Eine Geschichte zu Silvester: Höflichkeit, Hegel, Anstand und China. Und, was wusste Heidi?

Hallo zusammen,

Freunde wiesen mich darauf hin, dass die folgende kleine sowie wahre Geschichte es wert sei, erzählt zu werden. Sie handelt von Anstand und Höflichkeit und hat mit Hegel und China zu tun.

Reinhold Baer, Jena 1930, GFHund – Eigenes Werk, CC BY 3.0

Mitwirkende: Reinhold Baer (Mathematiker), Eberhard von Goldammer (Biophysiker), Gotthard Günther (Philosoph), Prof. TS, sein Coordinator YW, Frau UR, Heidi und meine Wenigkeit.

Zu Beginn muss ich etwas ausholen. Sorry.

Dass mein u.a. von mir mitbegründetes eJournal www.vordenker.de sich neben vielem anderen mit den Arbeiten des Philosophen und Logikers Gotthard Günther (1900 – 1984) beschäftigt, dürfte Insidern ja bekannt sein. Beim gemeinsamen Studium der Texte Günthers fiel mir und Eberhard von Goldammer (1941 -2024) – ich hatte irgendwann im letzten Jahrtausend bei ihm diplomiert und promoviert – auf, dass der Philosoph an mehreren Schüsselstellen in seinem Werk einen bestimmten Text des deutschen Mathematikers Reinhold Baer (1902 – 1979) zitierte.

Baer, in mathematischen Fachkreisen recht prominent,

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Irreduzible Parallelität – eine Begriffsgeschichte Sprachliche Ermittlungen im Reich des Komplexen

ein Debattenbeitrag zum Thema künstliche Intelligenz

Liebe Leser, liebe Vordenker,

vorneweg, dieser Essay ist auch eine Entschuldigung. Der og. Begriff im Titel, „Irreduzible Parallelität„, ist nicht von mir. Und in Publikationen schriftlich verwendet hatte ich ihn auch schon. Alles weitere im Text.

Forschen, das heißt, regelmäßig Ausflüge an die Grenzen des eigenen Verstehens zu machen, alles andere ist Verwalten.

Ich fange mit einem Gedanken an und schaue, wohin es mich trägt.

Abstract
Wie lässt sich der Begriff der Komplexität besser fassen? In diesem Essay gehe ich der Geschichte des Begriffs „irreduzible Parallelität“ nach und versuche zu zeigen, dass er einem tieferen Verständnis komplexer Systeme dienen kann. Ausgehend von einer anekdotischen Kritik an der unpräzisen Verwendung des Begriffs der Komplexität sowie einer Diskussion der verbreiteten Anthropomorphisierungen insbesondere von KI-Systemen untersuche ich, wie sich parallelisierte, prinzipiell serielle algorithmische Prozesse künstlicher Intelligenz von der massiven Parallelität biologischer Prozesse unterscheiden. Dieses Vorgehen führt an die Wurzeln der Sequenzialität in Sprache, Philosophie und Mathematik und reißt alternative logische und mathematische Ansätze an, die nicht auf einem Konzept der Linearität beruhen. Dabei werden Begriffe wie Selbstreferenzialität, Selbstorganisation und Ultrametrizität erörtert, um Grenzen und Möglichkeiten der Berechenbarkeit und Formalisierung von Beschreibungen lebender Systeme aufzuzeigen. Abschließend werden einige Definitionen vorgeschlagen.

weiter – pdf Deutsch // pdf English

Lesezeit // reading time ca. 30 min.

Herzlich, Nick H. – aka Joachim Paul