Posts Tagged ‘Gregory Bateson’

Cyber-Voodoo?

Montag, Juli 24th, 2017

~7 min Lesezeit,
akustische Untermalung gewünscht? Tipp: Jimi Hendrix, Voodoo Child (Slight Return)

Es gehört zur Symptomatik unserer Zeit, dass fast täglich irgendwo auf der Welt der Rubikon überschritten wird, aber ebenso, dass wir davon wissen können. Überschreitungen neben offensichtlichen Lügen und Klitterungen auch in Form von postmodernen Sprachspielen, Dehn- ungen, Stauchungen, Verzerrungen bis hin zu Beschwörungen.

Im gleichnamigen Online-Magazin rubikon.news tummeln sich Beiträge zum Zeitgeschehen, die eine große qualitative Bandbreite zeigen. Eher am oberen Ende dieser Bandbreite angesiedelt sind Texte von Matthias Burchardt.

In einem Beitrag von Matthias Burchardt mit dem meiner Auffassung nach vertretbaren kritischen Titel „Digitalisierung von Bildung als neoliberales Projekt“ [1] vom 21.07.2017 wird quasi im schreibenden Vorbeigehen der Begriff des militärisch-kybernetischen Komplexes eingeschlichen. Das nähere textliche Umfeld dieses Begriffs besteht u.a. aus dem Text-Term „Interessen der IT-Lobby“ sowie einem Zitat des neuen alten NRW-Ministers Pinkwart, der eigenen Aussagen zufolge „digital im Kopf“ ist.[2]

Ich widerstehe hier der Versuchung, näher auf die ohne Zweifel aufschlussreiche ministeriale Auskunft zur eigenen intellektuellen Hohlraumversiegelung einzugehen.

Stattdessen frage ich mich, was dieser Burchardtsche Text-Term „militärisch-kybernetischer Komplex“ für eine Bedeutung haben könnte. Ganz eindeutig abgeleitet ist er (mehr …)

Glaubwürdige Digitalisierungskritik muss präzise sein

Montag, Juli 3rd, 2017

Über die zuweilen stumpfe Argumentations-“Logik“ in der Digitalisierungskritik

~ 14 min Lesezeit

Publizistische Vorbemerkung: Dieser Beitrag wurde am Montag den 26. Juni 2017 erstveröffentlicht auf rubikon.news unter diesem Link. Heute gegen 16 Uhr bemerkte ich, dass der Beitrag nicht mehr abrufbar war. Auf meine telefonische Nachfrage teilte man mir mit, dass meine Kritik allzu harsch und ad personam sei, ich solle etwas ändern, dann würde man ihn wieder online stellen.

Stimmt, ich habe im Beitrag einige Aussagen des Hochschullehrers Ralf Lankau öffentlich sehr hart kritisiert, sowohl polemisch als auch unter Hinzuziehung von Quellen, Aussagen, die Lankau selbst öffentlich und mehrfach – in Wort und Schrift – getätigt hat. So etwas nennt man auch Debatte oder Diskurs. Mich jetzt einfach so und offensichtlich ohne es nötig zu haben, mir das vorher mitzuteilen, zu depublizieren, weil irgendwas irgendjemand – aus was für Gründen auch immer – nicht so recht passt, das mag ich irgendwie gar nicht. Aber ich hab‘ ja glücklicherweise nen eigenen Blog ….

Nun aber zum Text, mögen sich die geneigten LeserInnen selbst ein Urteil bilden … (mehr …)

„Kommt ein Schiff geladen …“ – das Flaggschiff der EU oder die Hybris einiger Hirnforscher

Mittwoch, Februar 6th, 2013

Gastbeitrag von Eberhard von Goldammer

Haben wir nicht schon Ende der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als die neuronalen Netzwerke zum zweiten Mal in Mode kamen (für die Jüngeren: es gab in den USA diese Bewegung früher schon einmal, nämlich in den 50er und frühen 60er Jahren), in großen Tönen gehört, dass die Computer – basierend auf den wieder entdeckten netzwerkartigen neuronalen Strukturen – demnächst nicht nur die bis dahin relativ erfolglose KI-Forschung, sondern die gesamte Computer-Welt revolutionieren werden? (mehr …)