{"id":2390,"date":"2023-03-06T17:27:34","date_gmt":"2023-03-06T16:27:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=2390"},"modified":"2023-03-19T13:02:50","modified_gmt":"2023-03-19T12:02:50","slug":"chatgpt-wortkettenkondensierer-und-gebrochener-spiegel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/2390\/chatgpt-wortkettenkondensierer-und-gebrochener-spiegel\/","title":{"rendered":"ChatGPT \u2013 Wortkettenkondensierer und gebrochener Spiegel"},"content":{"rendered":"\n<p> &#8230; ist der nicht mehr ganz so neue hot shit aus dem Valley, der das Performance-Wettrennen der textgenerierenden k\u00fcnstlichen Intelligenzen er\u00f6ffnet hat. Bin ich jetzt direkt betroffen, etwa mein Job, oder ist es Zeit f\u00fcr Popcorn? Das ist die Frage. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/aigen_chatgpt800.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"490\" src=\"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/aigen_chatgpt800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2391\" srcset=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/aigen_chatgpt800.jpg 800w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/aigen_chatgpt800-300x184.jpg 300w, http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/aigen_chatgpt800-768x470.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">AI generated by Alexandra Koch &#8211; via Pixabay<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Unter dem Titel <em>Wettlauf der Gehirne<\/em> textet der Aufmacher der Ausgabe 2023\/10 von DER SPIEGEL in der Rubrik <strong>DISRUPTION <\/strong>&#8222;Der Hype um k\u00fcnstliche Intelligenz hat einen gnadenlosen Machtkampf ausgel\u00f6st. Google und Microsoft streiten um die Vorherrschaft im Silicon Valley, China und die USA um die Technologief\u00fchrerschaft in der Welt. Und Europa? Diskutiert.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Seitenhieb auf die europ\u00e4ische Unt\u00e4tigkeit ist nat\u00fcrlich ein Muss f\u00fcr jedes neoliberale Warnmedium. Ja echt! Wir k\u00f6nnten uns wirklich ein bisschen mehr M\u00fche geben mit KI, deren Systeme \u00fcbrigens unfassbar viel Energie und Rechenpower fressen. Aber andererseits braucht\u2019s da keine falsche Bescheidenheit, denn &#8230;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>ohne die Lithographiemaschinen und Laser des niederl\u00e4ndischen Unternehmens ASML und die Pr\u00e4zisionsspiegel von Trumpf und Carl Zeiss geht auch im Silicon Valley nichts \u2013 zumindest nichts Neues. \u00dcber die Firmen berichtete unl\u00e4ngst ein <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/download.djp.de\/downloadarticle.php?p1=9258&amp;p2=1652693380&amp;p3=save\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/download.djp.de\/downloadarticle.php?p1=9258&amp;p2=1652693380&amp;p3=save\" target=\"_blank\">preisgekr\u00f6nter, spannender Beitrag<\/a> aus WELT AM SONNTAG.<\/p>\n\n\n\n<p>Die aktuell so gehypte KI ChatGPT ist ein zum Dialog\/ Textaustausch f\u00e4higer Chatbot, der \u2013 zusammengefasst und verk\u00fcrzt dargestellt &#8211; auf der Basis von 175 Milliarden Parametern Wortketten anhand von statistischen Wahrscheinlichkeiten berechnet. Die Antworten, die der Chatbot liefert, haben daher keinen Anspruch auf Wahrheit. Es k\u00f6nnen auch keine konkreten Quellen der Statements benannt werden. Die Textproduktionen sind somit Verdichtungen, quasi Kondensate der in den Trainingsdaten enthaltenen Texte. Das meiste Trainingsmaterial stammt aus dem Website-Sammler <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Common_Crawl\" target=\"_blank\">Common Crawl<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Textkondensate k\u00f6nnen daher auch als Halluzinate bezeichnet werden. K\u00fcnstliche Intelligenzen k\u00f6nnen halluzinieren, dieser Sprachgebrauch unter Informatikern ist recht neu.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier eine Anfrage an ChatGPT vom 31.01.2023<br>Guten Tag. Was k\u00f6nnte die philosophische Bedeutung des Konzeptes Schattenbahnhof sein?<br>(Anmerkung: Wer das wissen will, erh\u00e4lt eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schattenbahnhof\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">halbwegs zufriedenstellende Antwort<\/a> in der deutschsprachigen Wikipedia.)<\/p>\n\n\n\n<p>Antwort ChatGPT:<\/p>\n\n\n<blockquote>\n<p>Das Konzept eines Schattenbahnhofs ist in der Philosophie nicht ausdr\u00fccklich definiert. Es k\u00f6nnte jedoch eine Metapher sein, um die Bedeutung von Dingen, die im Verborgenen existieren, aber trotzdem Einfluss haben, zu erkl\u00e4ren. Es kann auch eine Analogie sein, um die Notwendigkeit von offenbarten und verborgenen Aspekten des Lebens oder die Rolle, die das Unbewusste in unseren Entscheidungen spielt, zu veranschaulichen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n<p>Das ist nat\u00fcrlich totaler Quatsch, gleichwohl ziemlich beeindruckend, da es auf den ersten Blick Kreativit\u00e4t suggeriert. Und ganz bl\u00f6d ist die Antwort ja nicht. Mein Sohn hatte bislang die weitaus besseren Ideen, insbesondere was Aufforderungen an den Bot angeht, Dialoge zu produzieren. Hier sein Beispiel vom 10.02.2023<\/p>\n\n\n\n<p>Bitte erkl\u00e4re G\u00f6dels Unvollst\u00e4ndigkeitssatz im Stil der Dialoge eines Bud-Spencer Films.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Klar, aber zun\u00e4chst m\u00fcssen wir sicherstellen, dass wir dasselbe verstehen. Du sprichst von G\u00f6dels Unvollst\u00e4ndigkeitssatz, richtig?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, genau das meine ich.<\/p>\n\n\n\n<p>Okay, gut. Also, stell dir vor, du hast eine Mathematikbibliothek mit B\u00fcchern, die alle m\u00f6glichen Aussagen \u00fcber die Mathematik enthalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, ich kann mir das vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gut, also der G\u00f6del-Typ kommt zu uns und sagt: &#8222;H\u00f6rt mal zu, Freunde. Es gibt ein Problem mit eurem System. Ihr k\u00f6nnt nicht beweisen, dass alle wahren Aussagen \u00fcber die Mathematik auch in euren B\u00fcchern stehen.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Warte mal, was soll das hei\u00dfen? Kannst du das noch mal erkl\u00e4ren?<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, klar. G\u00f6del sagt, dass es immer wahre Aussagen in der Mathematik geben wird, die nicht bewiesen werden k\u00f6nnen, indem man nur die Regeln und Axiome verwendet, die in der Mathematikbibliothek festgelegt sind. Es ist eine Art &#8222;Loch&#8220; im System.<\/p>\n\n\n\n<p>Verstehe ich das richtig? Du sagst, dass es immer wahre Aussagen geben wird, die wir nicht beweisen k\u00f6nnen?<\/p>\n\n\n\n<p>Genau das sagt G\u00f6dels Unvollst\u00e4ndigkeitssatz. Und das ist eines der bekanntesten Ergebnisse in der Mathematik und Philosophie des 20. Jahrhunderts.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auch hier wieder der Anschein von Kreativit\u00e4t. Wer die beiden Schauspieler und ihre Filme noch kennt, kann den sich o.g. Text mit entsprechenden Stimmen vorgetragen, gleich als Diskussion an irgendeiner verlotterten Bar vorstellen. Das ist wirklich lustig. Man kann also mit dem Bot Spa\u00df haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das sollten wir auch, anders als irgendwelche selbsternannten KriegerInnen des Humanen, f\u00fcr die die technologischen Outputs des Silicon Valley ausschlie\u00dflich Erg\u00fcsse des milit\u00e4risch-industriellen Komplexes sind mit dem Ziel der Zersetzung von Freiheit und Demokratie. Das unter diesen Leuten beliebteste Gruselwort ist Kybernetik, der Begriff wird gern missbraucht f\u00fcr alles nur erdenkliche B\u00f6se. Und informationstechnologische Abbildungen neuronaler \u2013 besser neuromorpher \u2013 Netzwerke, so wie ChatGPT eines ist, haben nat\u00fcrlich im weiteren Sinne mit Kybernetik zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Maschinen werden uns bestimmen, sagt nun <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SHscLlmwb-U\" target=\"_blank\">die \u00f6sterreichische Historikerin Andrea Komlosy<\/a>, die sich zur Untermauerung Ihrer Behauptungen eines nicht allgemeinen, sondern <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/features\/Anti-Aufklaerung-Kriegstechnologie-4049821.html?seite=all\" target=\"_blank\">eng historisch \u2013 und milit\u00e4risch! \u2013 gefassten Begriffs der Kybernetik bedient<\/a>. Und sie ist nicht die einzige.<\/p>\n\n\n\n<p>Ganz im Gegensatz dazu fragt Peter Sloterdijk in seinem Essay <em>G\u00f6tterd\u00e4mmerung <\/em>mit Emphase [1]: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>M\u00fcssen wir uns wirklich mit der Suggestion befassen, die Erfinder der K\u00fcnstlichen Intelligenz h\u00e4tten sich in die freigewordene Position des Macher-Gottes gedr\u00e4ngt? <\/p>\n\n\n\n<p>[\u2026] Was sollen wir den seit Jahrhunderten aufflammenden antimodernen Hysterien antworten, die unterstellen, der Mensch m\u00f6chte \u201ewerden wie Gott\u201c? <\/p>\n\n\n\n<p>[\u2026] Nicht wenige der kl\u00fcgsten unter den geistig virulenten Zeitgenossen \u2013 nennen wir Hawking und Hariri anstelle von einigen Nennenswerten \u2013 dr\u00fccken ihre spirituellen Sorgen in der Vision von der \u00dcberw\u00e4ltigung der Menschen durch ihre digitalen Golems aus.<\/p>\n\n\n\n<p>[\u2026] Die Konsequenzen des immer rascheren Abflie\u00dfens von Menschenreflexionen in Maschinenreflexionen sind unabsehbar. Gegenbewegungen bezeugen ihren Protest. Man wird Staud\u00e4mme bauen gegen die Fluten externalisierter Intelligenz. <\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Diesen Staudamm-Bauern h\u00e4lt der Philosoph ein Zitat desjenigen Denkers entgegen, der laut Sloterdijk das Ph\u00e4nomen der k\u00fcnstlichen Intelligenz fr\u00fcher und durchdringender als alle Zeitgenossen reflektiert hatte, Gotthard G\u00fcnther. Am Ende seines Aufsatzes <em>Seele und Maschine<\/em> aus dem Jahr 1956 schrieb G\u00fcnther:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Die Kritiker, die beklagen, da\u00df die Maschine uns unsere Seele \u201eraubt\u201c, sind im Irrtum. Eine intensivere, sich in gr\u00f6\u00dfere Tiefen erhellende Innerlichkeit st\u00f6\u00dft hier mit souver\u00e4ner Geb\u00e4rde ihre gleichg\u00fcltig gewordenen, zu blo\u00dfen Mechanismen heruntergesunkenen Formen der Reflexion von sich ab, um sich selber in einer tieferen Spiritualit\u00e4t zu best\u00e4tigen. Und die Lehre dieses geschichtlichen Prozesses? Wieviel das Subjekt von seiner Reflexion auch an den Mechanismus abgibt, es wird dadurch nur reicher, weil ihm aus einer unersch\u00f6pflichen und bodenlosen Innerlichkeit immer neue Kr\u00e4fte der Reflexion zuflie\u00dfen.[2]<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Genau jene Innerlichkeit zeigte sich unl\u00e4ngst in einer Rede, betitelt mit <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2023\/10\/rainald-goetz-zeitung-soziale-energie\/komplettansicht\" target=\"_blank\"><em>Soziale Energie<\/em><\/a>, die der Schriftsteller Rainald Goetz im Wissenschaftskolleg in Berlin hielt und die in DIE ZEIT abgedruckt wurde. Der Autor feierte darin das Medium Zeitung und die Prozesse der Textproduktion. Man muss da nicht mit dem Redner konform gehen, aber sein Beitrag entspringt einer holistischen Denkkultur, f\u00fcr die Sprache weit mehr als ein Instrument zur Informations\u00fcbermittlung sondern eher eine Art Wahrnehmungsorgan ist. Er spricht von der inneren<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>HYSTERIEENERGIE, die der Geist in jedem Aktivisten braucht und hervorbringt, wenn schriftliche Dokumente dessen entstehen sollen, was die Spr\u00fcnge der Gedanken, die schauhafte Vielfalt von gleichzeitig eingesehenen Aspekten im Augenblick des Verstehens einer Sache, die kaskadenhafte Folge von explizierenden Schritten der Darlegung von Argumenten, die diese Augenblicke von Erkenntnis nachvollziehbar machen, was geistige Arbeit in ihrer ganzen Wirrheit und Irrheit, zugleich hochrational, als Praxis ist \u2026<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Selbstredend ist ChatGPT im Gegensatz zu dieser Form von Textproduktion ein statistischer Zusammenkl\u00f6ppler von Wortketten, nichts weiter. Dies aber mit einer irren Rechenpower, die Menschen zweifellos abgeht. Ein Werkzeug, und nicht weiter nichts, sondern ein Werkzeug, dessen Gebrauch uns ver\u00e4ndern wird.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Gespr\u00e4ch mit Gerhard Johann Lischka 1988 spricht der Medienphilosoph Vil\u00e9m Flusser \u00fcber unsere Beziehung zu Werkzeugen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wenn ein neues Werkzeug hergestellt wird, dann wird es aus Gr\u00fcnden hergestellt, die die zur Zeit herrschende Lage erfordert. Die Absicht, mit der ein Werkzeug erfunden wird, geht diesem also voraus; aber wenn das Werkzeug einmal hergestellt ist und sich der Geist in dieser Form objektiviert hat, so entsteht ein Feedback. Zuerst imitiert der Mensch sich in der Welt, und dann imitiert er seine eigenen Imitationen. In diesem Kreis ver\u00e4ndert sich der Mensch. Das Werkzeug beginnt, in einer ganz anderen Funktion gesehen zu werden als jener, fiir die es urspr\u00fcnglich hergestellt wurde. Diejenigen, die an die urspr\u00fcngliche Absicht sich klammern, sehen im Werkzeug nur Gefahren, aber diejenigen, die ein wenig dar\u00fcber hinaussehen, erkennen im Werkzeug auszubeutende M\u00f6glichkeiten.[3]<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wir m\u00fcssen also erstmal endecken, was wir da erfunden haben. Konrad Zuse sagte einmal, er habe seine Z3 konstruiert, weil er zu faul zum Rechnen sei. Und heute?<\/p>\n\n\n\n<p>Niemand wird bestreiten, dass neue Technologien auch Gefahren bedeuten k\u00f6nnen. Aber eben nicht nur. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass jedwede Technik ein fraktaler Spiegel ist, in den wir schauen. Die Technik ist von uns.<\/p>\n\n\n\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Artificial Intelligence: Last Week Tonight with John Oliver (HBO)\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Sqa8Zo2XWc4\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" width=\"770\" height=\"433\" frameborder=\"0\"><\/iframe><\/p>\n\n\n\n<p>Der US-Talkmaster John Oliver ist eine gute Adresse. Nicht nur f\u00fcr Humor. Ab etwa Minute 24 fordert er dazu auf, dass wir das black box problem bei computergenerierten neuronalen Netzen angehen sollten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus kann man auch mal versuchen, eine Extremposition einzunehmen wie die von Rudolf Kaehr:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Also, man kann das so weit sich ausdenken, da\u00df wir m\u00f6glichst alles, was wir heute \u00fcberhaupt haben, an die Maschine abgeben k\u00f6nnen, um an etwas &#8218;ranzukommen, was uns bis dahin immer verdeckt war, n\u00e4mlich sozusagen die reine Faktizit\u00e4t unserer Existenz.[4]<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Und, wie f\u00fchlt sich das an?<\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich habe keine Angst vor diesen technischen Innovationen, keine Angst davor, dass von meinem Menschsein nichts \u00fcbrig bleibt. Ich rate aber zur Vorsicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Angst habe ich eher vor dem, wozu manche sogenannte Mitmenschen vermittels dieser Techniken m\u00f6glicherweise f\u00e4hig sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Viel Spa\u00df, Nick H. aka Joachim Paul<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h3>\n\n\n\n<p>[1] Peter Sloterdijk, G\u00f6tterd\u00e4mmerung, in: Nach Gott, Frankfurt a. M. 2017, S. 7 \u2013 30<\/p>\n\n\n\n<p>[2] Gotthard G\u00fcnther, <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/gg_seele-maschine.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Seele und Maschine<\/a>, Erstver\u00f6ffentlichung in: Augenblick Bd. 3, 1955, Heft 1, S. 1-16, abgedruckt in: \u201eBeitr\u00e4ge zu einer operationsf\u00e4higen Dialektik\u201c, Band 1, p.75-90, Felix Meiner Verlag, Hamburg, 1976.<\/p>\n\n\n\n<p>[3] Vil\u00e9m Flusser: Zwiegespr\u00e4che: Interviews 1967-1991 \/ Vil\u00e9m Flusser. Hrsg. von Klaus Sander. &#8211; Gottingen: European Photography, 1996, S. 34-40<\/p>\n\n\n\n<p>[4] <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rk\/rk_Freistil-oder-die-Seinsmaschine_2000.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">FREISTIL, oder die Seinsmaschine \u2013 Mitteilungen aus der Wirklichkeit<\/a>, Audioausz\u00fcge aus einer Sendung des WDR 3, produziert und konzipiert von Thomas Schmitt http:\/\/www.tagtraum.de \u2013 Regie Thomas Schmitt, Text Rudolf Kaehr<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; ist der nicht mehr ganz so neue hot shit aus dem Valley, der das Performance-Wettrennen der textgenerierenden k\u00fcnstlichen Intelligenzen er\u00f6ffnet hat. Bin ich jetzt direkt betroffen, etwa mein Job, oder ist es Zeit f\u00fcr Popcorn? Das ist die Frage. 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