{"id":2103,"date":"2019-10-15T15:13:34","date_gmt":"2019-10-15T13:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=2103"},"modified":"2019-10-15T15:21:26","modified_gmt":"2019-10-15T13:21:26","slug":"vordenker-news-oktober-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/2103\/vordenker-news-oktober-2019\/","title":{"rendered":"vordenker news Oktober 2019"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Vordenkerinnen, liebe Vordenker,<\/p>\n<p>im M\u00e4rz erhielten Sie den letzten Newsletter. In der Zwischenzeit konnten wieder einige Werke f\u00fcr die Online-Publikation vorbereitet werden. Deren Stichworte lauten u.a.: Kenogrammatik \u2013 Semiotik \u2013 Selbstreferenz \u2013 Kontexturalit\u00e4t \u2013 Logikwechsel \u2013 Systemtheorie &#8211; Polykontexturale Architektur<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-2110\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/protoarithmetics_cut_890-e1571144032820.jpg\" alt=\"\" width=\"445\" height=\"263\" \/><\/p>\n<p>Dieses Mal stellen wir f\u00fcnf Aufs\u00e4tze von zwei Autoren bereit, die <!--more-->man mit Fug und Recht als unabh\u00e4ngige freie Forscher bezeichnen kann. Einer der Aufs\u00e4tze entstand in Co-Autorenschaft mit zwei weiteren Autoren. Vier der Aufs\u00e4tze liegen auf Deutsch und Englisch vor &#8211; f\u00fcr unsere internationalen Leser*innen. Bei den \u00dcbersetzungen half die K\u00f6lner \u00dcbersetzungs-KI <a href=\"https:\/\/deepl.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">deepl.com<\/a>, \u00fcber die erste Rohversionen erstellt wurden.<\/p>\n<p>Direktzugriff f\u00fcr Ungeduldige:<\/p>\n<p>Rudolf Matzka: <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_semiotic_abstractions_en_ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Semiotic Abstractions in the Theories of Gotthard G\u00fcnther and George Spencer Brown<\/a> (bilingual)<\/p>\n<p>Rudolf Matzka: <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_klassische_kenogrammatik_ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klassische Kenogrammatik \u2013 Eine semiotische Ortsbestimmung<\/a> \/\/ <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_classical_kenogrammatics_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Classical Kenogrammatics \u2013 A Semiotic Localization<\/a><\/p>\n<p>Joseph Ditterich: <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_logikwechsel-selbst-referenz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Logikwechsel und Theorie selbstreferentieller Systeme<\/a><\/p>\n<p>Joseph Ditterich: <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_Contexturality.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Contexturality: System-Reframing for Self-Reference<\/a> \/\/ <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_Kontexturalitaet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kontexturalit\u00e4t: System-Neustrukturierung f\u00fcr Selbstreferenz<\/a><\/p>\n<p>Joseph Ditterich, Doris &amp; Ralph Thut: <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_drt_kawasaki.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KAWASAKI &#8211; Konzept-Design f\u00fcr einen Intelligent Plaza &#8211; Concept-Design for an Intelligent Plaza<\/a> (bilingual)<\/p>\n<p>Zu den Autoren und Themen:<\/p>\n<p>Der Mathematiker und Volkswirt Rudolf Matzka besch\u00e4ftigt sich in den 80er Jahren u.a. mit Fragen der <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rk\/rk-jd-rm_Organisatorische-Vermittlung-verteilter-Systeme_1985.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">organisatorischen Vermittlung verteilter Systeme<\/a>, u.a. zusammen mit Joseph Ditterich, dem zweiten Autoren dieser Ausgabe. Diese Arbeit wurde bereits 2017 hier online gestellt, im Zuge des Aufbaus des <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rk\/rk_bibliographie.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rudolf Kaehr-Archivs<\/a>.<\/p>\n<p>Bis heute setzt sich Matzka mit Gotthard G\u00fcnthers Philosophie und ihren formalen Aspekten und Konsequenzen auseinander. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Kenogrammatik.<\/p>\n<p>Bereits 1993 ver\u00f6ffentlichte er einen Aufsatz im &#8222;Journal for Philosophy and Psychology&#8220; in der Ausgabe &#8222;Mind &amp; Logic&#8220; mit dem Titel &#8222;<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_semiotic_abstractions_en_ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Semiotic Abstractions in the Theories of Gotthard G\u00fcnther and George Spencer Brown<\/a>&#8222;, in dem er in Browns Gesetzen der Form und in G\u00fcnthers Kenogrammatik semiotische Innovationen identifiziert und diese im Rahmen der klassischen Theorie der Zeichenketten formal rekonstruiert.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Gotthard G\u00fcnthers Theorie der &#8222;Polykontexturalen Logik&#8220; und George Spencer Browns &#8222;Gesetze der Form&#8220; sind beide ziemlich revolution\u00e4re Abweichungen von der klassischen Logik, [\u2026]. Bei n\u00e4herer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die beiden Theorien wenigstens ein weiteres Merkmal gemeinsam haben: Ihre Abweichung von der klassischen Logik findet nicht nur auf der Ebene der logischen Regeln statt und nicht nur auf der Ebene der grammatikalischen Regeln, sondern auch auf der Ebene der semiotischen Regeln. Das hei\u00dft, weder die &#8222;Polykontexturale Logik&#8220; noch die &#8222;Gesetze der Form&#8220; k\u00f6nnen innerhalb der Grenzen des klassischen Konzepts &#8222;Zeichenkette&#8220; angemessen dargestellt werden. [\u2026] Diese semiotische Dimension der Innovation scheint Dasjenige zu sein, was diese beiden Theorien so revolution\u00e4r macht, und das kann durchaus ein Grund sein, warum sie f\u00fcr den Mainstream so schwer zu akzeptieren sind.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_semiotic_abstractions_en_ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier Weiterlesen<\/a> \u2013 der Text liegt in einer bilingualen Version vor.<\/p>\n<p>Im Aufsatz &#8222;<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_klassische_kenogrammatik_ger.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Klassische Kenogrammatik \u2013 Eine semiotische Ortsbestimmung<\/a>&#8220; (2010), der auch als Fortsetzung gelesen werden kann, wendet sich Matzka ganz der Kenogrammatik zu und deckt bei Gotthard G\u00fcnther Parallelen auf zur Identit\u00e4tskritik der buddhistischen Philosophie des mittleren Wegs. Und nicht so ganz im Vorbeigehen erf\u00e4hrt G\u00fcnthers Begrifflichkeit der \u201eNegativsprache\u201c eine zus\u00e4tzliche Erl\u00e4uterung aus einem zeichentheoretischen Blickwinkel. W\u00e4hrend in &#8222;Semiotic Abstractions&#8220; eher formale Aspekte betont sind, stellt Matzka in &#8222;Klassische Kenogrammatik&#8220; die Systematisierung in den Vordergrund und f\u00fchrt den Begriff &#8222;Kenom&#8220; f\u00fcr das Zeichenatom der Kenogrammatik ein.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/rmatzka\/rm_classical_kenogrammatics_en.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">-&gt; zur englischen Version<\/a><\/p>\n<p>In seinem Aufsatz &#8222;<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_logikwechsel-selbst-referenz.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Logikwechsel und Theorie selbstreferentieller Systeme<\/a>&#8220; versucht Joseph Ditterich &#8222;die von Gotthard G\u00fcnther geleistete Sinnanalyse der klassischen Logik, die ihm eine grundlegende Erweiterung im Bereich der logischen Form er\u00f6ffnete, auf eine mengentheoretische Formulierung der Systemtheorie zu \u00fcbertragen.&#8220; Es geht ihm dabei &#8222;ausschlie\u00dflich um eine Analyse der Grundstruktur der Komponenten [&#8230;], aus denen sich Systeme und ihre Prozesse bilden,&#8220; was &#8222;paradigmatisch an der Mengenlehre und ihrer Logik&#8220; gezeigt werden kann. &#8222;An dem Verh\u00e4ltnis von Teilen und Ganzem&#8220; so Ditterich weiter, entscheide &#8222;sich die M\u00f6glichkeit selbstreferentieller Systeme. Dass diese M\u00f6glichkeit einen Wechsel der Logik als Fundierung der Systemtheorie erfordert, soll anhand der G\u00fcntherschen Untersuchungen zur klassischen Logik und seiner transklassischen Logikkonzeption dargestellt werden.&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_Kontexturalitaet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kontexturalit\u00e4t: System-Neustrukturierung f\u00fcr Selbstreferenz<\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8222;In der Beziehung zwischen dem Begriff eines Systems und dem Ph\u00e4nomen der Selbstreferenzialit\u00e4t dominiert noch immer ein konservativer Standpunkt in Bezug auf die Logik. Der von Gotthard G\u00fcnther eingef\u00fchrte Systembegriff der Kontexturalit\u00e4t ist das Ergebnis einer radikalen Ver\u00e4nderung der logischen Grundlagen von Systemen.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>In &#8222;<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_Kontexturalitaet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kontexturalit\u00e4t: System-Neustrukturierung f\u00fcr Selbstreferenz<\/a>&#8220; zeigt Ditterich,<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;wie G\u00fcnthers Einf\u00fchrung des philosophischen Themas der subjektiven Selbstreflexion in seine Konzeption einer mehrwertigen Ortswerte-Logik die Funktion der Selbstreferentialit\u00e4t in Bezug auf ein System umkehrt. [\u2026] Die Selbstreferentialit\u00e4t eines Systems in seiner minimalen, aber entfalteten Organisation ist nur m\u00f6glich, wenn dieses System mit anderen Systemen oder Kontexturen in Verbindung steht oder von diesen umgeben ist. In der klassischen zweiwertigen Logik gibt es keine M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine Konzeption einer Vielzahl elementarer logischer Systeme. Die Identifizierung einer zweiwertigen Logik mit einer Elementarkontextur erzwingt die Einf\u00fchrung einer polykontexturalen Logik f\u00fcr eine operative Fundierung selbstreferentieller Systeme.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_Kontexturalitaet.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Hier weiterlesen<\/a> \u2013 -&gt; <a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_Contexturality.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">zum englischen Originaltext<\/a><\/p>\n<p>In &#8222;<a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_drt_kawasaki.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">KAWASAKI &#8211; Konzept-Design f\u00fcr einen Intelligent Plaza \/\/ Concept-Design for an Intelligent Plaza<\/a>&#8222;, das 2007 in einer bilingualen Print-Ausgabe erschien, wendet sich Joseph Ditterich zusammen mit den Architekten Doris und Ralph Thut anwendungsbezogenen Fragestellungen zu.<\/p>\n<p>Aus dem Vorwort zu KAWASAKI von Doris Thut (2007):<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Mit einer provokativen Forderung endet der hier ver\u00f6ffentlichte Text aus dem Jahr 1986. Selbst f\u00fcr die Mitverfasser stellt der als Wettbewerbsbeitrag entstandene Text in seiner Konsequenz auch heute eine ungemindert gro\u00dfe Herausforderung dar. Der Text \u2013 im weiteren Kawasaki genannt \u2013 ist ein Projekt der Polycontextural Arch Group, die damals mit der Absicht einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen dem System- und Objekttheoretiker Joseph Ditterich und den Architekten Doris u. Ralph Thut gegr\u00fcndet wurde. Das gemeinsame Interesse an den Arbeiten des Philosophen und Logikers Gotthard G\u00fcnther seit Anfang der 70er Jahre hatte die Mitglieder jedoch schon vorher zu sporadischen Kooperationen zusammengef\u00fchrt, die 1982 in das interdisziplin\u00e4re Projekt &#8222;Architektur und Komplexit\u00e4t&#8220; m\u00fcndeten. Ohne diese inhaltliche Vorarbeit w\u00e4re der Beitrag f\u00fcr Kawasaki City nicht m\u00f6glich gewesen. Das Programm des Wettbewerbs (&#8222;Campus City Kawasaki&#8220;) formulierte erstmals einen kulturpolitischen Anspruch, der \u00fcber die blo\u00dfe elektronische Vernetzung \u00f6ffentlicher und privater Einrichtungen, also die Bildung eines &#8222;Knowledge based Networks&#8220; in der Stadt Kawasaki, hinausgeht. Es sollte \u00fcber die Bedeutung dieser &#8222;intelligenten&#8220; Vernetzung (CAN: Campus Area Network) f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Raum nachgedacht und neue identit\u00e4tsstiftende \u00f6ffentliche R\u00e4ume an den &#8222;Terminals&#8220; der neuen Medien entwickelt werden. Das hier vorgestellte theoretische Modell eines &#8222;intelligenten&#8220; Raumsystems handelt nicht von elektronisch gesteuerten Mechanismen, die den Menschen die Handhabung verschiedener funktionaler Elemente abnehmen k\u00f6nnen, sondern von der m\u00f6glichen zuk\u00fcnftigen Weiterentwicklung des architektonischen und st\u00e4dtischen Raumes. Kawasaki ist ein Beitrag, der der Moderne (und ihren nachfolgenden Ismen) eine grundlegende Perspektive aufzeigt und zur Diskussion stellt.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vordenker.de\/jditterich\/jd_drt_kawasaki.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Weiterlesen \u2013 bilinguale Version<\/a>.<\/p>\n<p>Eine Kurzbiographie Ditterichs findet sich in KAWASAKI auf Seite 112.<\/p>\n<p>Viel Spa\u00df beim Lesen und Studieren w\u00fcnscht,<\/p>\n<p>Ihr Joachim Paul (Hrsg.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Vordenkerinnen, liebe Vordenker, im M\u00e4rz erhielten Sie den letzten Newsletter. In der Zwischenzeit konnten wieder einige Werke f\u00fcr die Online-Publikation vorbereitet werden. 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