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Im Zentrum steht dieses Mal Gotthard Günther's Spätwerk, Identität, Gegenidentität und Negativsprache, das hier in einer bilingualen Version präsentiert wird. Für die englische Übersetzung zeichnen Joe Newbury und Joachim Paul verantwortlich. Die Übersetzung wurde in einer etwa 1 1/2-jährigen WWW-Email-Kooperation erarbeitet. Gotthard Günther
Identität, Gegenidentität und Negativsprache Beachten Sie zum Verständnis dieses Beitrags bitte die Anmerkungen von Eberhard von Goldammer, die ebenfalls in zwei Sprachen vorliegen. Eberhard von Goldammer
Anmerkungen
zu Identität - Gegenidentität - Negativsprache Weitere Beiträge zum Übersetzungsproblem philosophischer Texte in die englische Sprache werden folgen. |
Darüber hinaus haben wir aus der Bibliographie Gotthard Günthers einige weitere interessante Texte verfügbar gemacht. Dies sind im Einzelnen:
Diesen Beitrag verfasste Günther für die Ausgabe 3, 1953 des Magazins "Astounding Science Fiction" seines Freundes John W. Campbell
Das Janusgesicht der Dialektik
wurde im Hegel-Jahrbuch 1974 erstveröffentlicht und behandelt ebenfalls Günthers Konzeption der Negativsprachen.
Im Jahr 1953 gab Gotthard Günther im Verlag Karl Rauch, Düsseldorf, eine Reihe ausgesuchter Beispiele der amerikanischen Science-Fiction-Literatur heraus. Wir haben nun die überaus lesenswerten Kommentare Günthers zu dieser Buchreihe hier bereitgestellt:
"Die zweite Maschine", Kommentar zu Isaac Asimov's "Ich, der Robot"
Kommentar zu John W. Campbell's "Der unglaubliche Planet"
Kommentar zu Jack Williamson's "Wing 4"
Kommentar zur Kurzgeschichtensammlung "Überwindung von Raum und Zeit"
Zusätzlich stellen wir den Aufsatz "Medienphilosophie - ein interdisziplinäres Thema?" von Joachim Paul zur Verfügung. Er entstand aus einem Vortrag am Lehrerausbildungszentrum der Universität Paderborn und thematisiert u.a. die Notwendigkeit Medienphilosophie in Beziehung zu Gotthard Günther's Konzeption der Polykontxturalität zu denken und zu realisieren.
Das wär's für dieses Mal,
Ihr vordenker team
News vom 01. August.2005
Liebe Vordenkerinnen und Vordenker,
das "Sommerloch" hat nun auch hier sein Thema, es ist Peter Krieg's Buch "Die paranoide Maschine - Computer zwischen Wahn und Sinn", das im Mai 2005 in der Reihe Telepolis im dpunkt-Verlag erschien.
Die Frage, die sich mir spontan in Kenntnis eines gleichnamigen Telepolis-Artikels stellte, war "Braucht die Welt dieses Buch?" Wenn man nun geneigt ist, diese Frage mit "Nein" zu beantworten, betrifft diese Ansicht ja wohl auch eine Rezension zum Buch. Allerdings sorgte Herrn Kriegs Veröffentlichung in der Summe für so viel Verärgerung, dass sich Eberhard von Goldammer veranlasst sah, Anmerkungen dazu zu verfassen und diese dem Online-Journal Telepolis www.heise.de/tp zur Veröffentlichung zukommen zu lassen. Leider erfuhr der Rezensent von Herrn Florian Rötzer, Telepolis-Redakteur und Medientheoretiker, dass man erstens grundsätzlich keine Rezensionen der eigenen Buchreihe Telepolis im Online-Magazin veröffentliche und dass zweitens inhaltliche Fragen und Fragen der wissenschaftlichen Korrektheit in den Bereich der Herzensangelegenheiten zu rechnen und daher mit dem Autor direkt zu klären seien.
Selbstverständlich ist hier unter www.vordenker.de für diese Rezension Platz, auch wenn sie hierüber vielleicht nicht die angemessene Verbreitung erfährt wie unter www.telepolis.de. Um aber nicht den Eindruck zu erwecken, es sei hier kein Platz für Konstruktives und es werde lediglich "gemeckert", sei noch einmal explizit erwähnt, dass Arbeiten zur rechnertechnischen Modellierung der Polykontexturallogik Introducing and Modeling Polycontextural Logics und Proömik und Disseminatorik von Rudolf Kaehr und Thomas Mahler bereits seit 1998 hier zum Download bereitstehen.
Darüber hinaus stellen wir zusätzlich einen Beitrag von E. v. Goldammer und R. Kaehr aus der Zeitschrift Design & Elektronik, Ausgabe 6 vom 21. März 1989 bereit mit dem Titel 'Lernen' in Maschinen und lebenden Systemen, in dem der Begriff "polylogische Maschine" erstmals verwendet wurde.
Vor der Rezension noch eine Anmerkung zur Begriffswahl. Peter Krieg titelt sein Buch „Die paranoide Maschine“ und begründet dies damit, dass das Attribut „paranoid“ im klinischen Bereich für Menschen verwendet wird, die all ihre Sensationen unter ein und nur ein Klassifikationsschema ordnen. Unsere heutigen Maschinen täten dies ebenfalls und seien daher „paranoid“, so der Autor. Krieg vergisst dabei allerdings, dass es therapeutische Mittel und Wege gibt, diese Klassifikationsschemata der Patienten durch Überführung in Widersprüche aufzubrechen, das paranoide Bewusstsein ist eben nicht per se paranoid. Ergo bezeichnet das Attribut „paranoid“ ein verlustig gegangenes Potential. Der Autor suggeriert also, dass unsere heutigen Maschinen über eine geeignete "Therapie" aus ihrer Paranoia befreit werden können. Dies ist aber aus ganz prinzipiellen Gründen nicht möglich, wie E. v. Goldammer in seiner Rezension erläutert. Ganz streng genommen haben Maschinen nicht einmal Sensationen, die klassifiziert werden könnten. Schon der Kern von „Wahrnehmung“ ist ein nicht-hierarchischer Prozess, wie bereits McCulloch gezeigt hat.
Peter Krieg frönt mit seiner Titelung also lediglich einem längst bekannten und leider weit verbreiteten Phänomen der Postmoderne, einem Sprachspiel, in dem nur allzugern Biologismen und Anthropozentrismen als Metaphern zur "Beschreibung" unser nicht-belebten Umwelt herangezogen werden. Dies mag im Kontext kurzfristiger Marketing-Gesichtspunkte sinnvoll sein, zur Klärung wissenschaftlich-technischer oder kulturanthropologischer Problemfelder, in denen es vor allem auf die begriffliche Schärfe ankommt, ist es das keinesfalls. Noch weniger ist es geeignet, dem interessierten Laien Probleme der Künstlichen Intelligenz näher zu bringen.
Hier nun die Rezension von Eberhard von Goldammer
Anmerkungen zu Peter Krieg, "Die paranoide Maschine"
Viel Spaß beim Lesen!
Ihr vordenker team &
Ihr Herausgeber
Joachim Paul
News vom 06. April 2005
Machmal weiß man wirklich nicht, ob man schreien oder lachen soll, so wie unlängst bei der durch den Wald der Feuilletons rauschenden "Diskussion" zu Hirnforschung und freiem Willen. Zwar haben wir Harald Schmidt wieder, aber leider widmet sich dieser nicht solchen Themen.
Und es ist müßig zu fragen, was wohl Heinz von Foerster dazu gesagt hätte.
Daher bringen wir dieses Mal als Opener eine "wissenschaftliche Glosse" von Eberhard von Goldammer mit dem Titel "Eine willens-schwächelnde Forschergemeinde in Darwins Kirche".
Lesen Sie hierzu auch die notwendigerweise
etwas längere Anmoderation des
Autors.
Den Haupttext finden Sie
hier.
Zu dem Thema Evolution und 'Evolutionstheorie' haben wir einen Text von Alfred Locker [1], der am 12. Februar 2005 verstorben ist, aus dem Jahr 1983 [2] digitalisiert. Wir bringen diesen Beitrag ganz im Sinne des Autors, anstelle eines Nachrufs. Dieser Text basiert auf einem Vortrag, den Alfred Locker im Jahr 1982 an der Technischen Universität in Wien gehalten hat, an der er als Biophysiker gelehrt und geforscht hat. Wir haben diesen Text gewählt, weil er sich schon relativ früh kritisch mit der heute immer noch aktuellen 'Evolutionstheorie' auseinander gesetzt hat. Er tat dies zu einer Zeit als die Theorie der Hyperzyklen von Eigen und Schuster sowie die Theorie der dissipativen Strukturen von Prigogine gerade am wissenschaftlichen Horizont erschienen waren, die bis heute als die intellektuellen Strohhalme fungieren, an die sich die Gemeinde der Biowissenschaftler klammert, um den Übergang von der unbelebten zur belebten Materie zu rationalisieren. Alfred Locker hat schon 1982 sehr vehement – wie es seinem Temperament entsprach – gegen die heute etablierte 'Evolutionstheorie' angekämpft. Als Biophysiker und Systemtheoretiker (er war Schüler von Ludwig von Bertalanffy) analysiert er die 'ET' aus einer meta-theoretischen Sicht. [3] Er verbleibt damit zwar noch in einem klassischen Denkansatz, nichts desto weniger sind seine Argumente durchdacht und auch heute immer noch sehr lesenswert, weil sie auch zum Weiterdenken anregen. Parallel zu diesem Text haben wir von Alfred Locker noch einen Text in englischer Sprache ausgewählt, der wiederum eine kritische Auseinandersetzung mit der Evolutionstheorie vor dem Hintergrund der autopoietischen Systeme von Maturana und Varela darstellt.[4]
[1] Alfred Locker: The Present Status of General System Theory, 25 Years
after Ludwig von Bertalanffy’s Decease – A Critical Overview, — URL:
http://www.systemsresearch.cz/bert2.pdf
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[2] Alfred Locker: Evolution und 'Evolutions' Theorie in system und
metatheoretischer Betrachtung, Acta Biotheoretica 32, 1983, p. 227-264. —
URL:
http://www.vordenker.de/locker/evolution-theorie.pdf
![]()
[3] Alfred Locker unterscheidet scharf zwischen Evolution und
'Evolutionstheorie', so wie sie heute verstanden wird und
Evolutionstheorie, so wie sie heute noch nicht verstanden wird.
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[4] Alfred Locker: Meta-theoretical Presuppositions for Autopoiesis –
Self-Reference and "Autopoiesis", aus: Autopoisesis – A Theory of Living
Organization, Milan Zeleny (ed.), The North Holland Series in General
Systems Research (George Klir, Editor), North Holland, N.Y. 1991, p.
211-235. — URL:
http://www.vordenker.de/locker/metatheor-presupp-autopoiesis.pdf
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Langsam füllt sich nun auch die Bibliographie 'Gotthard Günther' mit
Inhalten. In dieser Ausgabe sind neu hinzugekommen:
Das Problem einer trans klassischen Logik – (Bibliographie Nr. 54)
Strukturelle Minimalbedingungen einer Theorie des objektiven Geistes als
Einheit der Geschichte. – (Bibliographie Nr. 63)
Idee, Zeit und Materie. – (Bibliographie Nr. 76)
http://www.vordenker.de/ggphilosophy/gg_idee-zeit-materie.pdf
(Idee und Grundriss einer nicht Aristotelischen Logik. 2. Band:)
Logistischer Grundriss und Intro Semantik – (Bibliographie Nr. 84)
Maschine, Seele und Weltgeschichte. – (Bibliographie Nr. 87)
Viel Spass damit!
Ihr Vordenker Team
News vom 05. Januar 2005
Zunächst mal ein frohes Neues Jahr
2005 allerseits
allen Vordenkerinnen und Vordenkern!
Verweisungszeichen
zur Poesie
von A. J. Weigoni
Auf ästhetischem Feld, wo Geschmacksurteile herrschen, entbehren Argumente
einerseits der zwingenden Beweiskraft, anderseits ist es nicht jedem
künstlerischen Synthetiker gegeben, dem kritischen Analytiker auf dessen Feld
Paroli zu bieten, deshalb hat sich A.J. Weigoni für die Arbeit an den
»Verweisungszeichen« 3 Jahre Zeit gelassen.
Qualität, Wissen und Poesie sind als Werte in Zersetzung begriffen, die deutsche Gesellschaft ist ein riesiger Haufen bequemer, nur am schnellen Konsum interessierter Konformisten, denen gegenüber sich Dichter so störend verhalten, wie Kies in der Erbsensuppe. Bei den »Verweisungszeichen« geht es Weigoni darum, die Poesie gegen den Literaturbetrieb zu verteidigen.
Im Literaturbetrieb gibt es so viele Platzhirsche, dass das eifersüchtige Dauergezänk zur üblichen Verkehrsform zwischen den Akteuren geworden ist. Wer, wie A.J. Weigoni die Poesie auf künstlerisches Neuland führen will, fällt oft hinter das vermeintlich Alte zurück und stellt sich die Frage: Wann hat es zuletzt eine ästhetische Debatte, eine Auseinandersetzung um poetische Formen gegeben?
Kaum erinnert man sich noch an die frühen 1980–er Jahre, an den Widerstand gegen den postmodernen Roman, an Kategorien wie das Authentische, das Negative oder das Plötzliche. Das Leben hat immer Recht, behauptet die Popliteratur, und in nachtragendem Gehorsam finden die neuen Debatten nun immer wieder in jenem Zwischenreich statt, wo sich Kunst und Leben zur Kolportage mischen. Nur auf diesem Feld scheint Aufmerksamkeit, scheinen Geld, Glück und Ruhm noch erreichbar zu sein. Und was ist ein Skandal, wenn nicht die äusserste Verdichtung von Aufmerksamkeit?
Poetisches Denken ist unrentabel, Poesie kein Produkt, das für einen Markt erzeugt wird. Von der Poesie darf man nicht verlangen, dass sie sich selbst kapitalisiert oder im kapitalistischen Sinn Profit bringt. Im Gegenteil: Man muss sie davon befreien.
Aus einer Rezension von Matthias Hagedorn
Wir haben dem nichts hinzuzufügen.
Ein frohes neues Jahr,
Ihr Joachim Paul (Hrsg.)
News vom 13.
Dezember 2004
Liebe Vordenkerinnen und Vordenker!
Nicht nur im Netz gibt es einige Aufsätze, die mit Fragen und Vermutungen zu
Gotthard Günthers Verhältnis zum Dritten Reich aufwarten. Wir haben das einmal
genau recherchiert unter Hinzuziehung von Standardwerken zur Situation der
akademischen Philosophie in Deutschland 1933-1945.
Eberhard von Goldammer und Joachim Paul
Gotthard
Günther und das Dritte Reich
News vom 11.
Oktober 2004
Liebe Vordenkerinnen und Vordenker!
Mit etwas Verspätung präsentieren wir hier unsere Sommeredition 2004.
In seinen Annotationen zu Gotthard Günther, "A oder Nicht-A, das ist hier die Frage" geht Eberhard von Goldammer detailliert auf einige verbreitete Missverständnisse zu den Begrifflichkeiten "Mehrwertigkeit", "Kontext" und "Kontextur" ein, von denen die Günther-Kritik noch heute "lebt". Insbesondere wird die Frage geklärt, was man unter einer Nicht-Aristotelischen Logik zu verstehen hat. Hierzu zieht der Autor über Günther hinaus auch einen Essay des Logikers Oliver L. Reiser "Non-Aristotelian Logic", einen Essay von Paul Hofmann, "Das Problem des Satzes vom ausgeschlossenen Dritten", einen Aufsatz von V. J. McGill, "Concerning the Laws of Contradiction and Excluded Middle", und mehrere Kapitel des Werkes "The Principles of Logic" des englischen Philosophen Francis Herbert Bradley heran, der ein Zeitgenosse Freges war.
Darüber hinaus präsentieren wir einen genuin polykontexturalen Zugang zur Problematik des Aufbaus formaler Systeme von Rudolf Kaehr, eine Kurzfassung seines Werkes "Skizze eines Gewebes rechnender Räume in denkender Leere". Der Reiz dieses Beitrags liegt vor allem darin, dass tiefere Kenntnisse der Philosophiegeschichte für ein Verständnis nicht vorausgesetzt sind.
Ferner haben wir uns entschlossen, eine nahezu vollständige und chronologische Bibliographie Gotthard Günthers zu präsentieren, zusammen mit vielen hier bisher nicht verfügbaren Texten des deutsch-amerikanischen Philosophen und Logikers. Die neu verfügbaren Texte sind durch den Vermerk "Sommeredition 2004" in der rechten Spalte der Tabelle gekennzeichnet.
Anmerkung: Zur Darstellung der Dateien ist
der Acrobat Reader V 5.0 notwendig.
Sie erhalten ihn kostenlos unter
http://www.adobe.com/products/acrobat/readstep2.html
Das vordenker team
wünscht viel Spass beim Stöbern und Schmökern!
Dear Vordenkers!
A bit delayed we now present our summer edition 2004.
In his annotations to Gotthard Gunther "A or Not-A, that is the Question" Eberhard von Goldammer treats common misunderstandings concerning the notions of "poly-valuedness", "context" and "contexture" from which the Gunther-critique still feeds itself. Particularly the question is clarified what has to be understood by Non-Aristotelian logic. Therefore and beyond Gunther the author consults an essay by the logician Oliver L. Reiser "Non-Aristotelian Logic", an essay by Paul Hofmann, "Das Problem des Satzes vom ausgeschlossenen Dritten", an article by V. J. McGill, "Concerning the Laws of Contradiction and Excluded Middle", and several chapters of the work "The Principles of Logic" by the English philosopher Francis Herbert Bradley, a contemporary of Gottlob Frege.
Further we present a polycontextural approach to the problem of the foundation of formal systems by Rudolf Kaehr in an abbreviation of his work "Skizze eines Gewebes rechnender Räume in denkender Leere". The charm of this contribution lies in the fact that for understanding a deeper knowledge of the history of philosophy is not assumed.
Additionally we present a nearly complete and chronologic bibliography of Gotthard Gunther together with a lot of new and here previously unavailable texts. The new texts are labeled by the mark "Sommeredition 2004" in the right column of the table.
Important remark: The display of the texts
requires Acrobat Reader V 5.0.
It is available free of charge under
http://www.adobe.com/products/acrobat/readstep2.html
vordenker team
wishes a lot of fun with browsing!
News vom 18. Oktober 2003
Liebe Vordenkerinnen und Vordenker!
Es ist schon eine ganze Weile her, dass hier
etwas Neues zu lesen war.
Dafür fallen die Ergänzungen für dieses Mal besonders umfangreich aus.
Doch zunächst etwas in nicht ganz eigener Sache: Der AGIS-Verlag, für den wir das Vergnügen hatten, im Dezember 2002 Gotthard Günthers "Das Bewusstsein der Maschinen" in der dritten Auflage herausgeben zu dürfen, bewirbt sein wissenschaftliches Buchprogramm nun im WWW. Dort findet sich so einiges besondere, nicht nur für den interessierten Leser, sondern auch für den wissenschaftlichen Gourmet. Neben Elisabeth Walters Werken - von der Biographie Charles Sanders Peirce's bis zu "signum um signum" und "zeichenergeignis - ereigniszeichen", Peirce's Schrift "Die Festigung der Überzeugung", Hans Werner Klements Band "Bewusstsein – Ein Zentralproblem der Wissenschaften" und vielem anderen sind auch wesentliche Teile aus Max Benses Werk verfügbar.
Nun zu den Neuigkeiten:
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IM KONTEXT: Der Begriff "Heterarchie" // The Concept of "Heterarchy"
Heterarchie - Hierarchie,
Einleitung Bewegt durch die Erfahrung, das offensichtlich selbst in den Kreisen der sogenannten Kybernetik zweiter Ordnung in den USA nur unzureichend auf die eigenen Wurzeln reflektiert wird sowie im Sinne eines konstruktiven Recyclings des von dem Neurophysiologen Warren Sturgis McCulloch bereits 1945 in die Wissenschaft eingeführten Begriffes zeichnet Eberhard von Goldammer - im englischen Text zusammen mit Joachim Paul und Joe Newbury - anhand umfangreichen Quellenmaterials dessen Rezeptionsgeschichte nach. Neben einer Einleitung zum Thema ist der eigentliche Text hierbei direkt als mehrfach verknüpfter Hypertext im pdf-Format angelegt. Umfangreichere Quellen, Anmerkungen und Interpretationen sind in einem weiteren, nebengeordneten Text verfügbar gemacht. Nähere Hinweise zu Nutzung finden sich in der Einleitung.
Die Wirtschaftswissenschaften stellen einen Bereich dar, in dem der Begriff der Heterarchie von jüngeren Forschern rezipiert wird. Der Autor Markus Reihlen ist am betriebswirtschaftlichen Seminar der Universität zu Köln tätig. 'Vor dem Hintergrund einer neuen philosophischen Programmatik und eines "postbürokratischen" Wettbewerbskontextes wird das Organisationsmodell der Heterarchie als Idealmodell einer postbürokratischen Organisation vorgestellt und einer Würdigung unterzogen.'
Walter M. Elsasser In dem hier verfügbar gemachten Artikel aus einer Publikation des Biomathematikers Robert Rosen geht der theoretische Physiker Walter M. Elsasser der Tatsache nach, dass lebende Systeme eine Individualität aufweisen, dazu bedarf es - und das kann und muss in direkter Korrespondenz zum Begriff der Heterarchie von McCulloch gesehen werden - einer anderen Vorstellung von Mathematik und vor allem von Logik, um dieser Erkenntnis wissenschaftlich gerecht werden zu können.
Heterarchy - Hierarchy,
Introduction Motivated by the experience that obviously even within the circles of the so-called 2nd order cybernetics in the USA the own roots are inadequately reflected and in the sense of a constructive recycling of the concept of heterarchy first introduced by the neurophysiologist Warren Sturgis McCulloch Eberhard von Goldammer, Joachim Paul and Joe Newbury redraw the history of reception of this scientific concept with the help of substantial source material. Besides an introduction to the theme the actual text is disposed as a multi-linked hypertext in pdf-format. More substantial sources, remarks and interpretations are presented in an additional coordinated text. More detailed hints concerning the use may be found within the introduction.
Economics represent a field in which the concept of heterarchy is already received under younger researchers. The author Markus Reihlen works at the business management seminar of the University of Cologne. 'On the background of a new philosophical programme and a "postbureaucratic" context of competition the organizational model of heterarchy is appreciated and presented as an ideal model of a postbureaucratic organization." (translation of citation by the editor).
Walter M. Elsasser Within the article taken from a publication of the biomathematician Robert Rosen the theoretical physicist Walter M. Elsasser goes into the fact that living systems possess an individuality. Accordingly there is a need for - and this could and has to be seen in direct correspondence with McCullochs concept of heterarchy - another imagination of mathematics and above all of logic to be able to cope scientifically with this cognition.
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Apropos Gotthard Günther:
Es ist ja bekannt, dass - anders als die Englisch sprechenden - spanische Muttersprachler des öfteren eine gewisse Tendenz zum deutschen Idealismus zeigten und zeigen. Das erfuhr seinen traurigen negativen Gipfel im System des Franco-Faschismus. Aber wer erinnert sich noch an den deutschen Idealisten Carl Christian Friedrich Krause (1781 - 1832)? Schelling sagt man, hat ihm eine weitere Hochschulkarriere verbaut. Jedoch wurde Krause besonders rezipiert im Spanisch sprechenden Raum, in Spanien selbst und in Mittel- und Lateinamerika. So soll Gedankengut der "Krausistas" bei der kubanischen Revolution eine Rolle gespielt haben.
Wie dem auch sei, Gotthard Günther, der ja auch seine Wurzeln im dt. Idealismus hat, wird im Spanisch sprechenden Raum ebenfalls rezipiert, wie die folgenden Links eindrucksvoll belegen:
Epistemología de la Complejidad
LÓGICA DE LAS DISTINCIONES, Una Protologica para una Teoría de la Sociedad
Übersetzungen von Rafael Medina, La segunda máquina (Die zweite Maschine, Anhang IV, Das Bewusstsein der Maschinen) und Voluntad y conocimiento (Cognition and Volition)
Wir nutzen die Gelegenheit, hiermit auf die neu überarbeitete und fortlaufend aktualisierte Linkseite des vordenker webforum hinzuweisen! Ole!
Der Soziologe Walter L. Bühl, Autor von "Das kollektive Unbewusste in der Postmoderne", ist vielleicht der provenienteste und scharfsinnigste Kritiker des Luhmann'schen Werkes. Wir danken dem Rechtsbeistand von Walter L. Bühl für die Genehmigung zur Wiedergabe der u.g. Texte.
Walter L. Bühl
Grenzen der
Autopoiesis
Dieser Aufsatz beschäftigt sich mit den Grenzen der Anwendbarkeit des aus der Biologie stammenden Konzeptes der Autopoiese von Varela und Maturana auf soziale Systeme.
Walter L. Bühl
Luhmanns
Flucht in die Paradoxie
"Es gibt wohl keine Soziologie im deutschen oder englischen Sprachraum, die metatheoretisch (logisch, wissenschaftstheoretisch, wissenssoziologisch) so gut durchgearbeitet ist und ein derart hohes formales Reflexionsniveau (bis zur Beobachtung 2. und 3. Ordnung) erreicht; aber dennoch - oder gerade deshalb: nämlich wegen des soziologischen Logizismus und Reduktionismus der daraus resultierenden Theoriekonstrukte - tritt die Beliebigkeit bzw. die Unbegründetheit oder Unbegründbarkeit des Anfangs mit zunehmendem Grad der (theoretischen) Kondensation einerseits und der (empirischen) Expansion andererseits immer deutlicher zutage." So beginnt der Autor seine profunde Kritik am Luhmannschen Theoriekonstrukt - und setzt sie fort bis hin zu mehrfachen Aufweisen, dass Luhmann die wissenschaftstheoretischen Konzepte anderer nur unter massivster "Uminterpretation" für sein Werk instrumentalisieren konnte.
Darüber hinaus möchten wir - neben dem schon erwähnten Joe Newbury - David Köpf als neuen Autor präsentieren. David Köpf ist Physiker und wirkt am Institut für Wissenschaftskulturen der evangelischen Kirche in Tübingen. Vor diesem Hintergrund gehört - neben anderem - sein Interesse besonders den vermittelnden, kultur- und medienwissenschaftlichen Implikationen des Werkes von Gotthard Günther.
David Köpf
Netzwerke
managen
In diesem Kurzaufsatz beschäftigt sich der Autor mit den Chancen und Herausforderungen bei der Kultivierung heterarchischer Systeme in Organisationen.
David Köpf
Verantwortung angesichts emergenter kultureller Evolution
Der Titel dieses langen Aufsatzes wurde gewählt in Anlehnung an Walter L. Bühls Buch "Verantwortung für soziale Systeme". Dem Autor geht es darin unter starker Bezugnahme auf das Werk Günthers um "Beschreibbarkeit" und "Erklärbarkeit" von Emergenz. Der Beitrag erschien in dem Band "Blinde Emergenz? Interdisziplinäre Beiträge zu Fragen kultureller Evolution", herausgegeben von Thomas Wägenbaur in der Reihe HERMEIA, Grenzüberschreitende Studien zur Literatur- und Kulturwissenschaft. ->
Thomas Wägenbaur
Einleitung zu "Blinde
Emergenz? Interdisziplinäre Beiträge zu Fragen kultureller Evolution"
In seiner Einleitung zum Band indentifiziert Wägenbaur vor dem Hintergrund der Günther'schen Philosophie Köpfs Fragestellung als "nur scheinbar aporetisch".
David Köpf
Gotthard Günthers
Technikphilosophie
Sich dem Problem der Technik von der Philosophie her nähernd zeichnet Köpf in dieser Arbeit Gotthard Günthers Weg von der Willensmetaphysik, der Gottesfrage und der Metaphysik des aboluten Todes zur Entwicklung der Proemialrelation und der Negativsprachen nach.
David Köpf
Gotthard Günther: Technik,
Logik, Weltgesellschaft
Hier versucht Köpf, Ansätze aufzuzeigen, die analytischen und methodischen Potentiale und bislang weitgehend ungenutzten Rationalitätsresourcen des Logikers, Technik- und Kulturphilosophen und Systemtheoretikers Gotthard Günther für die Aufgaben und Herausforderungen einer sich anbahnenden globalen technologischen Zivilisation zu erschließen. Wie ist eine "Polykontexturale Logik als Grundlage einer transklassischen Rationalität in der technologischen Weltgesellschaft" zu denken?
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IN MEMORIAM Heinz von Foerster (*13.11.1911, +02.10.2002) Am 2. Oktober 2002 verstarb Heinz von Foerster in seinem Haus in Pescadero, Kalifornien. Die Initiatoren und der Herausgeber des vordenker webforum sind Heinz von Foerster zu ganz besonderem Dank verpflichtet, denn er steuerte mit seinem Aufsatz über Warren S. McCulloch, "Metaphysics of an Experimental Epistemologist" einen intitialen Beitrag zur Eröffnung im September 1996 bei. Darüber hinaus handelt es sich bei von Foerster um einen der wenigen Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts, der einen verständlichen und umfassenden Überblick über die Entstehung der Kybernetik und ihre tiefere Bedeutung geben konnte.
Kai Lorenz und Gernot Grube mit Heinz
von Foerster Wir freuen uns daher ganz besonders, das von Kai Lorenz und Gernot Grube am 23. Januar 1997 in Berlin geführte Interview mit Heinz von Foerster hier wiedergeben zu dürfen. Einen herzlichen Dank an die beiden! Es ist Bestandteil der Dissertation von Kai Lorenz und liefert wie kein anderes Interview einen detaillierteren Aufschluss über von Foersters Zusammenarbeit und Freundschaft mit Gotthard Günther.
Joachim Paul Dieser Nachruf vom Herausgeber wurde erstveröffentlicht im Periodikum des Medienzentrum Rheinland im Medienbrief, Ausgabe 2/2003, ISSN 1615-7257. Er versucht unter Bezugnahme auf andere Nachrufe das Leben von Foersters nachzuzeichnen, den Blick auf die Einheit von Wissenschaftler und Mensch gerichtet. Der Titel ist angelehnt an einen Gesprächsband von Foersters zusammen mit Bernhard Pörksen. |
Cai Werntgen
Zurück
in die Zukunft
Essay und Rezension anlässlich des Erscheinens der dritten Auflage von Gotthard Günthers "Das Bewusstsein der Maschinen". Erstveröffentlicht in Telepolis am 21.04.2003
Joachim Paul, Dieter Grubert
Audiovisuelle Medien als
Katalysator für kooperatives Lernen
Der Aufsatz ist das Ergebnis einer kleineren Teistudie im Rahmen eines grösseren Evaluationsprojektes zur elektronischen Bereitstellung von Medien für Schulen, EDMOND, Elektronische Distribution von Medien on Demand, das am Medienzentrum Rheinland durchgeführt wurde. Es wird aufgezeigt, dass im Bereich des kooperativen Lernens forschend noch Neuland beschritten werden kann, insbesondere unter Einbeziehung der kommunikationspsychologischen Ansätze von Alex Bavelas.
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IM DISPUT: Regelmässige Leser des vordenker webforum erinnern sich sicherlich an die Thesen zu Gotthard Günther aus der Dissertation von Kai Lorenz und an die harsche Kritik daran von Eberhard von Goldammer. Hier ist nun eine Replik auf die Kritik: Kai Lorenz U.a. warf von Goldammer Lorenz vor, die Rolle von McCulloch und seinem Konzept der Heterarchie für die Arbeiten Günthers vernachlässigt zu haben. Lorenz holt dies nach in einem Aufsatz "Über McCullochs Begriff der Heterarchie", nachzulesen ab Seite 34 hinter dem o.g. Hyperlink. |
News vom 02. Januar 2003
Zunächst mal ein frohes Neues Jahr
2003 allerseits
allen Vordenkerinnen und Vordenkern!
Und hier die Neuigkeiten in www.vordenker.de
"Das
Bewusstsein der Maschinen" von Gotthard Günther (1. Auflage 1957, 2.
Auflage 1963) ist nun am 16. Dezember 2002 im
AGIS-Verlag Baden-Baden in der 3. Auflage erschienen und zum Preis von 44 € käuflich zu
erwerben.
Der Werbetext des Verlages
Der Klappentext des Buches
Unseren herausgeberischen Pflichten nachkommend bewerben wir dieses Buch zusätzlich in www.vordenker.de und stellen unsere Einführung zur Neuauflage in einer nur lesbaren pdf-Version zur Verfügung.
Eberhard von Goldammer und Joachim Paul
Einführung zur Neuauflage von Gotthard Günther's "Das Bewusstsein der Maschinen"
In der Einführung der Herausgeber ist der wissenschaftstheoretische Aspekt der Arbeiten des deutsch-amerikanischen Philosophen und Logikers in den Vordergrund gestellt. Herausgearbeitet wird die Bedeutung Gotthard Günthers für die Philosophie der Technik allgemein, aber auch im Kontext der heutigen KI-Forschung.
Rudolf Kaehr
Zur Verstörung des (H)ortes der Zerstörung
Dieser Essay (veröffentlicht im Print in: Kümmel, Schüttpelz (Hsg.),
Signale der Störung,
Verlag Wilhelm Fink 2003) war "Gegenstand" eines Seminars am
kulturwissenschaftlichen Forschungskolleg der Universität Köln am 11. und 12.
Juni 2002. Er kann als ergänzende Zusammenfassung zu Rudolf Kaehrs
"STRUKTURATIONEN DER INTERAKTIVITÄT, Towards a General Model of
TransComputing, Skizze eines Gewebes rechnender Räume in denkender Leere" (in
preparation) verstanden werden und ist gleichermassen Applikation der PKL
sowie Skizze eines post-Güntherschen Forschungsprogramms.
Hans-Jörg Rheinberger
Kommentar zu: "Zur Verstörung des (H)ortes der Zerstörung" von Rudolf Kaehr
Durch den als Glosse verfassten Kommentar Rheinbergers erfährt der obige Text Kaehrs gleichermassen Rezeption und eine ganz persönliche Wertung.
"Wir gehen nie weiter, als wenn wir uns mißverstehen. Das Differential des Missens ist dasjenige, was bewirkt, daß es sozusagen haarscharf daneben gehen kann. In diesem haarscharfen Spalt tut sich ab und zu etwas Neues auf. Darauf beruht ja auch die Prolifik des wissenschaftlichen Probehandelns, die Mächtigkeit des Modells: Es ist nicht mächtig, weil es paßt, sondern dadurch, daß es etwas zu wünschen übrig läßt."
Hans-Jörg Rheinberger ist Executive Director des Max-Planck-Institutes für Wissenschaftsgeschichte in Berlin. Darüber hinaus ist er bekannt als Übersetzer der Grammatologie von Jaques Derrida vom Französischen ins Deutsche.
Rudolf Kaehr
Full of a nothing but pure dialectical sense
of humor the essay (first published in: ARIFMOMETR,
An Archaeology of Computing in Russia,
Georg Trogemann, Alexander Nitussov, Wolfgang Ernst (Eds.)
Vieweg 2001 and at
http://www.loveparade.net/pkl/media/index.htm) tells very personal
remembrances and gives particular insights in Gunthers world of thought.
Rudolf Kaehr was one of Gunthers last co-researchers and postgraduates.
Rudolf Kaehr
Freistil oder die Seinsmaschine, Mitteilungen aus der Wirklichkeit
Die am 01. Dezember 2002 online gestellten Video-Beiträge aus der Fernsehsendung mit und über Rudolf Kaehr aus der Reihe "Freistil oder die Seinsmaschine, Mitteilungen aus der Wirklichkeit", (Nachtstudio WDR 3) wurden nun ergänzt und komplettiert.
Matthias Hagedorn
Neues gibt es auch von dem angesagten Künstlerpreis, "Das Hungertuch", wie Matthias Hagedorn, der Pressesprecher des Projekts, vermeldet.
Anatol Lieven
The Push for War // Deutsche Version in der taz vom 15.11.2002
Aus gegebenem Anlass ausdrücklich hinweisen möchten wir auf eine scharfe Analyse Anatol Lievens "The Push for War" der US-amerikanischen Politik. Er ist Senior Associate am Carnegie Endowment for International Peace in Washington DC.
For given reasons we expressly want to point to a sharp analysis of actual US policy given by Anatol Lieven. Anatol Lieven considers what the US Administration hopes to gain. He is Senior Associate at the Carnegie Endowment for International Peace in Washington DC.
News vom 01. Dezember 2002
Gewissermassen als Nachschlag wurde nun (mit freundlicher Genehmigung des Regisseurs und Produzenten Thomas Schmitt, http://www.tagtraum.de) der Beitrag zu der Fernsehsendung mit und über Rudolf Kaehr aus der Reihe "Freistil oder die Seinsmaschine, Mitteilungen aus der Wirklichkeit", (Nachtstudio WDR 3) um einige Videoclips ergänzt.
News vom 25. November 2002
Wir freuen uns, mitteilen zu können, daß im
Dezember 2002
"Das Bewusstsein der Maschinen" von Gotthard Günther im AGIS-Verlag nach 40
Jahren in einer überarbeiteten dritten Auflage erscheinen wird. Posthum wird
"Erkennen und Wollen" als neuer Anhang V und in der deutschen Langfassung
erstmals in Buchform publiziert.
Zum Verlagstext
Claus Baldus
Claus Baldus lehrt Architektur an der Fachhochschule Potsdam. Sein Beitrag Morgen und Morgen ist insofern bemerkenswert, als dass er eine poetische Annäherung an die formalen Inhalte des Werks von Gotthard Günther darstellt. So wird auch eher künstlerisch und literarisch veranlagten Menschen ganz eigener Zugang insbesondere zu Gotthard Günther's Kenogrammatik ermöglicht.
Andrascz Jaromír Weigonis am 26. Mai hier
erschienener Beitrag
Produktorientiertes
medienpädagogisches Arbeiten mit Jugendlichen
verlinkt nun auch auf fünf Audiobeispiele. Dise finden Sie am Ende des seines
Beitrags.
News vom 18. Juni 2002
Cai Werntgen
Apokalypse Now! Völker im Hyperraum
In seinem Aufsatz „Apokalypse Now! Völker im Hyperraum“ geht Cai Werntgen mit geschliffen kraftvoller Metaphorik in dem 2000 aus dem Nachlass des Philosophen Gotthard Günther publizierten Werk „Die amerikanische Apokalypse“ der Frage nach den raumzeitlichen Tiefenstrukturen unserer Kulturen hinter den Ereignissen vom 11. September 2001 nach. Mit Gotthard Günther als Apologeten, als modernem Odysseus, beschreibt Werntgen die möglichen politischen und kulturpsychologischen Symptome der Geburtswehen einer heraufziehenden planetaren Zivilisation. Aus den von Günther verfolgten Entwicklungspfaden der sogenannten regionalen Hochkulturen wird deutlich, dass ihnen allen Regionalität, bzw. die Produktion von Innerlichkeit durch das identitätsstiftende Sich-Spiegeln in der eigenen geographischen Region gemeinsam ist. Eine Überwindung der daran zwangsläufig gekoppelten Raumfurcht kann nur über die kulturelle Entäusserung qua Maschinentechnik erfolgen. Soll es eine Zukunft für die Menschheit als Ganzes geben, dann ist die Brücke dahin nur über die Technik zu haben. Dieser Beitrag wurde in Lettre Nr. 55/12.2001 erstveröffentlicht.
A.J. Weigoni
Dazu passend liefert die vor einigen Jahren
erschienene Hörspiel-CD von A.J.Weigoni „Raumbredouille Replica“ auf
verschärft humorvolle Weise einen Reflexionsboden, von dem aus Trivial- und
Technomythen liebevoll demaskiert werden können, hier am Beispiel der
mittlerweile Kultstatus erlangt habenden Fernsehserie „Raumpatrouille“. Die
Abenteuer des Raumschiffs Orion mit seiner Crew um Commander Cliff McLane
wären in den Sechzigern als deutsches Konkurrenzprodukt wahrscheinlich
parallel zu Raumschiff Enterprise auch im amerikanischen Fernsehen gelaufen,
hätte man damals in Farbe und nicht in Schwarzweiss produziert. Weigoni zeigt
uns noch einmal die Zukunft aus dem Blickwinkel der Vergangenheit des
bürgerlich-vermieften Wohnzimmers der Sechziger, in dem man sich, verschreckt
durch beginnende Studentenunruhen und dem Ende des Wirtschaftswunders, dem
Thrill einer ungewiss-gewissen Zukunft aussetzt, in der der Welt-Raum –
entsprechend dem Sicherheitsbedürfnis begrenzter Kulturen - scheinbar
unspektakulären Patrouillen zugänglich ist.
Zufällig gelangte die Redaktion von www.vordenker.de an ein Geheimdokument des
Galaktischen Sicherheitsdienstes GSD, ebenfalls hinter dem Link zu finden.
Aus aktuellem Anlass und im Nachgang zu dem vom Tübinger Zentrum für Wissenschaftskulturen veranstalteten zweiten Günther-Treffen sind hier drei Arbeiten jetzt zusätzlich im pdf-Format verfügbar gemacht.
E.v.Goldammer und Joachim Paul
Autonomie in Biologie und
Technik
R.Kaehr and E. von Goldammer
Again, Computers and the
Brain
R.Kaehr and E. von Goldammer
Poly-Contextural
Modeling of Heterarchies in Brain Functions
News vom 09. Juni 2002
Andrascz Jaromír Weigoni
:2= Verweisungszeichen zur Literatur
Im Zeitalter der Lichtgeschwindigkeitskommunikation
erreicht man Leser schwer mit Büchern. Wir erleben einen zunehmenden
kulturellen Analphabetismus, den auch die Indifferenz verursacht, zu der die modernen
Vereinfältigungsmedien verleiten. Davon handelt A.J. Weigonis essayhafte
Reflexion
":2= Verweisungszeichen zur Literatur" mit der er an das
Projekt Kollegengespräche anknüpft.
News vom 26. Mai 2002
Als erstes freuen wir uns, mitzuteilen, dass die WebSite www.vordenker.de ab sofort als zeitschriftenartige Schriftenreihe gilt und von der Deutschen Bibliothek die ISSN-Nummer 1619-9324 zugeteilt bekommen hat. Vordenker ist somit keine "graue Literatur" mehr.
Zur Kybernetik und zu weiteren Thematiken des Philosophen Gotthard Günther gibt es dieses Mal nichts Neues, es besteht jedoch kein Grund zur Sorge, die "Güntherei" geht weiter; es befindet sich Verschiedenes in Vorbereitung.
Wir möchten aber ausdrücklich auf das diesjährige vom Tübinger Zentrum für Wissenschaftskulturen veranstaltete Gotthard Günther - Treffen hinweisen:
Zum Themenkomplex Medienpädagogik gibt es - auch aus aktuellen Anlässen - drei Beiträge:
Andrascz Jaromír Weigoni
Produktorientiertes medienpädagogisches Arbeiten mit Jugendlichen
Denkt man über die Folgen von Erfurt nach,
so kommt man zu der Überlegung, dass man zwar das Erziehungsideal verändern
kann, nicht aber den Anpassungsdruck.
Bildung ist kein Ergebnis von Humanisierung mehr, sondern eine Folge
zunehmender Selbstkontrolle, die im 21. Jahrhundert äussere Sanktion durch
innere ersetzt.
Diesen Überlegungen geht A.J. Weigoni essayhaft in seinem Text nach.
Matthias Hagedorn (Pressesprecher des Projekts)
(zu diesem Beitrag wird es in Kürze Audiobeispiele geben,
also bleiben Sie dran!)
Joachim Paul
Wie steht es um die sogennante
Medienpädagogik? Was sind ihre Aufgaben, wo liegen ihre Chancen? In dem Essay
wird nach Ansatzmöglichkeiten für grundlegendere Betrachtungen gesucht.
Joachim Paul
Regeln, die öffentliche Sache, Verantwortung und das Internet
anlässlich des aktuellen und
vieldiskutierten - und bezüglich der Filtersoftware als gescheitert zu
betrachtenden - Vorstoßes der
Bezirksregierung Düsseldorf in ihrer Zuständigkeit der Überwachung von
Mediendiensten in ganz Nordrhein-Westfalen nach dem
Mediendienste-Staatsvertrag (MdStV) ist hier ein bereits anderenorts
erschienener Aufsatz in leicht ergänzter und überarbeiteter Form
veröffentlicht, der jenseits von politischen Ambitionen einen prinzipielleren
Zugang zur Thematik sucht.
Joachim Paul
Von Pilzen, Menschen, Dinos und Bakterien, oder: Was ist das Ziel der Evolution?
anlässlich des Todes des Evolutionsbiologen Stephen Jay Gould am 20. Mai 2002 ist hier ein Aufsatz aus dem Jahr 1998 wiedergegeben, der sich mit den Thesen in Gould's Buch "Illusion Fortschritt" beschäftigt.
Das Tübinger Zentrum für
Wissenschaftskulturen lädt zum zweiten Tübinger Gotthard Günther - Treffen
ein. Gotthard Günther war nicht nur ein faszinierender Kulturphilosoph mit
prophetischer Begabung, deren Potenz allmählich erst sichtbar und aktuell
wird. Er war auch nicht nur der Kritiker der aristotelischen Logik. Sein
Ehrgeiz ging auf Konstruktives, auf die Bereitstellung von Mitteln zur
Bewältigung und Kultivierung einer neuen Epoche in der
Menschheitsentwicklung. Seine Sache war es nicht, fasziniert in die
Abgründe zu starren, die sich auftun, wenn eine Kulturformation an ihre
geschichtlichen Grenzen stößt. Deshalb war er auf die Existentialisten nie
gut zu sprechen. Ihm ging es immer um nüchterne, kontrollierbare und
ausweisbare Bewältigung von Aufgaben, nie um deren gebannt-fasziertes oder
lamentierendes Bestaunen.
In diesem Kontext darf man sein Konzept der Negativsprachen sehen, die er
einmal als eine "Theorie des in Handlungen sich vollziehenden Geistes"
gekennzeichnet hat. Wenn wir eine Zivilisationsform bewältigen müssen, die
ihren Anhalt nicht mehr so sehr an irgendwelchen "natürlichen" Vorgaben
hat, sondern größtenteils nur noch an ihren eigenen Hervorbringungen und
Konstrukten, dann reicht Ontologie alleine nicht mehr hin. Selbige muß
vielmehr ergänzt werden durch eine Theorie der Technik.
Diese Technikphilosophie, die den Ehrgeiz hat, sich selber eine
kalkülfähige Form zu geben, wird Thema des diesjährigen Treffens sein. Als
Fachmann haben wir Eberhard von Goldammer gewinnen können. Er wird eine
Einführung in das Konzept der Negativsprachen geben und zur Klärung von
Fragen zur Verfügung stehen.David Köpf wird, falls gewünscht, eine kleine
thematische Einführung anbieten und die Negativsprachen in den
Gesamthorizont von Günthers Arbeiten einbetten. Cai Werntgen wird als
Heidegger-Spezialist die philosophische Kompetenz in Sachen Nihilogie
parat halten.
Als besonderes Bonbon können wir zwei besondere Gäste ankündigen; zum
einen Alfred Locker (ehemals Mitarbeiter von Ludwig von Berthalanffy;
beschäftigt sich schon lange mit den Arbeiten Günthers), zum anderen den
Tübinger Chaos-Forscher Otto Rössler.
Termin: 15. und 16.6.02
Beginn: 10:00 am Samstag
Tagungsort wird die Doblerstrasse 33 sein.
Zur Vorbereitung wird die Lektüre der folgenden Arbeiten von Günther
empfohlen:
- Martin Heidegger und die Weltgeschichte des Nichts (abgedruckt in G.
Günther, Beiträge zu einer operationsfähigen Dialektik)
- Identität, Gegenidentität, Negativsprachen (ebenfalls dort zu finden)
Geplant sind zwei Arbeitsblöcke am Samstag, und einer am Sonntag. Am
Sonntag vormittag besteht die Möglichkeit, um 11:00 ein "Hofkonzert" in
der Tübinger Altstadt zu besuchen. Es wird geboten: "Jazz van Emmichoven -
jazz and poems: Jazz-Standarts (Swing, Bossa Nova und Balladen) und
improvisativ vertonte Gedichte mit Matthias Zeylmans van Emmichoven, voc.;
Stephan Pitsch, p.; Vincent Richers, b.; Jürgen Schwarz, dr. poems:
Michael Kallina).
Auf eine spannende Günther-Tagung freut sich
David Köpf
David Köpf (Dipl. Phys.)
Forschungs- und Studieninspektor
Tübinger Zentrum für Wissenschaftskulturen
Doblerstrasse 33
72074 Tübingen
07071 - 922044
david.koepf@uni-tuebingen.de
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ISSN 1619-9324
First issued: January 02, 2000
Last modified
2006-12-28