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Neues von dem Künstlerpreis
"Das Hungertuch"

weitere Verleihung am 18. Januar 2003
im Casino (Delle 57 / Bad Mülheim)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

bei einer Datensicherung wurde der analoge Hörfilm "Das kleine Helferlein"
digital restauriert. Wer nicht hysterisch über Kunst und neue Medien sprechen will, braucht nicht in einen naiven Realismus zu verfallen. Es gibt dazu eine Alternative, die nicht minder rational ist: die medienarchäologisch genaue Analyse jener Änderungen der Wirklichkeit, die sich auf dem Weg von den einstige Analogmedien wie Rundfunk oder Telefon zum Digitalmedium Computer ereignet haben.

In der Rückschau auf die Elektrografie lassen sich diese Entwicklungslinien nachzeichnen. Mit dem Kopierer wurde in den 1990-ern die Textur der
Elektronik erkundet und sich auf die Suche nach Bildern begeben, die man
sich selbst nie hätte ausdenken können. Gerade aus Unfällen entstand vieles,
was sich erst im Netz durchgesetzt hat. Nicht der Mensch ist kreativ,
sondern die Fusion aus Mensch/Maschine findet wie von selbst ihre Bilder und
ihre Sprache. Den Abschied vom Schöpfergenius haben Copy-Art-Künstler
vorweggedacht.

Zum Kulturbegriff gehören seit dem 17. Jahrhundert die Beschäftigung mit
sich neu entwickelnden Formen geselligen und ehrbaren Lebens. Es gilt
Stagnationen zu vermeiden und Kooperationen zu ermöglichen. Man muss eine
Kulturdebatte über Medien und Medienentwicklung führen, da bietet sich
Literatur, Bildende Kunst oder auch alles, was multimedial stattfindet,
natürlich an, weil sich die Künstler, auch über die spezifischen Fachgrenzen
hinaus, gerade in den letzten zehn Jahren mit gesellschaftlichen
Fragestellungen befasst haben.

"Das kleine Helferlein" ist ein unterhaltsamer Hörfilm gegen kulturellen
Gedächtnisverlust. Es wird am 18. Januar 2003 als Edition mit einen
Copy-Art-Cover von Klaus Urbons im Rahmen der Ausstellung "Stars on 45"
im Casino (Delle 57 / Bad Mülheim) präsentiert.

Weitere Informationen unter: www.bilder-raum.de  / www.urbons.de

Anlässlich der Eröffnung wird der Künstlerpreis "Das Hungertuch" verliehen.

 

Das Hungertuch

Erstmals verliehen
am 16. Dezember 2001 in Düsseldorf!

 

Die Texte der Verleihungsurkunden

Die Laudatio auf die Preisträger von Dr. Enrik Lauer

Die Laudatio auf Barbara Ester, verfasst von Maya Nolte

Matthias Hagedorn, der Presseprecher des Projektes, zu Aufgabe und angestrebter Signalwirkung des Projektes in der Ankündigungsmitteilung:

In Zeiten knappen öffentlichen Geldes müssen Mäzene oft einspringen, um den maroden Kulturbetrieb am Laufen zu halten. Doch mit zunehmendem Selbstbewußtsein der Spender treten neue Probleme auf. Was tun wenn der Geber sich zu viel herausnimmt?

Widrigste Erfahrungen mit dem Mäzenatentum haben in den letzten Jahren die Museen gemacht. Wenn eigensinnige Sammler immer neue Raumansprüche stellen, Bauauflagen und Ausstellungsvorgaben machen bekommen Kuratoren in Schwierigkeiten.

Mäzene sind selbstbewußter geworden - und auch machtbewußter. Mancher begnügt sich nicht mehr mit der Münze bürgerlicher Reputation, mit der die Gesellschaft ihm zurückzahlt. Nur wenige sehen davon ab, mit den Künsten auch ihre persönlichen Werte zu befördern. Die Frage ist, wie direkt das geschieht. Die Frage ist allerdings auch, was dem autokratischen oder neoliberalen Wunsch der Spender entgegengesetzt wird.

Die reine Lehre von der künstlerischen Autonomie allein kann es nicht sein. Die Unabhängigkeit der Inhalte schützt am besten, wer sich tatsächlich um die Inhalte kümmert. Deshalb verleihen wir ab dem Jahr 2001 den Künstlerpreis "Das Hungertuch". Es wird an KünstlerInnen verliehen, die mit experimentellem Pioniergeist im 21. Jahrhundert neues künstlerisches Terrain aufbrechen. Die Jury verfolgt mit besonderem Interesse künstlerische Ansätze, die sich um die Verschmelzung unterschiedlicher Genres bemühen.

Die Jury investiert Zeit. Unser Hauptkapital ist der Überschuß an
künstlerischer Spekulationskraft, von deren Ausschüttung jeder Leser, Hörer und Besucher gleichermaßen profitiert.

"Das Hungertuch" wird erstmals am 16. Dezember (ab 16.00 Uhr) im Kunstraum (Hoffeldstr. 42 / 40235 D-Dorf-Flingern) verliehen.
Preisträger sind die Schriftstellerin Barbara Ester aus Wanne-Eickel, der Bildende Künstler Peter Meilchen aus Arnsberg und der Musiker Tom Täger aus Mülheim an der Ruhr.
Eine Einführung in das Werk der Künstler gibt Dr. Enrik Lauer. Die Laudatio auf Barbara Ester hält Maja Nolte.

 

Die Texte der Verleihungsurkunden

Die Laudatio auf die Preisträger von Dr. Enrik Lauer

Die Laudatio auf Barbara Ester, verfasst von Maya Nolte