{"id":218,"date":"2011-05-03T01:11:43","date_gmt":"2011-05-02T23:11:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=218"},"modified":"2011-07-14T21:04:38","modified_gmt":"2011-07-14T19:04:38","slug":"postprivacy-filtersouveranitat-schon-am-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/218\/postprivacy-filtersouveranitat-schon-am-ende\/","title":{"rendered":"Postprivacy: Filtersouver\u00e4nit\u00e4t schon am Ende?"},"content":{"rendered":"<p>Das Vorgehen der <a title=\"WebSite der Spackeria\" href=\"http:\/\/spackeria.wordpress.com\/\" target=\"_blank\">Spackeria<\/a> ist schon bewundernswert, keine Frage. Minimaler Inhalt, maximaler Effekt. Schlie\u00dflich geht es ja um die Entleerung menschlicher Subjektivit\u00e4t in die Maschine &#8230; irgendwie. \ud83d\ude00 &#8211; Es ist alles im Netz und ich bin so leer &#8230;<br \/>\nJedoch kann ebensowenig Zweifel daran bestehen, dass die kulturellen Konzepte von Privatsph\u00e4ren und \u00d6ffentlichkeiten diskutiert werden m\u00fcssen im Hinblick auf m\u00f6gliche Transformationen &#8211; oder spackeresk postmodern transpopulistisch &#8211; im Hinblick auf die Bedingungen der M\u00f6glichkeit ihrer Hinweg-Dekonstruktion im Framework des \u00dcberstiegs zum Transhumanen. <!--more-->Allein das Wie ist die Frage, denn der argumentative Boden, auf dem sowohl die Postprivacy-Apologeten als auch die Datensch\u00fctzer stehen, weist so einige L\u00f6cher und Stolperfallen auf.<\/p>\n<p>Das Konzept der Privatsph\u00e4re als Strukturelement unserer Kultur oder als strukturelles Kulturem &#8211; und hier machen sowohl die Spackeria mit ihrer Idee der Postprivacy als auch der klassische Datenschutz keine Ausnahme &#8211; wird landl\u00e4ufig meist diskutiert als bestimmter Bereich des Individuums und seines Beziehungsfeldes, aus dem Informationen nicht an die\u00a0 \u00d6ffentlichkeit(en) gelangen sollen. Demgegen\u00fcber steht jedoch auch das Str\u00f6men von Informationen in den Bereich des Privaten hinein. Die Membranen des Privaten sind bezogen auf den Informationsfluss bidirektional durchl\u00e4ssig &#8211; das waren sie schon immer &#8211; und eine Frage, die sich dazu ergibt, ist die nach der Kontrolle der Informationsfl\u00fcsse. Dabei tat man bisher und in erster N\u00e4herung so, als sei die Privatperson zu aller und jeder Zeit der Souver\u00e4n ihres Informations-Inputs, als sei sie also in der Lage, \u00fcber ihren Informations-Input die Kontrolle zu bewahren.<br \/>\nAus der Biologie wissen wir, je komplexer die Struktur eines Lebewesens, umso komplexer sind auch dessen Filter zum Prozessieren der Signale der Welt beschaffen. Das liegt in der Natur der Sache. Und es besteht kein Grund, diese allgemein akzeptierte Tatsache nicht auch auf kulturelle Wesen wie uns zu beziehen. Auf der kulturellen Ebene arbeitet das <a title=\"Aufsatz Gotthard G\u00fcnthers - Bewusstsein als Informationsraffer\" href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/inforaff.pdf\" target=\"_blank\">Bewusstsein als Informationsraffer<\/a>, eine Erkenntnis, die in dieser Formulierung auf die fr\u00fchen Kybernetiker wie W. Ross Ashby und Gotthard G\u00fcnther zur\u00fcckgeht.<\/p>\n<p>F\u00fcr den kulturstiftenden Bereich in Bezug auf Medien fasst dies Stefan M\u00fcnker noch einmal gut zusammen, wenn er unter Rekurs auf R\u00f6sler und Habermas sagt:<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8222;Das Begriffspaar &#8222;\u00f6ffentlich&#8220; und &#8222;privat&#8220; ist seither in einer engen Konstellation verbunden; und es ist in seiner Differenz f\u00fcr die Entwicklung des modernen Individuums ebenso wie f\u00fcr die Entwicklung der modernen Gesellschaft konstitutiv. So wichtig gerade in der modernen Gesellschaft der Schutz des Privaten f\u00fcr die M\u00f6glichkeit eines selbstbestimmten Lebens ist, so entscheidend ist die M\u00f6glichkeit der Transzendierung des privaten Raumes f\u00fcr die Konstruktion einer kollektiv bestimmten \u00f6ffentlichen Sph\u00e4re. Die Konstruktion von \u00d6ffentlichkeit wiederum ist anders als medial nicht zu haben &#8211; und Ver\u00e4nderungen der medialen Konstellationen haben nicht nur immer schon ihre Spuren in der public sphere, sondern damit eben immer auch zugleich im Verh\u00e4ltnis zwischen dem \u00d6ffentlichen und dem Privaten hinterlassen.&#8220; [Stefan M\u00fcnker: Emergenz digitaler \u00d6ffentlichkeiten. Die Sozialen Medien im Web 2.0., Frankfurt 2009, S.115]<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re der Informationsbegriff und das damit verbundene Modell mit den vier Komponenten Sender, Empf\u00e4nger, Information und Rauschen selbst zu hinterfragen. Schon Heinz von Foerster, einer der Mitbegr\u00fcnder des radikalen Konstruktivismus, kritisiert ihn als von Shannon und Weaver verursachte erkenntnistheoretische Katastrophe, es h\u00e4tte besser Signaltheorie als Informationstheorie gehei\u00dfen. Das ist eine andere Geschichte. Im Moment soll hier nicht weiter darauf eingegangen werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr die aktuelle Diskussion aber, die sich an den Grenzlinien zwischen Postprivacy-Idee und Datenschutzbed\u00fcrfnissen entz\u00fcndet, ist es sicher sinnvoll, eine kritische Methodenreflexion aufzurufen, die sich schon aus dem Streit um die sog. k\u00fcnstliche Intelligenz ergab, und zwar &#8211; wie dies der Mathematiker und Philosoph <a title=\"Rudolf Kaehr - Metakritische Untersuchungen \u00fcber den Stellenwert der Logik in der neueren K\u00fcnstliche-Intelligenz-Forschung\" href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/rk_meta.pdf\" target=\"_blank\">Rudolf Kaehr<\/a> ausf\u00fchrt, sowohl als Korrektiv gegen falsche Erwartungen wie auch als Ort der systemtranszendierenden Innovation gegen falsche Einschr\u00e4nkungen sowie im Sinne einer kritischen Wissenschaftlichkeit.<br \/>\nIm R\u00fcckgriff auf die Hermeneutik Heideggers kritisiert Hubert Dreyfus in &#8222;Cybernetics as the last State of Metaphysics&#8220;[Akten des XVI. Int. Kongr. f. Philos., Wien, 1968] Marvin Minskys Statement <em>&#8222;There is no reason to suppose machines have any limitations not shared by men&#8220;<\/em>, indem er auf einen &#8222;infinite regress&#8220; bzw. einen circulus vitiosus hinweist.<br \/>\nWenn wir voraussetzen, dass unsere Welt aus einer indefiniten Mannigfaltigkeit von Informationseinheiten (bits) besteht, dann mu\u00df eine Entscheidung, bzw. ein Kontext anerkannt werden, der angibt, welche Informationen f\u00fcr eine bestimmte Berechnung relevant sind. Gibt man dies zu, dann besteht die Welt nicht mehr homogen nur aus Informationen, sondern auch aus Kontexten von Informationen, im Widerspruch zur Annahme. Wird jedoch der Kontext selbst zur Information erkl\u00e4rt, so entsteht der Zirkel, dass das, was eine Information bestimmen soll, selbst wieder Information ist. Wir sto\u00dfen hier auf das Problem des Verh\u00e4ltnisses von Information und Bedeutung. Nach dem klassischen Paradigma wird Bedeutung auf Information reduziert. Das transklassische Paradigma jedoch insisitiert auf der Irreduzibilit\u00e4t von Information und Bedeutung.<\/p>\n<p>Nun versammeln sich aber Datensch\u00fctzer sowie Postprivacy-Apologeten in ihrer Auseinandersetzung auf dem Boden des klassischen Paradigmas, d.h. die o.g. prinzipielle Differenz von Information und Bedeutung wird nicht anerkannt. Die Folge kann nur ein Streit um den sprichw\u00f6rtlichen Bart des Kaisers sein.<br \/>\nWas hier aufscheint, wurde andernorts bereits als <a title=\"Rudolf Kaehr - Kalk\u00fcle f\u00fcr Selbstreferentialit\u00e4t oder selbsreferentielle Kalk\u00fcle? \" href=\"http:\/\/www.thinkartlab.com\/pkl\/media\/dortmund.pdf\" target=\"_blank\">Selbstreferenz<\/a> bezeichnet, eine Selbstr\u00fcckbez\u00fcglichkeit, die auf dem Boden der klassischen Formalismen nicht mehr thematisierbar ist und die nichts mit den aus der Informatik bekannten Selbstfunktionsaufrufen zu tun hat.<\/p>\n<p>Michael Seemann aka mspro wirft nun &#8211; recht unausgegoren, wie er anerkennenswerterweise selbst sagt &#8211; zwei Begriffe als Spielb\u00e4lle in die Diskussion, <a title=\"mspro: Vom Kontrollverlust zur Filtersouver\u00e4nit\u00e4t\" href=\"http:\/\/carta.info\/39625\/vom-kontrollverlust-zur-filtersouveranitat\/\" target=\"_blank\">Kontrollverlust und Filtersouver\u00e4nit\u00e4t<\/a>.<\/p>\n<p>mspro:<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8222;Der Kontrollverlust f\u00fchrt aber nicht zur totalen Transparenz &#8211; das wird oft falsch verstanden. Der Kontrollverlust f\u00fchrt aber zwangsl\u00e4ufig in den Zustand, dass die Grenzen zwischen \u00f6ffentlich\/nicht\u00f6ffentlich keine selbstbestimmten mehr sein k\u00f6nnen.&#8220;<br \/>\n&#8222;Die Query-\u00d6ffentlichkeit ist die positive Kehrseite des Kontrollverlusts. Sie ist das St\u00fcck Autonomie, dass der Empf\u00e4nger von Informationen hinzugewinnt, welches der Sender der Information durch den Kontrollverlust verloren hat. Es ist die Invertierung des klassischen \u00d6ffentlichkeitsbegriffs und erfordert ein nicht gerade triviales Umdenken.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>\u00c4hem, eine Invertierung ist eine triviale Operation. Immer. Oder was soll gemeint sein?<br \/>\nHier wird also eine Informationshoheit, die der Sender nie gehabt hat, dem Empf\u00e4nger zugeschoben. Aber das ist sowas von Sixties! Denn f\u00fcr den klassischen Kommunikationsprozess hatte der radikale Konstruktivismus in der Person Heinz von Foersters schon in den Sechzigern konstatiert: <em>&#8222;Nicht der Sager, sondern der H\u00f6rer bestimmt die Bedeutung einer Aussage.&#8220;<\/em><br \/>\nAchso, Information und Bedeutung sind ja dasselbe. Und es geht ja hier um Sender und Empf\u00e4nger.<\/p>\n<blockquote>\n<p>mspro: &#8222;Ein Umdenken, das aber durchaus beobachtbar bereits stattfindet und &#8211; so meine These &#8211; sich mit dem Fortschreiten des Kontrollverlusts noch ausweiten wird. Mit diesem Umdenken von \u00d6ffentlichkeit kehren sich auch eine ganze Reihe von Wertpr\u00e4ferenzen um und bereiten damit den Weg f\u00fcr eine andere Informationsethik.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Wieso? Eine Pyramide, die auf dem Kopf steht, ist immer noch eine Pyramide.<\/p>\n<blockquote>\n<p>mspro: &#8222;Wenn sich &#8211; erstens &#8211; Information aufgrund ihrer billigen Speicherbarkeit nicht mehr f\u00fcr ihre Existenz rechtfertigen muss und wir &#8211; zweitens &#8211; annehmen, dass die Querys, die man auf einen Datensatz anwenden kann, in ihren M\u00f6glichkeiten unendlich sind, gibt es pl\u00f6tzlich keine legitime Instanz mehr, die sich anma\u00dfen k\u00f6nnte zu entscheiden, was wichtige, unwichtige, gute oder schlechte Information ist. Das Zusammenstellen von Querys und Pr\u00e4ferieren von Filtern w\u00e4re das radikale Recht ausschlie\u00dflich des Empf\u00e4ngers.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Aber das war es doch schon immer!<\/p>\n<blockquote>\n<p>mspro: Gleichzeitig befreien diese unvorhersehbaren, weil unendlichen Querys auch den Sender der Information. Sie befreien ihn davon, Erwartungen entsprechen zu m\u00fcssen. Denn der Andere kann, weil er in unendlichen Quellen mit perfekt konfigurierbaren Werkzeugen hantiert, keinen Anspruch mehr an den Autor stellen &#8211; weder einen moralisch-normativen noch einen thematisch-informationellen. Die Freiheit des Anderen, zu lesen oder nicht zu lesen, was er will, ist die Freiheit des Senders, zu sein, wie er will.<br \/>\n&#8222;Filtersouver\u00e4nit\u00e4t&#8220;, so habe ich diese neue Informationsethik genannt, ist eine radikale Umkehr in unserem Verh\u00e4ltnis zu Daten.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>N\u00f6. Mal etwas weiter gedacht ist vor dem Hintergrund des oben ausgewiesenen Verh\u00e4ltnisses von Information und Kontext, Information \u00fcber Information, Filtersouver\u00e4nit\u00e4t also selbst ein Informationskonzept, d.h. \u00fcber Informationen zu Filtern angebbar. Wenn ich an diese Informationen gelange, also wei\u00df, wie Du filterst, ist es um Deine Filtersouver\u00e4nit\u00e4t bereits geschehen.<\/p>\n<p>Hat jemand das leise Plopp der Seifenblase geh\u00f6rt? Es gibt auch Leute, die bevorzugen des Sound des Zerbr\u00f6selns eines trockenen Kekses &#8230;.<\/p>\n<p>Der einzige Ausweg, der dem der Souver\u00e4nit\u00e4t verlustig gegangenen nun scheinbar offen steht, ist, seine Filter zu dynamisieren, sie permanent zu ver\u00e4ndern. Aber was n\u00fctzt dann noch der Filter, wenn er schon morgen neuen Eigenschaften folgt? Der Sinn eines Filters ist ja gerade eine gewisse Konstanz, eine Routine, die f\u00fcr das zu verschiedenen Zeiten Gefilterte Vergleichbarkeit erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Es geht jedoch noch weiter. Die Firmen-Policy von Facebook gegen\u00fcber seinen Nutzern l\u00e4\u00dft sich wie folgt zusammenfassen als Verf\u00fchrung: <em>&#8222;Ach, komm, lass mich Deine Filter sein. Du musst Dich um nichts k\u00fcmmern.&#8220;<\/em> Das ist sexy.<br \/>\nFacebook empfiehlt sich hier als der Vertraute, der einerseits Filtern offen als Dienstleistung anbietet und andererseits &#8211; \u00fcberspitzt formuliert &#8211; sich die Filterhoheit einfach nimmt.<em> &#8222;Ich sortiere Deine Welt f\u00fcr Dich, habe Vertrauen. Du wirst gl\u00fccklich sein.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Eine alarmierende Botschaft f\u00fcr alle Diejenigen, die bewusst leben m\u00f6chten und ein Paradies nicht bestellt haben.<br \/>\nUnd ein <em>&#8222;Zeig mir Deine Filter und ich sag&#8216; Dir wer Du bist&#8220; <\/em>f\u00fchrt sehr schnell zu <em>&#8222;Ich bin Dein Filter und ich sage Dir wer Du bist, bzw. wie Du zu sein hast.&#8220; <\/em>Schon der im \u00fcbrigen recht harmlose Nearest-Neighbor-Algorithmus der Amazon-Kaufempfehlungen kann bei empfindsameren Gem\u00fctern zu solchen Assoziationen f\u00fchren, vor allem dann, wenn Humor als Schild sowie Tool zur Bewusstmachung nicht zu Gebote steht.<\/p>\n<p><a title=\"Julia Schramm's Blog\" href=\"http:\/\/juliaschramm.de\" target=\"_blank\">Julia Schramm<\/a> stellt in ihrem Blog fest, sie sei Konstruktivistin.<br \/>\nNun lautet einer der Grunds\u00e4tze des radikalen Konstruktivismus, der ethische Imperativ Heinz von Foersters: &#8222;Handle stets so, dass die Zahl der Wahlm\u00f6glichkeiten gr\u00f6\u00dfer wird.&#8220; Einem jeden wird auch ohne weitere Erl\u00e4uterung unmittelbar klar, dass dieser Grundsatz mit einigen Thesen der Spackeria unvereinbar ist.<br \/>\nDoch Vorsicht Falle, es k\u00f6nnte ja auch die These vertreten werden, dass ja gerade durch die Aufhebung von Privatsph\u00e4re die Zahl der Wahlm\u00f6glichkeiten erh\u00f6ht werden soll\/kann.<\/p>\n<p>Der praktische Aufweis dessen verbleibt als konstruktive Aufgabe der Spackeria.<\/p>\n<p>M.E. f\u00fchrt der o.g. Zusammenfall von Information und Kontext von Information, i.e. der Zusammenfall von Filtern und Gefiltertem, zu einer Implosion in eine Totalit\u00e4t der Gleichbehandlung von Information und Bedeutung, die eben nicht Wahlm\u00f6glichkeiten anreichert.<\/p>\n<p><a title=\"Das Agora-Argument - Julia Schramm\" href=\"http:\/\/juliaschramm.de\/blog\/moderne\/arendt-und-privatssphare\/\" target=\"_blank\">In der Diskussion<\/a> wird nicht erst seit gestern immer wieder die Agora-\u00d6ffentlichkeit, die altgriechische Polis bem\u00fcht als Urmuster des Demokratischen, aus dem die \u00d6konomie ausgeklammert war. Es wird Zeit, einmal festzuhalten, dass diese historische Form der Demokratie die Bezeichnung &#8222;Demokratie der Wenigen&#8220; vollumf\u00e4nglich verdient. Denn neben den Frauen wird auch die \u00d6konomie immer aus der Betrachtung ausgeklammert, weil das eben jene \u00d6konomie bestellende Heer von Leibeigenen, Sklavinnen und Sklaven als basale Erm\u00f6glichungsbedingung der Agora-Freiheit der Gleichen unter Gleichen ebenfalls ausgeklammert ist. Sie spielen im politischen Fokus der Selbstbetrachtung der griechischen Freim\u00e4nner im wahrsten Sinne des Wortes keine Rolle. Ungleichheit, so wird argumentiert, sei eine Eigenschaft der Privatr\u00e4ume, folglich seien diese zu dekonstruieren.<\/p>\n<p>Wir sollten heute dar\u00fcber hinaus sein. Die neuzeitlichen Menschenrechte stellen zumindest ein Konzept der Abwesenheit von Skaverei dar, in dem jedem Einzelnen auch ein Recht auf Privatsph\u00e4re zugestanden wird. Allein die Realit\u00e4t des Planeten sieht &#8211; wie wir alle nur zu gut und f\u00fcr viele schmerzhaft! wissen &#8211; anders aus.<br \/>\nDie Membranen und Informationsfl\u00fcsse zwischen &#8222;privat&#8220; und &#8222;\u00f6ffentlich&#8220; sind es, die unter Zuhilfenahme des Netzes transformiert werden k\u00f6nnen. Fruchtbar mag hier eine Verschiebung des eigenen Koordinatensystems in Bezug auf das Problem sein, um eine Vielheit der Blickwinkel (Kontexte) zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Nick H.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Vorgehen der Spackeria ist schon bewundernswert, keine Frage. Minimaler Inhalt, maximaler Effekt. 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