Eine Geschichte zu Silvester: Höflichkeit, Hegel, Anstand und China. Und, was wusste Heidi?

Hallo zusammen,

Freunde wiesen mich darauf hin, dass die folgende kleine sowie wahre Geschichte es wert sei, erzählt zu werden. Sie handelt von Anstand und Höflichkeit und hat mit Hegel und China zu tun.

Reinhold Baer, Jena 1930, GFHund – Eigenes Werk, CC BY 3.0

Mitwirkende: Reinhold Baer (Mathematiker), Eberhard von Goldammer (Biophysiker), Gotthard Günther (Philosoph), Prof. TS, sein Coordinator YW, Frau UR, Heidi und meine Wenigkeit.

Zu Beginn muss ich etwas ausholen. Sorry.

Dass mein u.a. von mir mitbegründetes eJournal www.vordenker.de sich neben vielem anderen mit den Arbeiten des Philosophen und Logikers Gotthard Günther (1900 – 1984) beschäftigt, dürfte Insidern ja bekannt sein. Beim gemeinsamen Studium der Texte Günthers fiel mir und Eberhard von Goldammer (1941 -2024) – ich hatte irgendwann im letzten Jahrtausend bei ihm diplomiert und promoviert – auf, dass der Philosoph an mehreren Schüsselstellen in seinem Werk einen bestimmten Text des deutschen Mathematikers Reinhold Baer (1902 – 1979) zitierte.

Baer, in mathematischen Fachkreisen recht prominent,

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vordenker news August 2020

Liebe Vordenkerinnen, liebe Vordenker,

Dieses Mal gibts Lesens-, Schauens- und Hörenswertes von Bierter, Kronthaler, Thomas und Burckhardt ….

Hegel mit Studenten, Lithographie F. Kugler, Quelle: wikipedia

Nicht so ganz nebenbei bemerkt jährt sich heute Hegels Geburtstag zum 250sten Mal. Richtig, der Hegel, der G.W.F.!

Spielt das eine Rolle? Ja. Denn es passt.

Wie Gotthard Günther in seinen Gesprächen mit Claus Baldus, „Phaidros und das Segelflugzeug – Von der Architektonik der Vernunft zur technischen Utopie“ mit Seitenhieben gegen die in den 80ern zeitgenössische Philosophie, die analytische Philosophie und im Besonderen gegenüber Philosophen, die bei Kant stehengeblieben seien, bemerkt: Mehr lesen

Zum Ursprung der Kybernetik

Gastbeitrag von Ulrich Kramer

Ouroboros, Burg von Ptuj, Slovenien // Foto: Johann Jaritz

 

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Editorische Einleitung: In den Medien und im Netz feiern so einige Oxymora fröhliche Urständ. Gemeint sind Begriffe, die plötzlich ihre Ergänzung durch das führende Adjektiv „kybernetisch“ erfahren, als reichen die Begriffe selbst nicht aus, um ihre Bedrohungspotentiale genügend zum Ausdruck zu bringen. Da muss die böse, „anti-aufklärerische Kriegswissenschaft Kybernetik“ (Precht) für eine dramatische Verstärkung der Gefahr herhalten. Von kybernetischem Kapitalismus ist da die Rede, von kybernetischer Überwachung, gar von kybernetischer Diktatur. Und das Silicon Valley pflege ein kybernetisches Menschenbild. Schwärzer kann man den Schimmel nicht mehr machen. Der wirklich anti-aufklärerische Effekt ist, dass Mehr lesen

Kleine Denkhilfe für Politiker – heute: Realitätsverlust

Das Wort „Realitätsverlust“ – nebenbei bemerkt mein persönlicher Favorit für das Unwort des Jahres 2011 – ist ja aktuell wieder in aller Munde, ausgelöst durch Mubaraks Rede gestern abend und die Splitscreen-Technik des Fernsehens. Links der Präsident, der nicht loslassen will, und rechts die ihre Schuhe hochhaltenden wütenden Ägypter Mehr lesen