|
Matthias Hagedorn, der Presseprecher des
Projektes, zu Aufgabe und angestrebter Signalwirkung des Projektes in der
Ankündigungsmitteilung:
In Zeiten knappen öffentlichen Geldes
müssen Mäzene oft einspringen, um den maroden Kulturbetrieb am Laufen zu
halten. Doch mit zunehmendem Selbstbewußtsein der Spender treten neue
Probleme auf. Was tun wenn der Geber sich zu viel herausnimmt?
Widrigste Erfahrungen mit dem Mäzenatentum haben in den letzten Jahren die
Museen gemacht. Wenn eigensinnige Sammler immer neue Raumansprüche
stellen, Bauauflagen und Ausstellungsvorgaben machen bekommen Kuratoren in
Schwierigkeiten.
Mäzene sind selbstbewußter geworden - und auch machtbewußter. Mancher
begnügt sich nicht mehr mit der Münze bürgerlicher Reputation, mit der die
Gesellschaft ihm zurückzahlt. Nur wenige sehen davon ab, mit den Künsten
auch ihre persönlichen Werte zu befördern. Die Frage ist, wie direkt das
geschieht. Die Frage ist allerdings auch, was dem autokratischen oder
neoliberalen Wunsch der Spender entgegengesetzt wird.
Die reine Lehre von der künstlerischen Autonomie allein kann es nicht
sein. Die Unabhängigkeit der Inhalte schützt am besten, wer sich
tatsächlich um die Inhalte kümmert. Deshalb verleihen wir ab dem Jahr 2001
den Künstlerpreis "Das Hungertuch". Es wird an KünstlerInnen verliehen,
die mit experimentellem Pioniergeist im 21. Jahrhundert neues
künstlerisches Terrain aufbrechen. Die Jury verfolgt mit besonderem
Interesse künstlerische Ansätze, die sich um die Verschmelzung
unterschiedlicher Genres bemühen.
Die Jury investiert Zeit. Unser Hauptkapital ist der Überschuß an
künstlerischer Spekulationskraft, von deren Ausschüttung jeder Leser,
Hörer und Besucher gleichermaßen profitiert.
"Das Hungertuch" wird erstmals am 16. Dezember (ab 16.00 Uhr) im Kunstraum
(Hoffeldstr. 42 / 40235 D-Dorf-Flingern) verliehen.
Preisträger sind die Schriftstellerin Barbara Ester aus Wanne-Eickel, der
Bildende Künstler Peter Meilchen aus Arnsberg und der Musiker Tom Täger
aus Mülheim an der Ruhr.
Eine Einführung in das Werk der Künstler gibt Dr. Enrik Lauer. Die
Laudatio auf Barbara Ester hält Maja Nolte. |