00e4rgerlichen inneren Zust\u00e4nde auszuschalten, die Unberechenbarkeit und Kreativit\u00e4t erm\u00f6glichen. Dies zeigt sich am deutlichsten in unserer Methode des Pr\u00fcfens, die nur Fragen zul\u00e4sst, auf die die Antworten bereits bekannt (oder definiert) sind, und die folglich vom Sch\u00fcler auswendig gelernt werden m\u00fcssen. Ich m\u00f6chte diese Fragen als &#8222;illegitime Fragen&#8220; bezeichnen.&#8220;[2]<\/p><\/blockquote>\n<p>Schon beim blo\u00dfen \u00dcberfliegen der beiden Aussagen f\u00e4llt auf, dass hier etwas ganz und gar nicht passen will. Der Philosoph deutet Kybernetik als Anpassung und projiziert sie sogleich als Menschenbild auf das Silicon Valley, der Kybernetiker hingegen spricht sich f\u00fcr Unberechenbarkeit und Kreativit\u00e4t aus, mehr noch, sp\u00e4ter entwickelt er im Nachgang zum kategorischen Imperativ des Aufkl\u00e4rers Kant einen (kybern-)ethischen Imperativ:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Handle stets so, dass die Zahl der Wahlm\u00f6glichkeiten gr\u00f6\u00dfer wird.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Zudem steht von Foersters Imperativ in krassem Gegensatz zu algorithmischen Praktiken des Silicon Valley, die uns Nutzer vor Entscheidungen und damit Wahlm\u00f6glichkeiten &#8222;sch\u00fctzen&#8220; wollen. Die Tatsache, dass Facebook einerseits zu verhindern sucht, dass wir Nippel zu sehen bekommen und uns andererseits \u00fcber Manipulationen der Timelines und Newsfeeds Kommunikations- und Informations-optionen vorenth\u00e4lt und uns &#8222;Klick-Entscheidungen&#8220; abnehmen will, ist hier f\u00fcr nur ein, daf\u00fcr ein besonders griffiges Beispiel. Die j\u00fcngsten Enth\u00fcllungen um Cambridge Analytica geh\u00f6ren in denselben Kontext.<\/p>\n<h3>Die Kybernetik, Ideologie des Valley und Kampfbegriff in der Debatte um Digitalisierung und Bildung<\/h3>\n<p>Precht allerdings steht mit seiner Interpretation der Kybernetik als Silicon Valley-Ideologie nicht allein.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren wurde der Term &#8222;Kybernetik&#8220;, der einen l\u00e4ngst totgeglaubten transdisziplin\u00e4ren Wissenschaftsansatz in den 40er bis 70er-Jahren bezeichnet, als ideologischer Kampfbegriff aufgeladen und hielt sogar Einzug in die politischen Debatten. Das zwar nicht an vorderster Front, jedoch immerhin in Anh\u00f6rungen in deutschen Landesparlamenten, insbesondere im Kontext Digitalisierung und Schule sowie in mehreren einschl\u00e4gigen Buchpublikationen.<\/p>\n<p>Der Bildungswissenschaftler Matthias Burchardt (Universit\u00e4t zu K\u00f6ln) und der Mediengestalter und -theoretiker Ralf Lankau (Hochschule Offenburg) sind gefragte Experten in solchen Anh\u00f6rungen. Gleichzeitig sind sie Gr\u00fcndungsmitglieder des B\u00fcndnisses f\u00fcr humane Bildung, das in den Kontexten fr\u00fchkindliche Bildung, Schule und Hochschule den Digitalisierungsbem\u00fchungen gegen\u00fcber aus einer Haltung der Sorge heraus sehr kritische und teilweise durchaus bedenkenswerte Positionen vertritt, sofern man von den Interpretationen zur Kybernetik einmal absieht.[3] Die negativen Konnotationen des Begriffs werden meist im Begr\u00fcndungsteil der eigenen Positionen genutzt.<\/p>\n<p>So \u00e4u\u00dferte sich Burchardt in einer Anh\u00f6rung des Landtages von NRW am 04.05.2016:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das Schlagwort Digitalisierung fasst eigentlich viel von dem zusammen, was im Grunde ein ganz alter Hut ist. Sp\u00e4testens seit den 1940er Jahren und den Macy-Konferenzen in den USA versucht man die Kriegstechnologie der Kybernetik nutzbar zumachen zur Steuerung von offenen Gesellschaften.&#8220;[4]<\/p><\/blockquote>\n<p>Zur Kriegstechnologie wird hier, was andernorts als Zweig der Wissenschaften, als ein Ansatz zu einer neuen wissenschaftlichen Disziplin firmierte. Der Vollst\u00e4ndigkeit halber muss angemerkt werden, dass die die zehn Konferenzen 1946 \u2013 1953 finanzierende Josiah Macy-Foundation sich zur F\u00f6rderung der Ausbildung in medizinischen Berufen einsetzt.<\/p>\n<p>In der schriftlichen Stellungnahme Burchardts zur selben Anh\u00f6rung liest sich seine Kritik wie folgt:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Das kybernetische Instrumentarium der Informations-erhebung, Kontrolle und Steuerung von sozialen Systemen befl\u00fcgelt schon seit Beginn die Allmachtsphantasien postdemokratischer Regierungskonzepte (Vgl. z.B. Wiener 1952 oder Tiqqun 2007). Das technokratische Regime der Steuerung unterwirft die soziale Eigenlogik der gesellschaftlichen Felder prozedural unter die Rationalit\u00e4t des informationellen Regelkreises und transformiert dadurch elementar-humane Lebensformen zu technomorphen Funktionsgebilden.&#8220;[5]<\/p><\/blockquote>\n<p>Burchardt bezieht sich hier neben dem Mitbegr\u00fcnder der Kybernetik und erwiesenen Pazifisten Norbert Wiener auf die 2007 ver\u00f6ffentlichte Schrift &#8222;Kybernetik und Revolte&#8220; [6] des anonymen franz\u00f6sischen Autorenkollektivs Tiqqun, das eher als eine Art Manifest, als ideologisch aufgeladene polemische Kampfschrift gelesen werden kann denn als historisch-wissenschaftliche Aufarbeitung. Dies l\u00e4sst sich auch unschwer daran ablesen, dass das Tiqqun-Pamphlet mit Ausnahme eines Zitats von Norbert Wiener nicht eine einzige kybernetische Prim\u00e4rquelle zitiert. Wie auch, denn diese Quellen sind alles andere als geeignet, die Tiqqun-Interpretation zu st\u00fctzen.<\/p>\n<p>Albert M\u00fcller, Historiker an der Universit\u00e4t Wien, profunder Kenner der Kybernetik und ihrer Geschichte sowie Betreuer von gleich drei wissenschaftlichen Nachl\u00e4ssen namhafter Kybernetiker, Heinz von Foerster, Gordon Pask und Ranulph Glanville, bezeichnet dieses Schriftst\u00fcck als eine &#8222;paranoid anmutende Polemik. Immerhin&#8220; werde, so M\u00fcller, &#8222;hier \u2013 sinngem\u00e4\u00df \u2013 ge\u00e4u\u00dfert, Kybernetik h\u00e4tte sich des modernen Kapitalismus bem\u00e4chtigt und w\u00fcrde nun die Welt regieren.&#8220;[7]<\/p>\n<p>Zitiert also ein Autor diese Quelle, um seine Position zur Kybernetik zu begr\u00fcnden, so setzt er sich m\u00f6glicherweise leichtfertig dem Vorwurf aus, das f\u00fcr ihn eher eine geschmackliche Pr\u00e4ferenz denn wissenschaftlich-historische Akkuratesse im Vordergrund steht.<\/p>\n<p>In einschl\u00e4gigen Publikationen US-amerikanischer Kritiker des Silicon Valley, der kalifornischen Ideologie, hingegen gelingt es sehr erfolgreich, nicht f\u00fcndig zu werden. Etwa in Franklin Foer\u2018s &#8222;World without Mind&#8220;, das u.a. die Ideengeschichte des Valley sehr kritisch reflektiert oder in Michael Patrick Lynch\u2018s &#8222;The Internet of Us \u2013 Knowing More &amp; Understanding Less in the Age of Big Data&#8220; findet sich nicht ein einziges Mal der Term &#8222;cybernetics&#8220; genannt, daf\u00fcr aber das Pr\u00e4fix &#8222;cyber-&#8220; in allen m\u00f6glichen Kompositabildungen.[8,9] Das wirft Fragen auf. Das &#8222;Menschenbild der Kybernetik&#8220;, eine oder gar die Ideologie des Valley?<\/p>\n<p>Wohlgemerkt, es gibt in den USA eine kleine wissenschaftliche Gesellschaft namens &#8222;American Society for Cybernetics&#8220;, ASC. Einmal umgekehrt gefragt, wenn Cybernetics doch so einflussreich sein, den Kapitalismus und die neoliberale Ideologie des Valley pr\u00e4gen soll, warum sind US-Autoren dann so blind, dies nicht zu bemerken und zu benennen? Oder sind nur wir Europ\u00e4er zu dieser tieferen Einsicht pr\u00e4destiniert?<\/p>\n<p>Folgen wir Ralf Lankau, dann &#8222;degradieren Kybernetiker den Menschen zu einer Fehlkonstruktion, der sich den Rechnern unterzuordnen habe, [\u2026] und f\u00fcr die Singularisten, Transhumanisten und Kybernetiker sind Maschinen ohnehin die &#8222;besseren Menschen&#8220;, die den fehlerhaften &#8222;homo sapiens&#8220; besser fr\u00fcher als sp\u00e4ter ersetzen.&#8220;[10]<\/p>\n<p>Wer hierzu G\u00fcnther Anders\u2018 Satz &#8222;Der Mensch wird nebengeschichtlich&#8220; assoziiert, liegt nicht ganz falsch. Ein erstes Indiz f\u00fcr eine genuin europ\u00e4ische Spur der Interpretation.<\/p>\n<p>In einer Stellungnahme f\u00fcr den hessischen Landtag zum Thema Digitalisierung und schulische Bildung schreibt Lankau, dass &#8222;Digitalisierung und Neue Lernkultur&#8220; &#8230; &#8222;zwei Techniken der neoliberalen und marktradikalen Vereinzelung und Isolierung von Menschen&#8220; seien, &#8222;um sie einfacher gem\u00e4\u00df der jeweiligen Interessen der Anbieter von (Lern-)Software) manipulieren und steuern zu k\u00f6nnen.&#8220; Dahinter steckten &#8222;die reaktivierten Theorien der Kybernetik und des Behaviorismus, realisiert mit Hilfe von Digitaltechnik und Netzwerken&#8220;, so Lankau sinngem\u00e4\u00df.[11]<\/p>\n<p>Noch drastischer dr\u00fcckt er es in einer Buchpublikation aus:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Bis heute setzt das kybernetische Denken Kommunikation als Signal\u00fcbertragung (bzw. Nachrichten-\u00fcbermittlung) gleich mit Mensch und Gesellschaft als steuerbaren Maschinen. Es findet sich in Kommunikationsmodellen der Nachrichtentechniker Shannon und Weaver ebenso wie bei den Behavioristen mit ihren Input-Output-Systemen (I-O-S) oder dem \u00bbprogrammierten Lernen\u00ab, das unterstellt, man k\u00f6nne das Lernen von Menschen programmieren und steuern wie Maschinen.&#8220;[12]<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Kybernetik soll also ein deterministisches Menschenbild vertreten, mit dem Behaviorismus unter einer Decke stecken und das Ziel haben, ganze Gesellschaften zu steuern und zu manipulieren.<\/p>\n<h3>Kybernetik und Behaviorismus \u2013 eine kurze Spurensuche<\/h3>\n<p>Eine Spurensuche zu den Begrifflichkeiten Behaviorismus und Kybernetik f\u00fchrt zur\u00fcck zu einer Arbeit, deren Ver\u00f6ffentlichung 1943 weit vor den f\u00fcr die Kybernetik begriffsbildenden zehn Macy-Konferenzen (1946 &#8211; 1953) liegt. Sie stammt von dem Autorentrio Rosenblueth, Wiener und Bigelow, tr\u00e4gt den Titel &#8222;Behavior, Purpose and Teleology&#8220; und f\u00fchrt erstmals die Begrifflichkeiten des Feedback und der Zielorientierung (Teleology) von Systemen ein.[13]<\/p>\n<p>Der US-Wissenschaftshistoriker Peter Galison besteht in seinem einflussreichen Aufsatz &#8222;The Ontology of the Enemy: Norbert Wiener and the Cybernetic Vision&#8220; [14] darauf, die Autoren von Behavior \u2026 &#8222;als Adepten des Behaviorismus zu etikettieren&#8220;.[7] Deutliche \u00c4u\u00dferungen zum Behaviorismus von Wiener selbst best\u00e4tigen dies jedoch nicht:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Behaviorism as we all know is an established method of biological and psychological study but I have nowhere seen an adequate attempt to analyze the intrinsic possibilities of types of behavior.&#8220;[15]<\/p><\/blockquote>\n<p>Und wie Albert M\u00fcller bemerkt, kann und muss der Aufsatz &#8222;Behavior &#8230;&#8220; vielmehr als Abgrenzung und &#8222;implizite Fundamentalkritik&#8220; am Behaviorismus gelesen werden. Er repr\u00e4sentiert gewisserma\u00dfen eine Art Zeugungsakt f\u00fcr die neue Disziplin der Kybernetik, da hier erstmals wichtige Begrifflichkeiten eingef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Galisons Interpretation vermag in diesem Punkt nicht zu \u00fcberzeugen, denn die kybernetische Fundamentalkritik am Behaviorismus ist allzu leicht nachvollziehbar. Denn f\u00fcr seine simplen Modelle des Verhaltens als lineare Ketten aus Reiz, Reizverarbeitung und Reaktion stellen das Planen und die zielgerichtete Handlung ein massives Problem dar. Die behavioristische Beschreibung mag f\u00fcr die kausale Ereigniskette aus dem Tennisspiel, ankommender Ball \u2013 Reaktion \u2013 Aktion\/Return, gerade noch hinreichend sein, der gute Tennisspieler jedoch antizipiert die Aktionen des Gegners und plant gewisserma\u00dfen seine eigenen Schl\u00e4ge. Und sie versagt v\u00f6llig bei dem Versuch, das improvisierende Klavierspiel \u2013 im Moment der Improvisation &#8211; z.B. eines Brad Mehldau oder eines Keith Jarrett auch nur im Ansatz zu beschreiben.<\/p>\n<h3>Zwei Ordnungen der Kybernetik<\/h3>\n<p>Gewisserma\u00dfen als Beginn der Kybernetik als wissenschaftliche Disziplin \u2013 der Begriff selbst ist antiken Ursprungs &#8211; werden in den Kultur- und Medienwissenschaften die schon erw\u00e4hnten zehn Macy-Konferenzen begriffen, bei denen der Physiologe Warren McCulloch den Vorsitz f\u00fchrte.[16] Gleichwohl m\u00fcssen hier neben der schon genannten Arbeit &#8222;Behavior &#8230;&#8220; noch mindestens zwei weitere Publikationen genannt werden, deren Ver\u00f6ffentlichungszeitpunkte deutlich vor den Konferenzen liegen. Hierzu geh\u00f6rt der ebenfalls 1943 erschienene Aufsatz &#8222;A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity&#8220; von Warren McCulloch und Walter Pitts, der ein erstes formales Konzept zur Beschreibung neuronaler Netzwerke liefert und somit auch den Beginn der Neuroinformatik markiert.[17]<\/p>\n<p>Und bereits 1945 bricht eben jener Warren McCulloch mit dem Alleinanspruch der Hierarchie als (lineares) Ordnungsschema. In &#8222;A Heterarchy of Values determined by the Topology of Nervous Nets&#8220; stellt er der Hierarchie \u2013 am Beispiel der platonischen Begriffs-pyramide, quasi der Mutter aller Hierarchien \u2013 die Heterarchie (Nebenordnung, Ko-Ordination) als gleichberechtigtes Komplement\u00e4r-prinzip an die Seite.[18] Hiermit kritisiert er \u2013 unter Bezugnahme auf neuronale Strukturen (Topologien) im R\u00fcckenmark von Wirbeltieren &#8211; explizit den wissenschaftlichen Alleinvertretungsanspruch der klassischen Aristotelisch-Boole\u2018schen zweiwertigen Logik als unzureichend. Diese Arbeit kann auch als Vorspiel zu dem begriffen werden, was Heinz von Foerster und Kollegen sp\u00e4ter als die Kybernetik zweiter Ordnung (2nd-order cybernetics) bezeichneten. Sie markiert des weiteren einen Grenzstein dessen, was heute mit den aktuellen Verfahren und Modellen der Neuroinformatik (ANNs, deep learning, etc.) \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist. Bemerkenswerterweise wird dieser Grenzstein in Grundlagenwerken der Neuroinformatik entweder &#8222;vergessen&#8220;, oder die Autoren haben \u00fcberhaupt keine Kenntnis von ihm.<\/p>\n<p>Die Unterschiede zwischen den Kybernetiken erster und zweiter Ordnung hat Francisco Varela am knappsten und griffigsten dargestellt. Die Kybernetik erster Ordnung besch\u00e4ftigt sich mit beobachtbaren Systemen, die Kybernetik zweiter Ordnung mit beobachtenden Systemen.[19]<\/p>\n<p>Damit wird deutlich, dass im 2nd-order-Bereich das \u2013 menschliche &#8211; Subjekt ins Spiel gelangt. Eine bislang den Geisteswissenschaften vorbehaltene Dom\u00e4ne. &#8222;Kybernetik untersucht alle Ph\u00e4nomene in Unabh\u00e4ngigkeit ihres Materials, so sie regelgeleitet und reproduzierbar sind&#8220;, bemerkt hierzu W. Ross Ashby.[20] Hierin implizit enthalten ist der Kern einer neuen wissenschaftlichen Denkkultur, die den klassischen Methodendualismus zwischen den \u2013 idiographischen &#8211; Geistes- oder Humanwissenschaften und den subjektlosen \u2013 nomothetischen &#8211; Naturwissenschaften in Frage stellt. Bei konservativ ausgerichteten Wissenschaftlern beider Bereiche kann dies jedoch Unbehagen und Misstrauen gegen\u00fcber der Kybernetik induzieren. M\u00f6glicherweise liegt hierin \u2013 in einer Art Konkurrenzempfinden &#8211; ein tieferer Grund daf\u00fcr, dass einige Geisteswissenschaftler negativen Konnotationen des Begriffs der Kybernetik zuneigen. Dies gilt insbesondere f\u00fcr das Werk des &#8222;Philosophen der Kybernetik&#8220;, Gotthard G\u00fcnther, der sich ausgewiesenerma\u00dfen als Grenzg\u00e4nger und Br\u00fcckenbauer zwischen Formalem und Sprachlichem, zwischen Zahl und Begriff (Number and Logos), bet\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Kybernetisches Denken \u2013 insbesondere das der 2nd-order Kybernetiker &#8211; firmiert somit als eine wissenschaftliche Geste, die sich gegen die bestehenden \u2013 wissenschaftlichen und gesellschaftlich-politischen \u2013 Verh\u00e4ltnisse richtet! Die eingangs zitierte Bemerkung von Foersters ist nur eine von \u00fcberaus zahlreichen Belegstellen bei zahlreichen Autoren der Kybernetik.<\/p>\n<p>Die Charakterisierung der Kybernetik im medienwissenschaftlichen Narrativ als Kriegswissenschaft und Methoden- und Modellbaukasten f\u00fcr soziale Kontrolle, Steuerung und Manipulation steht also belegbar in einem \u00fcberaus merkw\u00fcrdigen Widerspruch zu vielen kybernetischen Prim\u00e4rquellen und dar\u00fcber hinaus zur Selbstwahrnehmung und Selbstpr\u00e4sentation vieler Kybernetiker. Albert M\u00fcller merkt dazu an:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Nicht wenige von ihnen sahen sich selbst als politisch links oder liberal, mitunter gar als anarchistisch.&#8220;[7]<\/p><\/blockquote>\n<p>Nun kommen aber die Konnotationen und Interpretationen der oben zitierten Personen und so einiger weiterer Autoren nicht von ungef\u00e4hr. Daher gilt es, die Spur dieser Realit\u00e4tskonstruktionen zum Begriff der Kybernetik einmal zu untersuchen, zu versuchen, sie nachzuzeichnen.<\/p>\n<h3>Die l\u00fcckenhafte Spur der Kybernetik in Kultur- und Medienwissenschaften<\/h3>\n<p>In den letzten beiden Jahrzehnten erfuhr der Begriff der Kybernetik in kultur- und medienwissenschaftlichen Kontexten und j\u00fcngst auch in politischen Debatten im eher linken Lager eine publizistische Renaissance.<\/p>\n<p>Folgendes sei hier neben zahlreichen kleineren Artikeln und Blogbeitr\u00e4gen stellvertretend genannt. 2007\/08 erschienen drei Buchpublikationen, die Kybernetik entweder im Titel oder im Untertitel tragen, das schon erw\u00e4hnte &#8222;Kybernetik und Revolte&#8220; des frz. Autorenkollektivs, Andrew Pickering, &#8222;Kybernetik und neue Ontologien&#8220; (Berlin 2007) sowie der Sammelband &#8222;Die Transformation des Humanen. Beitr\u00e4ge zur Kulturgeschichte der Kybernetik (Hg. Michael Hagner u. Erich H\u00f6rl, Frankfurt a.M. 2008).<\/p>\n<p>In einer &#8222;zweiten Welle&#8220; folgten 2012 Rainer C. Becker, &#8222;Black Box Computer &#8211; Zur Wissensgeschichte einer universellen kybernetischen Maschine&#8220; (Bielefeld 2012, eine Dissertation aus 2008), 2016 das recht popul\u00e4r gewordene und vielfach rezensierte Werk von Thomas Rid, &#8222;Maschinend\u00e4mmerung \u2013 Eine kurze Geschichte der Kybernetik&#8220; (Berlin 2016) und 2017 &#8222;Kybernetik, Kapitalismus, Revolutionen \u2013 Emanzipatorische Perspektiven im technologischen Wandel&#8220; (Hg. Paul Buckermann, Anne Koppenburger, Simon Schaupp, M\u00fcnster 2017), wiederum ein Sammelband.<\/p>\n<p>Und \u00fcber Anna-Verena Nosthoff und Felix Maschewski fand unl\u00e4ngst das Thema &#8222;Kybernetisierung des Politischen&#8220; [21] auch Eingang in die Debatten z.B. bei der Rosa Luxemburg-Stiftung.<\/p>\n<p>Nahezu alle genannten Ver\u00f6ffentlichungen greifen zitierend und interpretierend zur\u00fcck auf das 2003 und 2004 von Claus Pias herausgegebene 2-b\u00e4ndige Werk &#8222;Cybernetics \/ Kybernetik. The Macy-Conferences 1946\u20131953&#8220;.[22] Der erste Band enth\u00e4lt s\u00e4mtliche Protokolle der letzten f\u00fcnf der insgesamt zehn Konferenzen. Die Wortprotokolle entstanden auf die Initiative von Heinz von Foerster, der ab der sechsten Konferenz mit der urspr\u00fcnglichen Herausgeber-schaft beauftragt war. Er entschloss sich, die mitstenographierten Diskussionen nahezu vollst\u00e4ndig transkribieren zu lassen, um den dialogisch-explorierenden Charakter der Gespr\u00e4che zu erhalten. Letztlich geb\u00fchrt Claus Pias der wesentliche Dank daf\u00fcr, diese B\u00e4nde &#8211; der zweite Band von Cybernetics beinhaltet interpretierende Essays und weitere Dokumente zur Kybernetik &#8211; f\u00fcr eine breitere Diskussionsgrundlage herausgegeben zu haben.<\/p>\n<p>Sehr merkw\u00fcrdig mutet die Tatsache an, dass au\u00dfer bei Becker in &#8222;Black Box Computer&#8220; und in den Aufs\u00e4tzen von Erich H\u00f6rl und des Soziologen Dirk Baecker die vielleicht bedeutendste Folge der Macy-Konferenzen \u00fcberhaupt nicht erw\u00e4hnt wird, noch nicht einmal im Werk von Thomas Rid.<\/p>\n<p>Gemeint ist die Gr\u00fcndung eines eigenen Forschungsinstituts, des Biological Computer Laboratory (BCL, Univ.. of Illinois, Urbana-Champaign), das von 1958 bis 1976 existierte und von Heinz von Foerster geleitet wurde. Sogar der Herausgeber Claus Pias erw\u00e4hnt es in seiner Einstimmung zu dem 2-b\u00e4ndigen Werk nicht. Dies bleibt ausschlie\u00dflich Heinz von Foersters &#8222;Erinnerungen &#8230;&#8220; im 2. Band \u00fcberlassen.[23] Und das ist umso verwunderlicher, weil dort erstmals die Idee des Parallelrechnens entstand. Albert M\u00fcller kritisiert ebenfalls, dass das BCL in der kultur- und medienwissenschaftlichen Rezeption so gut wie gar nicht erw\u00e4hnt wird.[24]<\/p>\n<p>Dabei entstanden am BCL ganz wesentliche Arbeiten zu neuronalen Netzwerken, zur Theorie autopoietischer Systeme (Maturana\/Varela), zu Selbstorganisation und zur Philosophie der Kybernetik, zur Polykontexturalit\u00e4tstheorie und Logik (Gotthard G\u00fcnther, Lars L\u00f6fgren) sowie zu Musiktheorie und Computermusik (Herbert Br\u00fcn, Heinz von Foerster), um nur einige wenige zu nennen. Das Institut ist somit \u2013 gemessen an den dort arbeitenden Personen und ihren zahlreichen Ver\u00f6ffentlichungen &#8211; in der Ideengeschichte der Kybernetik kein wissenschaftshistorisch vernachl\u00e4ssigbares Detail!<\/p>\n<p>In seinem einflussreichen Aufsatz &#8222;The Ontology &#8230;&#8220; [14] erw\u00e4hnt Galison das BCL nicht, obwohl dort die prominentesten Vertreter der Kybernetik entweder arbeiteten oder mit den Kollegen am BCL kooperierten, darunter auch Warren McCulloch, Norbert Wiener und Gregory Bateson. Galison bleibt seltsam fixiert auf Norbert Wiener, John von Neumann und die Bombe sowie seine These von der Kybernetik als Kriegswissenschaft. Bemerkenswert ist, dass gerade diese These durch die Bezugnahme auf das BCL &#8211; vordergr\u00fcndig betrachtet &#8211; eine zus\u00e4tzliche Bekr\u00e4ftigung h\u00e4tte erfahren k\u00f6nnen, denn das Institut wurde \u00fcberwiegend durch das US-Milit\u00e4r finanziert, insbesondere durch das AFOSR, das Airforce Office of Scientific Research.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1962\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/usaf_445.jpg\" alt=\"\" width=\"445\" height=\"318\" srcset=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/usaf_445.jpg 445w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/usaf_445-300x214.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/><\/p>\n<p>Es hat in mehrererlei Hinsicht und insbesondere f\u00fcr uns Europ\u00e4er durchaus etwas Groteskes, wenn z.B. der philosophische Aufsatz Gotthard G\u00fcnthers, &#8222;Das metaphysische Problem einer Formalisierung der transzendental-dialektischen Logik&#8220;, ebenso wie andere am BCL entstandene Texte G\u00fcnthers den Vermerk tragen: &#8222;Prepared under the Sponsorship of the Airforce Office of Scientific Reseach, Directorate of Information Sciences, Grant AF-AFOSR-xx&#8220;.[25]<\/p>\n<p>Dabei hatte diese F\u00f6rderung durch die Airforce ihre Konsequenzen. F\u00fcr die Rezeption des Autors in Deutschland. Als G\u00fcnther 1968 das 1967 erschienene Werk &#8222;Zur Logik der Sozialwissenschaften&#8220; von J\u00fcrgen Habermas in der Zeitschrift &#8222;Soziale Welt&#8220; scharf kritisierte, wurde kolportiert, dass aus Kreisen um Habermas ge\u00e4u\u00dfert worden sei, den G\u00fcnther m\u00fcsse man nicht lesen, der sei ja von der US-Airforce bezahlt.[26]<\/p>\n<p>Hierzu ist anzumerken, dass es in den USA bis Ende der 60er-Jahre eine gemeinsame Verantwortung aller staatlichen Institutionen f\u00fcr die staatliche Forschungsf\u00f6rderung &#8211; insbesondere der Grundlagen-forschung \u2013 gab, dazu geh\u00f6rte eben auch das Milit\u00e4r.<\/p>\n<p>Die Gegenthese zu Galisons Kybernetik als Kriegswissenschaft l\u00e4sst sich flankieren durch eine historisch-politische Tatsache, die in medien- und kulturwissenschaftlichen Publikationen in Europa ebenso wenig Erw\u00e4hnung findet wie das BCL selbst, sieht man einmal von Albert M\u00fcller ab.<\/p>\n<p>Die F\u00f6rderbedingungen \u00e4nderten sich mit den studentischen Protesten gegen den Vietnamkrieg in den USA. Senator Mike Mansfield machte, um die Situation an den Universit\u00e4ten zu entspannen, den Vorschlag, alle Forschungsf\u00f6rderungen des Milit\u00e4rs zu \u00fcberpr\u00fcfen und nur noch solche Projekte zu f\u00f6rdern, die einen direkten milit\u00e4rischen Nutzen hatten.[27] 1969 verabschiedete daher der US-Kongress das sogenannte Mansfield-Amendment, das 1970 in den Defense Procurement Authorization Act integriert wurde.[28]<\/p>\n<p>Entsprechend dem Mansfield-Amendment war nun jeder Wissenschaftler, der F\u00f6rderungen \u00fcber das DoD, das Department of Denfense, erhielt, angehalten, die Bez\u00fcge seiner Forschungen zu milit\u00e4rischen Aufgaben zu erl\u00e4utern. Heinz von Foerster erkl\u00e4rte freim\u00fctig: &#8222;the research at BCL was not related to a military mission&#8220;.[29] Damit endete die F\u00f6rderung f\u00fcr das BCL, da sich woanders Mittel im selben Umfang nicht beschaffen lie\u00dfen. Das Institut wurde 1974 geschlossen und abgewickelt.<\/p>\n<h3>Filterblasen in Kultur- und Medienwissenschaften \u2013 der milit\u00e4rische Bias<\/h3>\n<p style=\"text-align: right;\">&#8222;Die Sprache sagt: &#8222;Geh dort lang, und wenn du das und das siehst, biege in die und die Richtung ein.&#8220; Mit anderen Worten: sie bezieht sich auf den Diskurs des Anderen&#8220; Friedrich Kittler, Jacques Lacan zitierend. [30]<\/p>\n<p>Neben Galison gibt es mindestens eine zweite Spur der Zitationen und Interpretationen zur Kriegswissenschaft, die auf den einflussreichen Kulturwissenschaftler und Medienphilosophen Friedrich Kittler zur\u00fcckgeht. Von ihm ist hinreichend bekannt, dass er immer wieder interpretierend auf Kriegstechnologie und Krieg als Ursprung Bezug nahm.[31] Nicht wenige kritisierten seine Interpretationen &#8211; in diesem speziellen Punkt! &#8211; als zu monoperspektivisch fixiert.[26]<\/p>\n<p>Sowohl f\u00fcr das Schillersche Spiel als urmenschliche Aktivit\u00e4t als auch f\u00fcr die Subversion als Ausdruck kreativer Bet\u00e4tigung gibt es dann &#8211; als alternative m\u00f6gliche Urspr\u00fcnge von Technik und Technologie &#8211; dort keine Pl\u00e4tze mehr.<\/p>\n<p>Diese Kittlersche Spur der Interpretation l\u00e4sst sich sogar noch weiter zur\u00fcckverfolgen bis zu Martin Heidegger [32], der das Wort &#8222;Kybernetik&#8220; \u00f6ffentlich nur ein einziges Mal in den Mund genommen hat. Auf die Frage von Rudolf Augstein und Georg Wolff zum Ende der Philosophie in seinem Spiegel-Interview: &#8222;Und wer nimmt den Platz der Philosophie jetzt ein?&#8220;, antwortete er knapp: &#8222;Die Kybernetik.&#8220;[33]<\/p>\n<p>Heideggers Schatten ist lang \u2013 in mancherlei Hinsicht. Jedenfalls hatte er den Kybernetik-Philosophen Gotthard G\u00fcnther eingehend studiert, dies jedoch nie \u00f6ffentlich gemacht. Wir sind gezwungen, uns bis zur \u00d6ffnung des Heideggerschen Archivs auf eine von Otto P\u00f6ggeler schriftlich verifizierte m\u00fcndliche Bemerkung Heideggers ihm gegen\u00fcber zu verlassen, nach der Heidegger gesagt hat, dass er die Lekt\u00fcre G\u00fcnthers f\u00fcr sehr lehrreich halte, gerade weil er scheitere.[34]<\/p>\n<p>Die Interpretationen aus Kultur- und Medienwissenschaften sowie die Positionen der sich darauf in politischen Debatten Berufenden einfach als Technoskeptizismus abzutun greift fehl. Es spiegelt sich dort vielmehr ein Verfahren im Diskurs, das sich selbst durch einen Mechanismus der Iteration eingrenzt und sich gegen alternative oder zus\u00e4tzliche \u2013 wie gezeigt durch Quellen belegbare \u2013 Interpretations- oder Erkenntniswege verwehrt. Es weist damit die Charakteristika einer zitatorischen Echokammer auf, einer Filterblase, die ein dominierendes Narrativ einer bestimmten F\u00e4rbung auspr\u00e4gt. Dieses wird gebildet und verfestigt durch wiederholte Iterationen \u00e4hnlicher Interpretationen, die Quellenwahl wird selektiv, d.h. anderslautende Quellen werden selten bis gar nicht als solche registriert. Kybernetik und Macy-Konferenzen verbleiben als ein Hauptanker der Kritik.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6rt auch, dass andere m\u00f6gliche Ansatzpunkte der Kritik, wie beispielsweise die zentralen Rollen Marvin Minskys, Claude Shannons und der Dartmouth-Konferenz 1956 nicht oder nur wenig in den Blick genommen werden. Hier wurde immerhin der Begriff &#8222;Artificial Intelligence&#8220; ins Leben gerufen, der auf heutige Entwicklungen einen sehr hohen Impact hatte.<\/p>\n<p>Ironischerweise wird das Ph\u00e4nomen Filterblase in den Kultur- und Medienwissenschaften nicht nur mit Blick auf Facebook und andere &#8222;soziale&#8220; Netzwerke &#8211; in der letzten Zeit eingehend reflektiert. Jedoch scheint die gerade von den Kybernetikern ausdr\u00fccklich thematisierte Selbstreferenz, hier als reflektierender zus\u00e4tzlicher Blick auf den eigenen Fokus, in den Medienwissenschaften zu fehlen.<\/p>\n<p>Das ist umso bedauerlicher, denn viele kybernetische Prim\u00e4rquellen bieten tiefere Einsichten und Positionen, die erheblich bereichernde Argumente zur Kritik der kalifornischen Ideologie liefern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Vom Standpunkt der Kybernetik zweiter Ordnung aus betrachtet sind die aktuellen IT-Systeme der Multis als zentralistisch organisierte simple Input-Output-Systeme beschreibbar, die in die eine Richtung als Datenstaubsauger arbeiten und in die andere als Instrument zur auf das Individuum bezogenen Selektion und Bereitstellung von Informationen mit dem Ziel, gesellschaftliche Gruppen zu fraktalisieren. Demokratische R\u00fcckkopplungen, wie Vil\u00e9m Flusser sie erhofft hatte, sind das definitiv nicht.[32]<\/p>\n<p>Insofern \u2013 um einmal in einem armoristischen Bild zu bleiben \u2013 stellen die aktuellen kritischen Positionierungen und Debattenbeitr\u00e4ge, die in ihren Begr\u00fcndungen die Kybernetik als Kriegs- und Steuerungs-wissenschaft f\u00fcr Gesellschaften interpretieren, eine argumentative Selbstentwaffnung dar.<\/p>\n<p>Man m\u00f6chte, fast verzweifelt, mit dem Ph\u00e4nomenologen Edmund Husserl ausrufen:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Zu den Sachen selbst!&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Hier sinngem\u00e4\u00df &#8222;Lest die kybernetischen Prim\u00e4rquellen!&#8220;<\/p>\n<p>Oder, wir bleiben erst mal in der Turing-Galaxis.<\/p>\n<p>Obwohl, Alan Turing hat das nicht verdient.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So long, Nick H. aka Joachim Paul<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Quellen<\/h3>\n<p>[1] Richard David Precht, Focus, 16.12.2017<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.focus.de\/kultur\/medien\/kultur-wozu-brauchen-wir-noch-philosophen-herr-precht_id_7989417.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.focus.de\/kultur\/medien\/kultur-wozu-brauchen-wir-noch-philosophen-herr-precht_id_7989417.html<\/a><\/p>\n<p>[2] Heinz von Foerster, Die Verantwortung des Experten, \u00dcberarbeitete Fassung des Grundsatzreferats zur Herbsttagung der American Society for Cybernetics, 09.12.1971; in: Heinz von Foerster, Sicht und Einsicht, Braunschweig, Wiesbaden 1985, S. 17-23, S. 21f<\/p>\n<p>[3] B\u00fcndnis f\u00fcr humane Bildung, <a href=\"http:\/\/www.aufwach-s-en.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.aufwach-s-en.de<\/a><\/p>\n<p>[4] Landtag von Nordrhein-Westfalen &#8211; S. 14 des Ausschussprotokolls vom 04.05.2016,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.landtag.nrw.de\/portal\/WWW\/dokumentenarchiv\/Dokument?Id=MMA16%2F1283|1|1&amp;Id=MMA16%2F1283|3|58&amp;Id=MMA16%2F1283|59|61\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.landtag.nrw.de\/portal\/WWW\/dokumentenarchiv\/Dokument?Id=MMA16%2F1283|1|1&amp;Id=MMA16%2F1283|3|58&amp;Id=MMA16%2F1283|59|61<\/a><\/p>\n<p>[5] Matthias Burchardt, Stellungnahme 16\/3737, S. 8,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.landtag.nrw.de\/portal\/WWW\/dokumentenarchiv\/Dokument\/MMST16-3737.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.landtag.nrw.de\/portal\/WWW\/dokumentenarchiv\/Dokument\/MMST16-3737.pdf<\/a><\/p>\n<p>[6] Tiqqun, Kybernetik und Revolte, 2007,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ia800505.us.archive.org\/19\/items\/tiqqun_kybernetik_und_revolte\/tiqqun_kybernetik_und_revolte.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ia800505.us.archive.org\/19\/items\/tiqqun_kybernetik_und_revolte\/tiqqun_kybernetik_und_revolte.pdf<\/a><\/p>\n<p>[7] Albert M\u00fcller, Zur Geschichte der Kybernetik \u2013 Ein Zwischenstand, \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaften, \u00d6ZG 19.2008.4, S. 22, Quelle 3,<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.studienverlag.at\/data.cfm?vpath=openaccess\/oezg-42008-mueller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.studienverlag.at\/data.cfm?vpath=openaccess\/oezg-42008-mueller<\/a><\/p>\n<p>[8] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Franklin_Foer\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Franklin_Foer<\/a><\/p>\n<p>[9] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Michael_P._Lynch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Michael_P._Lynch<\/a><\/p>\n<p>[10] Ralf Lankau, Systemfehler. Oder: Es gibt kein richtiges Leben im digitalen, Papier zu den Buckower Mediengespr\u00e4chen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/lankau.de\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2014\/10\/lankau_buckow16_final.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/lankau.de\/wp-content\/uploads\/sites\/7\/2014\/10\/lankau_buckow16_final.pdf<\/a><\/p>\n<p>[11] Ralf Lankau, Digitalisierung und schulische Bildung, Hessischer Landtag, 14.10.2016<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aufwach-s-en.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Lankau_Hessischer_Landtag_Stellungn_2016.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.aufwach-s-en.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Lankau_Hessischer_Landtag_Stellungn_2016.pdf<\/a><\/p>\n<p>[12] [Ralf Lankau, Kein Mensch lernt digital, Weinheim, Basel 2017, S.48<\/p>\n<p>[13] Arturo Rosenblueth, Norbert Wiener u. Julian Bigelow, Behavior, Purpose and Teleology, in: Philosophy of Science 10 (1943), 18\u201324.<\/p>\n<p>[14] Peter Galison, The Ontology of the Enemy: Norbert Wiener and the Cybernetic Vision, Critical Inquiry, Vol. 21, No. 1. (Autumn, 1994), pp. 228-266, Univ. of Chicago Press &#8211;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/jerome-segal.de\/Galison94.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/jerome-segal.de\/Galison94.pdf<\/a><\/p>\n<p>[15] Norbert Wiener, Letter to J. B. S. Haldane, 22 June 1942, Box 2, Folder 62, NiVP \u2013 zitiert nach Galison<\/p>\n<p>[16] <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Macy-Konferenzen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Macy-Konferenzen<\/a><\/p>\n<p>[17] Warren S. McCulloch and Walter Pitts, &#8222;A Logical Calculus of the Ideas Immanent in Nervous Activity&#8220;, Bulletin of Mathematical Biophysics (1943), 5, 115-133<\/p>\n<p>[18] Warren S. McCulloch, A Heterarchy of Values determined by the Topology of Nervous Nets, Bulletin of Mathematical Biophysics, 7(1945) 89-93<\/p>\n<p>[19] Stuart Umpleby, Definitions of Cybernetics, 1982, rev, 2000,<br \/>\n<a href=\"http:\/\/asc-cybernetics.org\/definitions\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/asc-cybernetics.org\/definitions<\/a>\u00a0 Anm. vom 14.05.2018: Wie mir Albert M\u00fcller via Email mitteilte, hat sich Stuart Umpleby auf seiner hier zitierten Definitionsseite wohl geirrt. <em>&#8222;Die Definitionen finden sich erstmals auf Seite 1 des Bandes Cybernetics of Cybernetics (1974) und sind beide eindeutig mit [H.V.F.] unterschrieben. Stuarts kleine Verwechslung ist insofern kurios, als sowohl er selbst als auch Varela zu dem Band beigetragen haben. Varelas Beitr\u00e4ge snd mit [F.V.] gekennzeichnet.&#8220;<\/em> Die im Text angegebenen Def. stammen also von Heinz von Foerster.<\/p>\n<p>[20] W. Ross Ashby, Einf\u00fchrung in die Kybernetik, Frankfurt a.M. 1985, S.7<\/p>\n<p>[21] Anna Verena-Nosthoff, Felix Maschewski, <a href=\"https:\/\/agora42.de\/interview-mit-anna-verena-nosthoff-und-felix-maschewski\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/agora42.de\/interview-mit-anna-verena-nosthoff-und-felix-maschewski\/<\/a><\/p>\n<p>[22] Claus Pias, Hg., Cybernetics \/ Kybernetik. The Macy-Conferences 1946\u20131953, Bd. I Transactions\/ Protokolle, Z\u00fcrich, Berlin 2003, und, Claus Pias, Hg., Cybernetics \/ Kybernetik. The Macy-Conferences 1946\u20131953, Bd. II Essays and Documents \/ Essays und Dokumente, Z\u00fcrich, Berlin 2004.<\/p>\n<p>[23] Heinz von Foerster, Erinnerungen an die Macy-Konferenzen und die Gr\u00fcndung des Biological Computer Laboratory, in: Claus Pias, Hg., Cybernetics \/ Kybernetik. The Macy-Conferences 1946\u20131953, Bd. II Essays and Documents, Berlin 2004<\/p>\n<p>[24] Albert M\u00fcller, Eine kurze Geschichte des BCL, \u00d6sterreichische Zeitschrift f\u00fcr Geschichtswissenschaften, 11 (1), 9-30, Wien 2000,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/constructivism\/papers\/mueller\/mueller00-bcl.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.univie.ac.at\/constructivism\/papers\/mueller\/mueller00-bcl.pdf<\/a><\/p>\n<p>[25] Gotthard G\u00fcnther, Das metaphysische Problem einer Formalisierung der transzendental-dialektischen Logik, in: Heidelberger Hegeltage 1962, Hegel-Studien Beiheft 1, S. 65-123, abgedruckt in: Gotthard G\u00fcnther, Beitr\u00e4ge zur Grundlegung einer operationsf\u00e4higen Dialektik, Bd 1, Hamburg 1976, S. 189-247<\/p>\n<p>[26] Rudolf Kaehr, Gisela Behrendt, private Kommunikationen<\/p>\n<p>[27] <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Mike_Mansfield\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Mike_Mansfield<\/a><\/p>\n<p>[28] Ronda Hauben, Creating the Needed Interface. &#8211; Telepolis: Magazin der Netzkultur 1999, <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Creating-the-Needed-Interface-3563729.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Creating-the-Needed-Interface-3563729.html<\/a><\/p>\n<p>[29] Stuart Umpleby, Heinz von Foerster and the Mansfield Amendment, Cybernetics an Human Knowing, Vol 10, nos. 3-4, pp. 187-190<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/233661621_Heinz_von_Foerster_and_the_Mansfield_Amendment\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/233661621_Heinz_von_Foerster_and_the_Mansfield_Amendment<\/a><\/p>\n<p>[30] Friedrich Kittler, Die k\u00fcnstliche Intelligenz des Weltkriegs: Alan Turing, in: Die Wahrheit der technischen Welt, Berlin 2013, S. 232-252, S. 234<\/p>\n<p>[31] Friedrich Kittler, Unberechenbarkeit, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AavTap5FgSQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=AavTap5FgSQ<\/a><\/p>\n<p>[32] Christopher Busch, Strategische Zitate. Zu Friedrich Kittlers Heidegger-Lekt\u00fcre, Zeitschrift f\u00fcr Literaturwissenschaft und Linguistik, Sep. 2014, Vol. 44, Issue 3, pp 161\u2013169,<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/BF03379990\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/BF03379990<\/a><\/p>\n<p>[33] Martin Heidegger, &#8222;Nur noch ein Gott kann uns retten&#8220;. In: Der Spiegel, 30. Jg., Nr. 23, 31. Mai 1976. Das Gespr\u00e4ch mit Rudolf Augstein und Georg Wolff fand am 23. September 1966 statt. Das vollst\u00e4ndige Gespr\u00e4ch ist abgedruckt in: G\u00fcnther Neske &amp; Emil Kettering (eds.), Antwort \u2013 Martin Heidegger im Gespr\u00e4ch, Pfullingen 1988<\/p>\n<p>[34] Cai Werntgen, Kehren: Martin Heidegger und Gotthard G\u00fcnther: europ\u00e4isches Denken zwischen Orient und Okzident, M\u00fcnchen 2006, S. 12<\/p>\n<p>[35] Vil\u00e9m Flusser, Verb\u00fcndelung oder Vernetzung? in: Kursbuch Neue Medien, Mannheim 1995, S. 15-23<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>pdf-Download des Beitrags &#8222;Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird.&#8220; Martin Walser Aufriss &#8222;Das Menschenbild des Silicon Valley ist das der Kybernetik, nicht das der Aufkl\u00e4rung&#8220;, \u00e4u\u00dferte der Philosoph Richard David Precht am 16.12.2017 in einem Interview des Magazins FOCUS anl\u00e4sslich einer Buchver\u00f6ffentlichung. 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