{"id":925,"date":"2014-08-23T16:05:10","date_gmt":"2014-08-23T14:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=925"},"modified":"2014-08-23T16:07:10","modified_gmt":"2014-08-23T14:07:10","slug":"attacs-manifest-von-lindau-ein-kommentar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/925\/attacs-manifest-von-lindau-ein-kommentar\/","title":{"rendered":"ATTACs Manifest von Lindau &#8211; ein Kommentar"},"content":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Eberhard von Goldammer<\/p>\n<p><a name=\"zu1und2\"><\/a>Dieses Manifest von Lindau [<a href=\"#1\">1<\/a>] ist eine Analyse, der man kaum widersprechen kann. Allerdings fehlt ein ganz entscheidender Aspekt, n\u00e4mlich die Frage nach den Denk<!--more-->werkzeugen, die diesem \u201eneoliberalen Mainstream-Denken\u201c in der \u00d6konomie zugrunde liegen. Diese Frage l\u00e4sst sich einfach beantworten: Es ist die logisch-mathematisch-naturwissenschaftliche Rationalit\u00e4t, die die gesamte abendl\u00e4ndische Kultur beherrscht und deren Beginn man in das 17. Jdt. beginnend mit Descartes (1595-1650), Pascal (1623-1662), Newton (1643-1727) und Leibniz (1646-1716) legen kann.[<a href=\"#2\">2<\/a>]<\/p>\n<p><a name=\"zu3\"><\/a>Heute <em>erleben<\/em> wir das <em>un<\/em>reflektierte Ende dieser Epoche, denn so erfolgreich diese Denkwerkzeuge auch waren, um unsere physischen, d.h. im Wesentlichen unsere k\u00f6rperlichen F\u00e4higkeiten zu er\u00adweitern [<a href=\"#3\">3<\/a>], so wenig hilfreich sind diese Werkzeuge, um die teilweise sehr komplexen Probleme einer sp\u00e4t-industriellen Gesellschaft zu l\u00f6sen. \u2013 Probleme, die auf der Grundlage der logisch-ma\u00adthematisch-naturwissenschaftlichen Rationalit\u00e4t \u2013 neben den vielen Vorteilen \u2013 eben <em>auch<\/em> entstan\u00adden sind.<\/p>\n<p>Das alles wird sehr eindrucksvoll von englischen Philosophen Stephen Toulmin in seinem Essay \u201eKosmopolis\u201c (cf. Ref. 2) beschrieben. Was dort aber fehlt, ist eine Antwort auf die Frage, wie diese Denkwerkzeuge, die sich aus der im Abendland entwickelten Logik und Mathematik ableiten, weiter entwickelt werden k\u00f6nnten. Eine derartige Antwort fehlt (leider) auch in dem Manifest von Attac \u2013 aber es ist noch viel schlimmer, das Thema wird vom gesamten Scientific Mainstream (vor allen Dingen aus den so genannten Geisteswissenschaften) noch nicht einmal im Ansatz wahrgenommen und damit auch nicht hinterfragt.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man das alles als eine mehr akademische \u2013 eine Art Elfenbeinturmthematik \u2013 vom Tisch wischen, was von Seiten der Natur- und Ingenieurwissenschaften auch getan wird. Aber vor dem Hintergrund der Diskussionen um eine Postwachstums\u00f6konomie ist diese Thematik alles andere als eine Elfenbeinturmangelegenheit, denn eine Postwachstumsgesellschaft kann ja wohl kaum eine Industriegesellschaft sein \u2013 so wie wir sie heute kennen; also eine Gesellschaft, die sich durch eine mit Maschinen und Energie organisierte Massenproduktion von Konsumg\u00fctern (zum m\u00f6glichst schnellen Verbrauch) charakterisieren l\u00e4sst.<\/p>\n<p><a name=\"zu4und5\"><\/a>Die rasche Ausbreitung der Industrieproduktion \u00fcber den Globus und vor allen Dingen der fulmi\u00adnante Aufstieg Asiens [<a href=\"#4\">4<\/a>] ist prim\u00e4r der Ausbreitung der logisch-mathematisch-naturwissenschaft\u00adlichen Rationalit\u00e4t \u00fcber den gesamten Globus (in Gestalt von Naturwissenschaft und Technik) ge\u00adschuldet, die heute nahezu alle Kulturen mehr oder weniger stark durchdringt und signifikant ver\u00ad\u00e4ndert. Das hatte \u00fcbrigens schon in 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Geschichtsphilosoph Oswald Spengler prognostiziert.[<a href=\"#5\">5<\/a>]<\/p>\n<p><a name=\"zu6und7\"><\/a>Die Frage, die sich heute stellt, ist, was kommt nach dem Industrie\u00adzeitalter? Die h\u00e4ufig geh\u00f6rte Antwort auf diese Frage, dass dies eine Postwachstums\u00adgesellschaft [<a href=\"#6\">6<\/a>] sein wird, ist zu simpel, um nicht zu sagen, vor\u00adschnell und naiv, denn eine derartige Transformation muss global geschehen, um wirksam zu sein. Der Motor f\u00fcr die Ausbreitung der Industriegesellschaft war und ist \u2013 wie schon erw\u00e4hnt \u2013 die logisch-mathematisch-naturwissenschaftliche Rationalit\u00e4t des Abendlandes, also prim\u00e4r die Naturwissenschaften und die daraus resultierende Rationalit\u00e4t und Technik und damit auch die \u201eneoliberale\u201c Wirtschaftsordnung, die alle Kulturen durchdringt und ver\u00e4ndert.[<a href=\"#7\">7<\/a>] Man kann also nicht erwarten, mit den gleichen Denkwerkzeugen, die zu den komplexen Problemen gef\u00fchrt haben, diese Problem damit auch ad\u00e4quat l\u00f6sen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a name=\"zu8u9u10u11\"><\/a>So erfordert eine Gemeing\u00fcter-\u00d6konomie, die ja die Basis einer Postwachstumsgesellschaft w\u00e4re \u2013 wie auch immer sie geartet ist \u2013 <em>Planung<\/em>. In der Sowjetunion und den restlichen sozialistischen Staaten war das eine zentralistische Planwirtschaft. Das Resultat ist bekannt. Gescheitert sind diese Gesellschaften nicht zuletzt an der abendl\u00e4ndischen Rationalit\u00e4t [<a href=\"#8\">8<\/a>] \u2013 eine Rationalit\u00e4t, in der es aus formal-logischer Sicht noch nicht einmal ein DU gibt, was sich in der ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Dichotomie von Subjekt und Objekt widerspiegelt und immer zu Rang- bzw. Machtverh\u00e4ltnissen, also zu Hierarchien f\u00fchrt.[<a href=\"#9\">9<\/a>] Was das f\u00fcr eine Gemeing\u00fcter-\u00d6konomie (Commons) bedeutet, das hat der Rechtswissenschaftler Ugo Mattei in dem Essay \u201eEine kurze Ph\u00e4nomenologie der Commons\u201c sowie in dem Vortrag \u201eThe State, the Market, and some Preliminary Question about the Commons\u201c sehr eindrucksvoll beschrieben.[<a href=\"#10\">10<\/a>] Alle diese Dichotomien, die Mattei in diesen Analysen anspricht, sieht er (zu Recht!) als wesentlichen Grund f\u00fcr die, wie er es nennt, \u201eLogik der Pl\u00fcnderung\u201c in den (sp\u00e4t-)industriellen Gesellschaften an.[<a href=\"#11\">11<\/a>]<br \/>\nDas Manifest von Attac endet mit dem Desiderat:<\/p>\n<p>\u201eWir brauchen also statt des monistischen Wissenschaftsverst\u00e4ndnisses der heute bestimmenden \u00d6konomik eine plurale und kritische politische \u00d6konomie des guten Lebens, die aus der Sackgasse neoliberaler Politik herausf\u00fchrt und, um nochmals mit Polanyi zu sprechen, den Boden bereitet f\u00fcr eine neue &#8218;Gro\u00dfe Transformation&#8216;: \u00f6konomisch-vielf\u00e4ltig, sozial-gerecht, \u00f6kologisch-achtsam, demokratisch-partizipativ.\u201c<\/p>\n<p><a name=\"zu12\"><\/a>Auf der Grundlage des heutigen Wissenschaftsparadigmas kann dies nur eine Ansammlung von nicht zusammenh\u00e4ngenden Narrationen sein und es stellt sich die Frage, wie diese verschiedenen theoretischen Ans\u00e4tze miteinander (logisch und damit formal) vermittelt werden k\u00f6nnen. Ein \u00e4hnliches Problem (aus struktureller Sicht) haben \u00fcbrigens auch die Biologen mit der (den) Evolutionstheorie(n) \u2013 auch wenn es den meisten Mainstream-Biologen gar nicht bekannt ist.[<a href=\"#12\">12<\/a>]<\/p>\n<p>Die L\u00f6sung dieser fundamentalen Probleme kann nur in einer Erweiterung unserer logisch-mathematisch-(naturwissenschaftlichen) Rationalit\u00e4t liegen \u2013 also einer Erweiterung von Mathematik und Logik. Eine Erweiterung, die es beispielsweise erlaubt \u2013 um es einmal verk\u00fcrzt auszudr\u00fccken \u2013 auch nebengeordnete Strukturen formal zu erfassen, die somit die Basis f\u00fcr eine formale Theorie der Subjektivit\u00e4t und damit auch eine formale Theorie der Qualit\u00e4ten liefert. Eine Erweiterung, die eine Technik liefert, bei der die Intelligenz nicht ausschlie\u00dflich vor der Maschine, sondern auch in der Maschine implementiert ist \u2013 also eine Technik, die zwar kein Bewusstsein hat, aber Bewusstsein leistet (siehe dazu: Ref. 8).<\/p>\n<p><a name=\"zu13und14\"><\/a>Die Grundlagen daf\u00fcr wurden durch den deutsch-amerikanischen Philosophen und Logiker Gotthard G\u00fcnther (1900-1984) mit der von ihm in die Wissenschaft eingef\u00fchrten Polykontexturalit\u00e4tstheorie im vorigen, d.h. im 20. Jahrhundert bereits gelegt.[<a href=\"#13\">13<\/a>] Diese Innovation einfach auszublenden oder gar als Unsinn zu bezeichnen, wie dies einige Philosophen in der Vergangenheit schon getan haben, ist eine der gr\u00f6\u00dften Dummheiten der so genannten \u201egeistigen Elite\u201c in Europa und vor allen Dingen in Deutschland.[<a href=\"#14\">14<\/a>]<\/p>\n<h3>Fussnoten:<\/h3>\n<p><a name=\"1\"><\/a>[1] ATTAC: \u201eDas Manifest von Lindau\u201c: <a href=\"http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/index.php?id=72050\" target=\"_blank\">http:\/\/www.attac-netzwerk.de\/index.php?id=72050<\/a> <a href=\"#zu1und2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"2\"><\/a>[2] Siehe dazu: Stephen Toulmin, <em>Kosmopolis \u2014 Die unerkannten Aufgaben der Moderne<\/em>, Suhrkamp 1994; Original: <em>Cosmopolis\u2014The Hidden Agenda of Modernity<\/em>, The Free Press, 1990.<a href=\"#zu1und2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"3\"><\/a>[3] Es ist nicht nur \u2013 aber doch in einem ganz entscheidenden Ma\u00dfe \u2013 die Mobilit\u00e4t der Menschen., die sich extrem entwickelt hat. Heute im Zeitalter der Computer sieht es nur so aus, als w\u00e4re damit auch unsere geistige Mobilit\u00e4t und durch das Internet vielleicht auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen entscheidend verbessert worden. Das ist aber ein Irrtum, denn diese Computer sind aus konzeptioneller Sicht immer noch identisch mit der mechanischen Rechenmaschine, die Gottfried Wilhelm Leibniz, der Urvater der Kybernetik, im 17. Jdt. hat bauen lassen und von der er (Leibniz) schreibt:<br \/>\n\u201eMan muss im \u00fcbrigen eingestehen, dass die Perzeption und was davon abh\u00e4ngt, <em>durch mechanische Gr\u00fcnde<\/em>, d.h. durch Gestalten und durch Bewegungen <em>unerkl\u00e4r\u00adbar<\/em> ist. Wollte man vorgeben, dass es eine Maschine g\u00e4be, deren Struktur Denken, Empfinden und Perzep\u00adtionen haben l\u00e4sst, k\u00f6nnte man dies unter Bewahrung derselben Proportionen vergr\u00f6\u00ad\u00dfert begreifen, so dass man in sie wie in eine M\u00fchle hin\u00adeintreten k\u00f6nnte. Dies gesetzt, w\u00fcrde man beim Besuch im Inneren nur ein\u00adander sto\u00dfende Teile finden, niemals aber etwas, was eine Perzeption erkl\u00e4rt.\u201c (aus: Gottfried Wilhelm Leibniz, <em>Monadologie und andere metaphysische Schriften<\/em>, Meiner Verlag, 2002, S. 117).<br \/>\nMit anderen Worten: Durch den Computer sind die Beziehungen der Menschen untereinander \u2013 wie das ja auch in dem Manifest verdeutlicht wird \u2013 nicht so sonderlich viel besser als vor ca. 350 Jahren (wer das nicht glaubt, der sehe in den Nahen Osten, nach Afghanistan, in die Ukraine, nach Afrika usw. und so fort).<a href=\"#zu3\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"4\"><\/a>[4] Siehe dazu: Kishore Mahbubani: Die R\u00fcckkehr Asiens\u2014Das Ende der westlichen Dominanz, Ullstein, Berlin 2008.<br \/>\nKishore Mahbubani schreibt (S. 69) unter die \u00dcberschrift &#8218;Naturwissenschaft und Technik&#8216; (Zitat): \u201eDie Befreiung des menschlichen Geists in Asien k\u00f6nnte auch der Grund daf\u00fcr sein, dass sich Asiaten mit gro\u00dfem Eifer der zweiten S\u00e4ule der westlichen Weisheit verschreiben: Naturwissenschaft und Technik. Bis etwa zum 17.\/18. Jahrhundert bewegten sich die Naturwissenschaften in Asien und Europa auf nahezu gleichem Niveau. Doch dann f\u00fchrte ein enormer Kreativit\u00e4tsschub auf dem Gebiet von Naturwissenschaft und Technik dazu, dass Europa vorauseilte.\u201c<a href=\"#zu4und5\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"5\"><\/a>[5] Oswald Spengler, Der Mensch und die Technik, M\u00fcnchen 1931.<br \/>\nURL: <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/spengler_mensch-technik.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/ggphilosophy\/spengler_mensch-technik.pdf<\/a> <a href=\"#zu4und5\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"6\"><\/a>[6] Eine Postwachstumsgesellschaft oder Postwachstums\u00f6konomie kann nur eine Variante einer Gemeing\u00fcter-\u00d6konomie oder Commons, wie es heute h\u00e4ufig genannt wird, sein.<a href=\"#zu6und7\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"7\"><\/a>[7] Es sind diese Ver\u00e4nderungen, die in allen Kulturen (auch der abendl\u00e4ndischen) heute zu einer \u201eSinnentleerung\u201c f\u00fchren. Besonders betroffen davon ist ganz offensichtlich die islamische Kultur, die vor ca. 1000 Jahren die so genannte abendl\u00e4ndisch-christliche Kultur sehr positiv beeinflusst hat \u2013 ohne diesen Einfluss g\u00e4be es die logisch-mathematische Rationalit\u00e4t des Abendlandes vielleicht gar nicht, denn es w\u00e4ren m\u00f6glicherweise schon die Arbeiten von Aristoteles in Vergessenheit geraten und ob man die indisch-arabischen Zahlen \u2013 also das Stellenwertsystem unserer heutigen Zahlen \u2013 ohne den Einfluss der Araber auf das christliche Abendland so schnell entwickelt h\u00e4tte, das bleibt dahingestellt. Heute stellt der s\u00e4kularisierende Einfluss der Naturwissenschaften und Technik auf die islamischen Kulturen eine Sinnentleerung dar, die sehr stark zu den fundamentalistischen Str\u00f6mungen in diesen Kulturkreisen \u2013 und nicht nur dort(!) \u2013 beitr\u00e4gt. Das gilt vermutlich sogar viel allgemeiner, n\u00e4mlich auch f\u00fcr den Westen.<a href=\"#zu6und7\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"8\"><\/a>[8] In einer Gemeing\u00fcter-\u00d6konomie kann man keine zentralistische, d.h. hierarchisch strukturierte Planung, die immer auch eine Machtstruktur darstellt, einsetzen. Das muss man wohl kaum begr\u00fcnden (s. dazu Ref. 10). Ein Beispiel: In einem Netzwerk kooperierender Unternehmungen, die auf gemeinsame materielle und geistige Ressourcen zur\u00fcckgreifen, tritt der Fall auf, dass ein Partner glaubt, eine brillante Idee zu haben. F\u00fcr die Realisierung braucht dieser Partner sehr viel mehr an Ressourcen, so dass sich alle anderen einschr\u00e4nken m\u00fcssen \u2013 scheitert das Projekt, dann ist auch das kooperierende Netzwerkt gef\u00e4hrdet. Eine zentralistische Planung w\u00e4re hier wenig hilfreich und geradezu kontraproduktiv. Was wird ben\u00f6tigt, um das Problem zu l\u00f6sen? Die Antwort ist einfach \u2013 ihre technische Realisierung allerdings nicht. N\u00f6tig w\u00e4ren Computersimulationen in der Art wie wir sie heute beispielsweise mit dem Spiel \u201eSimCity\u201c kennen \u2013 allerdings k\u00f6nnen hier nicht die Partner des Netzwerkes spielen, wie das mit den heutigen technischen M\u00f6glichkeiten der Fall w\u00e4re. Heute dienen die Computer nur als Plattform f\u00fcr die Spielsoftware. Damit eine sinnvolle Planung m\u00f6glich ist, m\u00fcssten die Computer nicht nur die Plattform, sondern auch die Spieler sein, die unter gewissen Vorgaben der Unternehmenspartner des Netzwerkes zu \u201espielen\u201c anfangen. Allerdings m\u00fcssten diese Computer nicht nur \u00fcber kognitiv-volitive F\u00e4higkeiten verf\u00fcgen, sie m\u00fcssen auch (aus eigener Leistung) auf Grund ihrer jeweiligen Wahrnehmungen Entscheidungen treffen oder eben nicht treffen k\u00f6nnen und sie m\u00fcssten (echt!) lernf\u00e4hig sein, d.h. aus eigener Leistung aufgrund ihrer Wahrnehmungen und Kommunikation mit den anderen Computern ihr Verhalten ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Letzteres bedeutet aus rein technischer Sicht, dass diese Computer die F\u00e4higkeit besitzen m\u00fcssten, aus eigener Leistung (also nicht vorprogrammiert) ihr Programm umzuschreiben.<br \/>\nAllein schon diese zuletzt beschriebene F\u00e4higkeit, n\u00e4mlich das Umschreiben des Programms aus eigener Leistung, sollte jedem Computer-Laien klar machen, dass das auf den heutigen Computern, die ein unmittelbares Resultat unserer logisch-mathematischen Rationalit\u00e4t darstellen, prinzipiell nicht m\u00f6glich ist und das gilt auch f\u00fcr alle anderen oben benannten F\u00e4higkeiten.<a href=\"#zu8u9u10u11\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"9\"><\/a>[9] Man sollte sich also \u00fcber den Begriff des \u201eWegwerfsubjekts\u201c, den der Soziologe Richard Sennett gepr\u00e4gt hat, nicht wundern \u2013 in: Richard Sennett, \u201eDer flexibilisierte Mensch: Zeit und Raum im modernen Kapitalismus\u201c, in: Peter Ulrich &amp; Thomas Maak (Hsg.): <em>Die Wirtschaft in der Gesellschaft<\/em>, Haupt Verlag, Bern 2000, S. 87-104.<a href=\"#zu8u9u10u11\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"10\"><\/a>[10] a) Ugo Mattei: <em>Eine kurze Ph\u00e4nomenologie der Commons<\/em>, in: Silke Helfrich &amp; Heinrich-B\u00f6ll Stiftung (Hsg.):<br \/>\nCommons\u2014F\u00fcr eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, <a href=\"http:\/\/band1.dieweltdercommons.de\/inhaltsverzeichnis\/\" target=\"_blank\">http:\/\/band1.dieweltdercommons.de\/inhaltsverzeichnis\/<\/a><br \/>\nb) Ugo Mattei: <em>The State, the Market, and some Preliminary Question about the Commons<\/em><br \/>\nURL: <a href=\"http:\/\/dupublicaucommun.blogspot.com\/2011\/03\/contribution-dugo-mattei-pour-le-seance.html\" target=\"_blank\">http:\/\/dupublicaucommun.blogspot.com\/2011\/03\/contribution-dugo-mattei-pour-le-seance.html<\/a> <a href=\"#zu8u9u10u11\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"11\"><\/a>[11] Auch die gerade entstehenden Industriegesellschaften \u2013 wie Indien oder China \u2013 werden hier unter dem Etikett \u201esp\u00e4t-industriell\u201c betrachtet, weil sich das Pr\u00e4fix \u201esp\u00e4t\u201c auf des Ende der Epoche bezieht, die durch die abendl\u00e4ndische logisch-mathematisch-naturwissenschaftliche Rationalit\u00e4t gekennzeichnet war und ist.<a href=\"#zu8u9u10u11\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"12\"><\/a>[12] Eberhard von Goldammer, in: <em>Ein offener Brief an die Biologen<\/em> vom 02.06.2011<br \/>\nURL: <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=270\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/?p=270<\/a> &#8211; als pdf-Datei: <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/downloads\/vgo_offener-brief-an-die-biologen.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/downloads\/vgo_offener-brief-an-die-biologen.pdf<\/a> <a href=\"#zu12\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"13\"><\/a>[13] Siehe dazu: Gotthard G\u00fcnther in Wikipedia sowie Gotthard G\u00fcnther und Rezeptionen in: <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\" target=\"_blank\">www.vordenker.de<\/a>, <a title=\"WebSite von Rudolf Kaehr\" href=\"http:\/\/www.thinkartlab.com\" target=\"_blank\">www.thinkartlab.com<\/a> <a href=\"#zu13und14\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n<p><a name=\"14\"><\/a>[14] Siehe dazu auch: Eberhard von Goldammer: \u00bbWelches Wissen? Welche Gesellschaft\u00ab, in: <em>Grundlagenstudien aus Kybernetik und Geisteswissenschaften<\/em> \u2013 grkg, Band 58, Nr. 4, S. 161-177.<br \/>\nURL: <a href=\"http:\/\/www.vordenker.de\/vgo\/vgo_welches-wissen-welche-gesellschaft_grkg-2012.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/www.vordenker.de\/vgo\/vgo_welches-wissen-welche-gesellschaft_grkg-2012.pdf<\/a> <a href=\"#zu13und14\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"zur\u00fcck zum Text\" src=\"http:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/totext.gif\" alt=\"zur\u00fcck zum Text\" width=\"30\" height=\"11\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gastbeitrag von Eberhard von Goldammer Dieses Manifest von Lindau [1] ist eine Analyse, der man kaum widersprechen kann. Allerdings fehlt ein ganz entscheidender Aspekt, n\u00e4mlich die Frage nach den Denk<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,60,1,231,4],"tags":[318,320,319,317],"class_list":["post-925","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-philosophie","category-politik","category-wirtschaftspolitik","category-wissenschaft","tag-attac","tag-commons","tag-manifest","tag-stephen-toulmin"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/925","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=925"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/925\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":933,"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/925\/revisions\/933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=925"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=925"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.vordenker.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=925"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}