{"id":2029,"date":"2018-08-17T16:51:37","date_gmt":"2018-08-17T14:51:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=2029"},"modified":"2019-01-15T16:49:32","modified_gmt":"2019-01-15T14:49:32","slug":"vordenker-news-august-2018","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/2029\/vordenker-news-august-2018\/","title":{"rendered":"vordenker news August 2018"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Vordenkerinnen, liebe Vordenker,<\/p>\n<p>die letzte Ausgabe des vordenker newsletters ist <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=1811\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">fast ein Jahr<\/a> her. In ihr pr\u00e4sentierten wir \u2013 als ziemlich gro\u00dfen Brocken &#8211; das <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rk\/rk_bibliographie.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rudolf Kaehr Archiv<\/a> nebst einer <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/vgo\/annotations_vd-archive-rk.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Einleitung von Eberhard von Goldammer<\/a>.<\/p>\n<p>Nun gibt es eine ganze Reihe kleinerer Neuigkeiten. Zun\u00e4chst drei Hinweise auf Lesenswertes, Belletristisches des Autors A.J. Weigoni nebst Besprechung von Constanze Schmidt und Wissenschaftlich-Prosaisches des Physikers Willy Bierter und des Ingenieurs Ulrich Kramer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2038 size-full\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/gg_vorlesung445.jpg\" alt=\"Gotthard G\u00fcnther - Archivfoto\" width=\"445\" height=\"334\" srcset=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/gg_vorlesung445.jpg 445w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/gg_vorlesung445-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 445px) 100vw, 445px\" \/>Aber der Reihe nach: F\u00fcnf im Original englische Arbeiten von Gotthard G\u00fcnther liegen nun bilingual \u2013 englisch\/deutsch \u2013 vor und m\u00f6gen \u2013 unter anderem &#8211; weitere wichtige Einsichten zur Kybernetik und ihrer Geschichte liefern \u2013 fernab der umsichgreifenden Begriffsmissbr\u00e4uche und Sprechblasenproduktionen dazu im Netz.<\/p>\n<p>Warum auf Deutsch, reichen nicht die englischen Originale? <!--more-->Das ist sicher eine berechtigte Frage. Allerdings sind englische Texte mit einigem philosophischen Gehalt nicht jederfraumann gleicherma\u00dfen zug\u00e4nglich. Deshalb haben wir uns zu diesen \u00dcbersetzungen entschlossen, die \u00fcbrigens rationalisiert werden konnten durch den sehr guten K\u00f6lner Online-\u00dcbersetzer <a href=\"https:\/\/www.deepl.com\/translate\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">DeepL<\/a>. Die Performance ist nebenbei bemerkt deutlich besser als die von Google Translate.<\/p>\n<p>Gleichwohl wurden die KI-\u00dcbersetzungen in einem sorgf\u00e4ltigen zweischrittigen Verfahren Satz f\u00fcr Satz korrigiert und verbessert. Der Zeitgewinn war jedoch betr\u00e4chtlich.<\/p>\n<p>Eine kleine Anekdote am Rande, die englischen Texte G\u00fcnthers enthalten wie zu erwarten recht h\u00e4ufig den Begriff &#8222;subject&#8220;. Gemeint ist hier nat\u00fcrlich das Subjekt als Gegensatz zum Objekt, als Teil des Begriffsp\u00e4rchens aus der klassischen Seinslehre. DeepL machte aus &#8222;subject&#8220; recht h\u00e4ufig &#8222;Thematik&#8220; oder &#8222;Thema&#8220;, woraus \u2013 wen wundert\u2018s? &#8211; ein weiteres Mal hervorgeht, dass selbst gute KI-\u00dcbersetzer monokontextural arbeiten. In einem anderen Kontext jedoch ist &#8222;Thema&#8220; so falsch nicht, den selbstverst\u00e4ndlich ist bei Gotthard G\u00fcnther das Subjekt das Thema ;-), das menschliche zumal.<\/p>\n<p>Die Arbeiten sind bilingual in zwei Spalten pr\u00e4sentiert. Ein Hin- und Herspringen zwischen den Sprachversionen mag so zu der ein oder anderen neuen Erkenntnis f\u00fchren.<\/p>\n<p>Chronologisch nach den Zeitpunkten ihres Entstehens macht <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_cyb_ontology_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Cybernetic Ontology and Transjunctional Operations<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_cyb_ontology_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kybernetische Ontologie und transjunkte Operationen<\/a>, den Anfang. Der Aufsatz wurde 1962 ver\u00f6ffentlicht und repr\u00e4sentiert eine der ersten Arbeiten G\u00fcnthers am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biological_Computer_Laboratory\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BCL<\/a>. Er ist insbesondere deshalb interessant, weil das Thema der Kontextur \u2013 wie in allen seinen Arbeiten seit den sp\u00e4ten 50ern \u2013 darin schon implizit angesprochen ist. Zitat aus: <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_gebrochene-rationalitaet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die gebrochene Rationalit\u00e4t<\/a>, 1958: <em>\u201eEine nicht\u2011aristotelische, trans\u2011klassische Logik ist also ein Stellenwertsystem der klassischen Logik, das die letztere sowohl in ihrer irreflexiven (von uns erlebbaren) Normalform als auch in allen \u00fcberhaupt m\u00f6glichen reflexiven Varianten zeigt.\u201c<\/em> Gotthard G\u00fcnther verwendete die Begrifflichkeit der Kontextur &#8211; anstelle von Wertsystem oder Stellen- bzw. Ortswertsytem &#8211; erst seit etwa 1970.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_natural-numbers_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nat\u00fcrliche Zahlen in transklassischen Systemen<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_natural-numbers_en-ger.pdf\">Natural Numbers in Transclassic Systems<\/a>, wurde 1971 in zwei aufeinander folgenden Ausgaben des Journal for Cybernetics publiziert. G\u00fcnther widmete diesen Aufsatz dem Gedenken an Warren S. McCulloch, der im September 1969 verstarb. Der Text stellt insofern eine Besonderheit zu einer \u201ePhilosophie der Kybernetik\u201c dar, weil er explizit darauf insistiert, dass <em>\u201eTheorien der transklassischen Logik und mehrwertige Ontologien\u201c<\/em> zu dem Zweck eingef\u00fchrt werden, <em>\u201eum nicht die \u201aessentielle Einheit\u2018, sondern die wesentlichen Unterschiede im Konzept einer Maschine und dessen, was Wiener das lebende Gewebe nannte, aufzuzeigen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_new_approach_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A New Approach to the Logical Theory of Living Systems<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_new_approach_en-ger.pdf\">ein neuer Ansatz zur logischen Theorie lebender Systeme<\/a>, stammt aus dem Jahr 1972 und ist ein bislang unver\u00f6ffentlichtes Manuskript eines Vortrags in Chicago. Es stammt aus dem Privatarchiv von Rudolf Kaehr und ist h\u00f6chstwahrscheinlich &#8211; bislang wurde das nicht \u00fcberpr\u00fcft &#8211; identisch mit den ersten 15 Seiten in Mappe 264 im Nachlass Gotthard G\u00fcnthers (Nr. 196) in der Handschriftenabteilung des Staatsarchivs Preussischer Kulturbesitz. G\u00fcnther referenziert darin auf die Tarner-Lectures des Physikers Erwin Schr\u00f6dinger am Trinity-College in Cambridge, die sp\u00e4ter unter dem Titel \u201eMind and Matter\u201c, bzw. \u201eGeist und Materie\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden.<\/p>\n<p>In dem bislang unver\u00f6ffentlichten Aufsatz <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_negation_and_contexture_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Negation and Contexture<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_negation_and_contexture_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Negation und Kontextur<\/a>, aus dem Jahr 1972 begr\u00fcndet G\u00fcnther, warum die Theorie der Monokontexturalit\u00e4t aufzugeben und durch eine Logik polykontexturaler Systeme zu ersetzen ist.<\/p>\n<p>Den Abschluss bildet der Aufsatz <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_life_as_polycontexturality_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Life as Polycontexturality<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_life_as_polycontexturality_en-ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leben als Polykontexturalit\u00e4t<\/a>, aus dem Jahr 1973. Wir enthalten uns eines Kommentars und fordern stattdessen zum Lesen auf, jedoch nicht ohne den Hinweis, dass dieser Text G\u00fcnthers insbesondere in der Soziologie recht h\u00e4ufig rezipiert wurde.<\/p>\n<p>Zu Ulrich Kramer gab es schon eine Ank\u00fcndigung. Ulrich Kramer leitete lange Jahre das Autolab an der Hochschule Bielefeld. Ver\u00f6ffentlicht ist hier eine ganze Aufsatzsammlung, \u201e<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ukramer\/uk_ML.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mi\u00e4 L\u00e4\u00e4waafn \u2013 Ungehaltene Reden aus nichtigem Anlass<\/a>\u201c. Mi\u00e4 L\u00e4\u00e4waafn ist ein Ausdruck aus dem \u201eFr\u00e4nggischn\u201c und bedeutet in etwa soviel wie \u201eMein Leergerede\u201c. Wie leer dieses Gerede wirklich ist, davon k\u00f6nnen sich die gesch\u00e4tzten Leser*innen gern selbst \u00fcberzeugen. F\u00fcr den schnellen Einstieg gibt es hier separat einen Auszug aus der Aufsatzsammlung mit dem Titel \u201e<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ukramer\/uk_kybernetik_ursprung.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zum Ursprung der Kybernetik<\/a>\u201c Warum? Weil es passt. Denn der Beitrag stellt die Kybernetik in philosophische und wissenschaftshistorische Bez\u00fcge, die so manchen \u00fcberraschen m\u00f6gen. Mehr soll hier nicht verraten werden.<\/p>\n<p>Der D\u00fcsseldorfer Autor A.J. Weigoni ver\u00f6ffentlichte unl\u00e4ngst einen weiteren Roman, \u201e<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/lokalhelden.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lokalhelden<\/a>\u201c, der als ethnographische Exkursion in den rheinischen Alltag verstanden werden kann. Also Lokales, wohltuend im Zeitalter der Globalisierung, obwohl, global waren die Rheinl\u00e4nder ja schon immer, irgendwie \u2026, globale Lokalhelden eben. Die Besprechung von Constanze Schmidt findet sich <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/weigoni\/lokalhelden.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Zu guter Letzt freuen wir uns \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.product-life.org\/de\/archiv\/cv\/willy-bierter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Willy Bierter<\/a>\u2019s \u201e<a href=\"https:\/\/www.exlibris.ch\/de\/buecher-buch\/deutschsprachige-buecher\/willy-bierter\/wege-eines-wanderers-im-morgengrauen\/id\/9783746080840\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wege eines Wanderers im Morgengrauen &#8211; Auf den Spuren Gotthard G\u00fcnthers in transklassischen Denk-Landschaften<\/a>\u201c, ein literarisch-handwerklich gelungener &#8211; \u00fcber weite Strecken dialogischer &#8211; Grenzgang an den R\u00e4ndern der klassischen Seinslehre, nebst Exkursionen und Spr\u00fcngen dar\u00fcber hinaus. \u2026. Es besteht die Hoffnung, dass dieses Buch den Zugang zum Werk des \u201epreu\u00dfischen Kybernetikphilosophen\u201c Gotthard G\u00fcnther f\u00fcr einen gr\u00f6\u00dferen Leserkreis \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Lesen (gerade das sollte man heutzutage \u00f6fter mal sagen), Ihr &amp; Euer<\/p>\n<p>Joachim Paul (Hg. www.vordenker.de)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Vordenkerinnen, liebe Vordenker, die letzte Ausgabe des vordenker newsletters ist fast ein Jahr her. In ihr pr\u00e4sentierten wir \u2013 als ziemlich gro\u00dfen Brocken &#8211; das Rudolf Kaehr Archiv nebst einer Einleitung von Eberhard von Goldammer. Nun gibt es eine ganze Reihe kleinerer Neuigkeiten. Zun\u00e4chst drei Hinweise auf Lesenswertes, Belletristisches des Autors A.J. 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