{"id":1394,"date":"2016-05-13T22:23:09","date_gmt":"2016-05-13T20:23:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=1394"},"modified":"2016-05-30T16:50:09","modified_gmt":"2016-05-30T14:50:09","slug":"top-10-12-05-2016-lt-nrw-chancen-der-digitalisierung-im-wissenschaftsbereich-nutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/1394\/top-10-12-05-2016-lt-nrw-chancen-der-digitalisierung-im-wissenschaftsbereich-nutzen\/","title":{"rendered":"TOP 10, 12.05.2016 \u2013 LT NRW \u2013 Chancen der Digitalisierung im Wissenschaftsbereich nutzen"},"content":{"rendered":"<p>Meine Rede zu TOP 10 am 12. Mai 2016, Die Chancen der Digitalisierung im Wissenschaftsbereich nutzen &#8211; landesweit koordinierte Lizensierung von digitalen Bibliotheksbest\u00e4nden er\u00f6ffnet neue Spielr\u00e4ume<br \/>\nAntrag der Fraktion der CDU &#8211; Drucksache 16\/8454<br \/>\nBeschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses f\u00fcr Innovation,<br \/>\nWissenschaft und Forschung &#8211; Drucksache 16\/11816<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/sW6yZ8BYGiI\" width=\"445\" height=\"250\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Vizepr\u00e4sident Oliver Keymis: Vielen Dank, Frau Freimuth. \u2013 F\u00fcr die Piratenfraktion spricht Herr Dr. Paul.<\/p>\n<p>Dr. Joachim Paul (PIRATEN): Vielen Dank. \u2013 Lieber Herr Pr\u00e4sident! Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen! Liebe Zuschauer! Wir sprechen hier im Rahmen dieses Antrags \u00fcber Nationallizenzen. Ich m\u00f6chte allerdings auch einmal auf die Gelbdrucklizenz f\u00fcr Gro\u00dfverlage eingehen.<\/p>\n<p>Wir Piraten sind der Meinung, dass einige wenige Verlage unsere Hochschulen und Bibliotheken regelrecht ausnehmen <!--more-->und dass es nur einen Weg gibt, diesen Missbrauch zu beenden. Insofern sehen wir Ihre Kritik, liebe regierungstragende Fraktionen, der CDU-Antrag w\u00fcrde viel zu wenig auf Open Access eingehen, als nachtr\u00e4gliches Kompliment f\u00fcr unsere Piratenarbeit an.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich haben wir das Thema \u201eOpen Access\u201c in den Landtag gebracht.<\/p>\n<p>(Vereinzelt Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Das war auch der Grund, dass wir dem CDU-Antrag zun\u00e4chst eine Chance geben wollten. Wir werden uns allerdings heute wohlwollend enthalten.<\/p>\n<p>Das Thema \u201eLizenzierung\u201c flankiert zwar auch die Open-Access-Bewegung, insbesondere, wenn es sich um Allianzlizenzen handelt, aber wir sehen Kostensenkungen \u2013 im Gegensatz zu Herrn Dr. Berger \u2013 nicht als das wichtigste Ziel an. Wir wollen stattdessen endlich den Teufelskreis immer teurer werdender Abos und Lizenzen bei einer gleichzeitig weiter sinken-den Literatur- und Zeitschriftenauswahl durchbrechen.<\/p>\n<p>In der Anh\u00f6rung haben wir erfahren, dass Lizenzverhandlungen durch eine Konsortialstelle bereits halbwegs erfolgreich verlaufen. Dennoch steigen die Preise immer weiter an. Daher m\u00fcssen wir grunds\u00e4tzlich \u00fcber eine Umstrukturierung in der Literaturversorgung sprechen.<\/p>\n<p>Dabei, liebe CDU, geht es nicht in erster Linie um Einsparpotentiale in den Bibliotheksetats, sondern vor allem um die Nutzer und Nutzerinnen. Wartezeiten und Staus am Ausgabeschalter in der Bib und die Meldung \u201eDieses Buch ist vergriffen\u201c m\u00fcssen endlich der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Noch immer senden wir Aufs\u00e4tze und Kopien per Post durch dieses Land.<\/p>\n<p>Gro\u00dfverlage sollen weiterhin eine wichtige Rolle spielen d\u00fcrfen. Aber ihre bisherige Gelddrucklizenz m\u00fcssen sie definitiv verlieren.<\/p>\n<p>Insofern f\u00fchrt jeder Euro, der in NRW in Open-Access-Publikationen flie\u00dft, mittel- und langfristig zu fairen Einkaufsbedingungen f\u00fcr die Hochschulbibliotheken. Es geht also nicht vordergr\u00fcndig um Einsparungen, sondern es geht zun\u00e4chst auch um Investitionen in die Open-Access-Beratung und in die Infrastruktur in den Hochschulen.<\/p>\n<p>Mit dem Thema \u201eNationallizenzen\u201c allein kommen wir auch nicht weiter. Wenn der Verlag Elsevier f\u00fcr ein Jahresabo eines Journals 23.700 \u20ac berechnet, droht nicht l\u00e4nger bestimmten Nutzergruppen der Nutzungsausschluss, sondern der Preis ist der Nutzungsausschluss. Das sollte auch im CDU-Antrag stehen.<\/p>\n<p>Allerdings liegt das Problem, Frau Ministerin Schulze, auch auf der Regierungsseite. Sie gestehen den Verlagen weiterhin die Lizenz zum Gelddrucken zu. Sie sagten im Ausschuss bereits zweimal, dass in den vergangenen zehn Jahren 150 Millionen \u20ac f\u00fcr Lizenzen bereitgestellt worden sind. Sie f\u00fchren die Kostensteigerungen als Ausdruck der Qualit\u00e4t der Arbeit an. Dabei flie\u00dft kein einziger Euro davon in die Lehre oder in die Forschung. Der Verlag Elsevier hat zu dem Zeitpunkt, als dieser Antrag noch aktuell war, f\u00fcr Lizenzen \u00fcber 700 Millionen \u20ac Gewinn eingestrichen.<\/p>\n<p>Diesen Zusammenhang muss man einfach sehen. Das Geld flie\u00dft nicht in eine bessere Literaturversorgung f\u00fcr Forscherinnen und Forscher, sondern in die Taschen der Gro\u00dfverlage, die abzocken. Das hei\u00dft, wir pumpen immer mehr Geld quasi direkt in die Verlage, und darauf darf man nicht stolz sein. Denn so wird es immer teurer. Ich glaube, durch das bisherige Verfahren wird die Marktmacht der Falschen gest\u00e4rkt. Das Geld m\u00fcsste anders eingesetzt werden.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen Open Access f\u00f6rdern, um aus diesem Teufelskreis herauszukommen. W\u00e4hrend unsere Bibliotheken eine Zeitschriftenkrise erleben, fahren einige Verlage so enorme Renditen ein, dass einige schon von Gewinnraten, die man sonst nur im Waffen- und Drogenhandel erzielt, sprechen. Das ist nicht mein Alarmismus, sondern das stand in der \u201eS\u00fcddeutschen\u201c vom 19. Februar 2016. \u2013 Wir finden, es muss wieder um den Lesestoff f\u00fcr die Forscherinnen und Forscher gehen und nicht um Finanzspritzen f\u00fcr die Gro\u00dfverlage.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob Sie die Meldung schon erreicht hat. Am 6. Mai dieses Jahres hat die Universit\u00e9 de Montr\u00e9al 2.116 Springer Journals gek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Frau Seidl und Herr Bell aufgrund einer zutreffenden Analyse zu Open Access einen Spielraum f\u00fcr Verbesserungen er\u00f6ffnet haben, haben Sie, Frau Ministerin Schulze, zumindest im Ausschuss behauptet, wir h\u00e4tten in NRW kaum Verbesserungspotenzial.<\/p>\n<p>Ich glaube, mit dieser Analyse kommen wir nicht weiter. Wir m\u00fcssen neue Wege gehen. Wir Piraten denken, Open Access ist der richtige Schl\u00fcssel daf\u00fcr. Hoffentlich werden in der Zwischenzeit \u00dcberlegungen angestellt, genau das zu verbessern. Wir w\u00fcrden sehr gerne daran mitarbeiten. \u2013 Herzlichen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Noch mal in Richtung der Unionsfraktion: wohlwollende Enthaltung. \u2013 Vielen Dank.<\/p>\n<p>(Beifall von den PIRATEN)<\/p>\n<p>Vizepr\u00e4sident Oliver Keymis: Vielen Dank, Herr Dr. Paul. \u2013 F\u00fcr die Landesregierung spricht Frau Ministerin Schulze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine Rede zu TOP 10 am 12. 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