Über Frames und Hohlräume, blinde Flecken, semantische sowie methodische Fouls und affirmative Befindlichkeiten

Nicht-Replik, eine Klarstellung zu
„Im Hohlraum der Negativität – Gotthard Günther und die Krisen des Idealismus“ 
von Christoph Görlich (Meiner, Hamburg 2026)


Einleitung, Bemerkungen zu Motivation und Vorgehen des Nicht-Rezensenten

Gotthard Günther als Alien?
Oder doch ein Selbstportrait
von Frank Kelly Freas?

Schon vor einiger Zeit wurde ich auf das o.g. Werk aufmerksam. Und erst eine ganze Weile später – nach vollständiger Lektüre – reifte der Entschluss, zumindest eine einfache Reaktion zu verfassen. Es hat etwas gedauert. Erst war ich der Ansicht, das Werk einfach liegen zu lassen, zu vergessen.

Aber dann … es gibt Umstände, die erfordern einfach eine Reaktion. Jedenfalls müsste sich eine eingehendere Diskussion des Werkes von Christoph Görlich in zahlreichen Wiederholungen von bereits mehrfach von diversen Autoren Geschriebenem ergehen, das empfinde ich nicht als lohnend, motiviert bin ich dazu ebenfalls nicht und Zeit habe ich auch nicht. Allerdings ist aufgrund der möglichen Reichweite – zumindest in Insiderkreisen – eine Reaktion im Sinne einer Klarstellung nicht nur gerechtfertigt sondern sogar notwendig. Eine Rezension allerdings maße ich mir nicht an.

Es werden also einige wenige Schlaglichter auf den Text gerichtet, das ein oder andere an – meiner Ansicht nach – Unzulänglichkeiten sowie Auslassungen und Errata aufgelistet und Fragen aufgeworfen. Und es geht hier und da

Mehr lesen

Irreduzible Parallelität – eine Begriffsgeschichte Sprachliche Ermittlungen im Reich des Komplexen

ein Debattenbeitrag zum Thema künstliche Intelligenz

Liebe Leser, liebe Vordenker,

vorneweg, dieser Essay ist auch eine Entschuldigung. Der og. Begriff im Titel, „Irreduzible Parallelität„, ist nicht von mir. Und in Publikationen schriftlich verwendet hatte ich ihn auch schon. Alles weitere im Text.

Forschen, das heißt, regelmäßig Ausflüge an die Grenzen des eigenen Verstehens zu machen, alles andere ist Verwalten.

Ich fange mit einem Gedanken an und schaue, wohin es mich trägt.

Abstract
Wie lässt sich der Begriff der Komplexität besser fassen? In diesem Essay gehe ich der Geschichte des Begriffs „irreduzible Parallelität“ nach und versuche zu zeigen, dass er einem tieferen Verständnis komplexer Systeme dienen kann. Ausgehend von einer anekdotischen Kritik an der unpräzisen Verwendung des Begriffs der Komplexität sowie einer Diskussion der verbreiteten Anthropomorphisierungen insbesondere von KI-Systemen untersuche ich, wie sich parallelisierte, prinzipiell serielle algorithmische Prozesse künstlicher Intelligenz von der massiven Parallelität biologischer Prozesse unterscheiden. Dieses Vorgehen führt an die Wurzeln der Sequenzialität in Sprache, Philosophie und Mathematik und reißt alternative logische und mathematische Ansätze an, die nicht auf einem Konzept der Linearität beruhen. Dabei werden Begriffe wie Selbstreferenzialität, Selbstorganisation und Ultrametrizität erörtert, um Grenzen und Möglichkeiten der Berechenbarkeit und Formalisierung von Beschreibungen lebender Systeme aufzuzeigen. Abschließend werden einige Definitionen vorgeschlagen.

weiter – pdf Deutsch // pdf English

Lesezeit // reading time ca. 50 min.

Herzlich, Nick H. – aka Joachim Paul